+
Der Radfahrerverein Opel 1888 führt Hochräder vor.

Bonames / Kalbach

Radeln auf dem alten Flugplatz

  • schließen

Beim Fest des Fahrradclubs dreht sich alles rund ums Velo. Info und Praxis stehen gleichermaßen im Blickpunkt.

Die Frage, ob Radfahrer Zebrastreifen benutzen dürfen, hat Elke Drechsler schon länger beschäftigt. Bei der zehnten Ausgabe des „Radlerfestes“ am Alten Flugplatz Bonames-Kalbach bekommt sie diese Frage beantwortet. An einem Stand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der das Fest veranstaltet, klärt sie ein Vereinsmitglied auf. Radler dürften zwar auf Zebrastreifen fahren, müssten jedoch Fußgängern den Vortritt lassen, berichtet die Friedrichsdorferin.

Mit ihrer Partnerin Monika Fitz löst die 64-Jährige ein „Verkehrsquiz“. Gemeinsam grübeln die Frauen an den Fragen, etwa, ob Radfahrer auf die Ampel für Autos oder Fußgänger achten müssten. „Man macht auf dem Rad vieles intuitiv“, sagt Fitz und Drechsler fügt hinzu: „Es ist wie beim Auto fahren, nach 50 Jahren sollte man sein Wissen mal überprüfen.“

Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC, sagt: „Die Rechtslage ist in vielen Lagen nicht sofort ersichtlich.“ Auch er habe teils Schwierigkeiten gehabt, die Fragen des Quizzes zu beantworten.

Der siebenjährige Valentin probiert den Parcours aus.

Praktisch geht es dagegen auf der Landebahn des ehemaligen Militärflugplatzes zu. Während BMX-Cracks ihre Kunststücke zeigen und altertümliche Zweiräder vorgeführt werden, ist ein Dreijähriger nicht zu bremsen. „Nochmal“, ruft Jonne seinem Vater zu, nachdem er nach dessen Angaben bereits „zwanzigmal“ mit seinem kleinen Rad durch die Slalomhütchen und -stangen des „Kinderparcours“ gestrampelt ist. Viele Mädchen und Jungen haben dort ihren Spaß, aber Jonne gehört zu den Jüngsten mit Fahrrad. „Er fährt erst seit drei Wochen“, sagt Helge Bauer. Erstmals ist die Familie aus Petterweil bei Bad Vilbel zu dem Fest gekommen: „Gerade für Kinder ist das eine tolle Sache“, sagt der 30-Jährige.

Erwachsene können sich über Touren oder öffentlichen Nahverkehr informieren und Lastenräder Probe fahren. Hinter dem früheren Tower lassen Radbesitzer ihre Fahrräder codieren. 13 Euro kostet der Service, für ADFC-Mitglieder acht. Diebes-Banden würden sich an codierte Räder weniger ran trauen, weil die Polizei so nachvollziehen könne, dass sie gestohlen seien, sagt eine Helferin.

Florian Kluth vom BMX-Laden Deep End im Ostend zeigt Kunststücke, hier die Figur „Cowboy“.

Am Stand der „AG Technik“ des ADFC strahlt Iris-Bianca Schwarz über beide Ohren. Techniker Christof Beschorner hat ihr gegen Spende einen Achter im Hinterrad korrigiert. „Nach einem Unfall hat er ordentlich geeiert“, sagt die 53-Jährige. Nun laufe das Rad wieder zu „99 Prozent“ gerade. Spontan habe sie ihr Velo zur kurzen Inspektion gegeben. Unter anderem Bremsen, Tret- und Radlager sowie Luftdruck prüfe Beschorner, berichtet er. „Was man hier alles lernt“, sagt Schwarz als der Techniker ihr zeigt, wo sie den passenden Reifendruck am Mantel ablesen kann.

Nebenan geht es um die Verpflegung. So wie viele Besucher wollen sich Elke Drechsler und Monika Fitz noch mit Kaffee und Kuchen eindecken: „Man kombiniert hier Sport mit Genuss und Information“, sagt Drechsler. Ihre Rückreise treten die beiden dann natürlich – wie die meisten Besucher – auf Zweirädern an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare