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Der Alte Flugplatz ist bei Menschen sehr beliebt. Foto: Rolf Oeser

Kalbach/Bonames

Neues Konzept für Alten Flugplatz Kalbach/Bonames

  • vonJonas Wagner
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Die Stadt will das Areal an der Nidda bis 2022 zum Umweltbildungsort entwickeln. Geprüft wird zudem, ob eine Erweiterung möglich ist.

Bis zur Jahresmitte 2022 will die Stadt Frankfurt Klarheit darüber schaffen, wie es mit dem Alten Flugplatz Bonames/Kalbach weitergehen soll. Dies teilt das dafür verantwortliche Umweltamt auf FR-Anfrage mit. Man wolle ein Gesamtkonzept zur „langfristigen Entwicklungsplanung“ erstellen, „bei dem die derzeitigen Funktionen Umweltbildung, Natur- und Landschaftsschutz und umweltverträgliche Naherholung weiterentwickelt werden sollen“.

Zudem prüfe man eine mögliche Erweiterung des Areals. Auch habe es kurzfristige Pläne gegeben, die Angebote vor Ort auszubauen – die Corona-Pandemie habe diesen allerdings größtenteils einen Strich durch die Rechnung gemacht, so das Umweltamt weiter. Dennoch will man in diesem und im kommenden Jahr Fachkonzepte zu den einzelnen Themenfeldern erarbeiten.

Seit 1992, als die Stadt Frankfurt den Flugplatz erwarb, hat sich vieles verändert. Militärhubschrauber landen hier schon lange nicht mehr. Stattdessen ist der Alte Flugplatz, gelegen direkt an der Nidda zwischen Bonames und Kalbach, zum beliebten Ausflugsziel geworden. Denn hier, im Frankfurter Grüngürtel und in unmittelbarer Nähe zum Niddaradweg, gibt es etwa mit dem Feuerwehrmuseum, dem Towercafé und der Natur, die sich das Gelände teilweise zurückerobert hat, viel zu sehen. Die Umgestaltung Anfang der 2000er Jahre erhielt viel Lob und wurde von der Fachwelt prämiert. Viele Besucher machen sich seitdem auf den Weg in den Frankfurter Norden.

Seit Jahren setzen sich die Ortsbeiräte 12 (Kalbach-Riedberg) und 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) für die Weiterentwicklung des Alten Flugplatzes ein. Ein in der jüngsten Sitzung des Kalbacher Stadtteilgremiums verabschiedeter Antrag sieht etwa vor, das Towercafé in ein „Zentrum für Natur, Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung“ umzuwandeln, um Besucher dort über diese Themen sowie über die Bedeutung des Ortes zu informieren. Die Stadt zeigt sich aufgeschlossen gegenüber der Idee: Es sei „Bestandteil der konzeptionellen Überlegungen“, den Alten Flugplatz zu einem Umweltbildungszentrum weiterzuentwickeln, heißt es aus dem Umweltamt. Mit den Beteiligten liefen aktuell Gespräche.

Anders sieht es bei der vom Ortsbeirat 12 ebenfalls angedachten Renaturierung des Niddaverlaufes im Bereich des Alten Flugplatzes aus. Dafür gebe es „derzeit keine konkreten Pläne“, ließ das Umweltamt die FR wissen. Nach Ansicht der Kalbacher Lokalpolitiker ist eine „Überarbeitung des landschaftsökologischen Sanierungskonzepts überfällig“, wie es in dem Antrag heißt. Das damals noch von der US-Armee genutzte Militärareal sei in den Konzepten der 1980er Jahre ausgespart worden. „Deshalb entspricht die Gestaltung des Niddaflusses im Bereich des alten Flugplatzes eher einem Kanal als einer naturnahen Landschaft mit typischem Auen- und Flusscharakter.“

Der Kalbacher Ortsbeirat wünscht sich eine Renaturierung der Nidda am Alten Flugplatz. rolf oeser

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