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Unmut wegen zu vielen Krähen in Bonames

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Solche Krähen-Nester beunruhigen so manche Anwohner und Anwohnerinnen.
Solche Krähen-Nester beunruhigen so manche Anwohner und Anwohnerinnen. © Enrico Sauda

Der Ortsbeirat 10 fordert den Magistrat erneut auf, etwas gegen die erhöhte Population zu unternehmen. Dabei kommt die Frage auf, was wichtiger sei: Umwelt- oder Menschenschutz?

Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie mit dem hohen Krähenaufkommen im Frankfurter Norden, vor allem in Bonames, umzugehen sei. Viele Anwohner und Anwohnerinnen seien durch die Tiere, deren Lärm und Hinterlassenschaften genervt, mögliche Maßnahmen müssen aber unter dem Aspekt des Tierschutzes bedacht werden. Nun hat der Ortsbeirat 10 (Preungesheim, Eckenheim, Bonames, Berkersheim, Frankfurter Berg) einen weiteren Versuch unternommen, eine Lösung zu finden.

Zum wiederholten Mal hat das Stadtteilgremium einen Antrag verabschiedet, nach dem der Magistrat berichten soll, wie er „den sich in Bonames seit Jahren ausbreitenden Krähen in den engen bewohnten und frequentierten Bereichen innovativ und tierfreundlich begegnen wird“. Denn die Menschen vor Ort fühlten sich „teils extrem belästigt und alleine gelassen mit ihren berechtigten Sorgen“, so die CDU in ihrem Antrag. Zu vermeiden sei, „dass künftigen Generationen und der Stadt im Ortskern von Bonames immense Kosten entstehen“.

Erst im vergangenen Sommer war ein ähnlicher Antrag, mit konkreten Forderungen wie der Anpflanzung anderer, für Krähen weniger attraktiven Bäumen, gestellt – und vom Magistrat negativ beantwortet worden. „Erfolgsversprechende Maßnahmen zur Vergrämung von Krähen, die zugleich mit den Zielen des Naturschutzes vereinbar sind, sind aus naturschutzfachlicher und -rechtlicher Sicht nicht bekannt“, hieß es.

Damit wollen sich nicht alle abfinden. Zum Beispiel Werner Wohlrab, der in der Hugo-Sinzheimer-Straße wohnt. Er begrüßt den Antrag und hofft „inständig, dass das Umweltamt endlich mitspielt“. Er hat festgestellt, dass es mittlerweile auch zwei offensichtliche Krähennester jenseits der Kreuzung Oberer Kalbacher Weg / Homburger Landstraße gibt, über dem ehemaligen Schustergeschäft Bleile. Auch im weiteren Verlauf der Homburger Landstraße Richtung Nieder-Eschbach seien die Krähen „in den Bäumen und auf den Dächern bereits lautstark auf Erkundung“ so Wohlrab. „Es ist wirklich nicht berauschend, wenn Sie drei Meter über Ihrem Kopf eine unvermutete Krähe anschreit“, berichtet er.

Im Ortsbeirat ist man sich der Problematik durchaus bewusst. Waltraut Port (CDU) betont, dass Naturschutz zwar gut und wichtig sei, „aber Menschenschutz noch viel wichtiger“.

Einwände kamen von den Grünen. Jürgen Eiselt verwies auf die Ursachen, die die hohe Krähenpopulation habe. Die seien oft „menschengemacht“ und müssten viel häufiger hinterfragt werden, anstatt jetzt schnell Lösungen zu präsentieren. Die Grünen lehnten den Antrag ab, die FDP enthielt sich.

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