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Mehr Solarstrom im Ortsbezirk

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Die CDU im Ortsbeirat 10 will mehr Solaranlagen auf den Hausdächern des Frankfurter Nordens.
Die CDU im Ortsbeirat 10 will mehr Solaranlagen auf den Hausdächern des Frankfurter Nordens. © Rolf Oeser

Die CDU im Ortsbeirat 10 setzt sich für mehr Solarstrom auf den Dächern der Häuser im Frankfurter Norden ein. Den Agri- Photovoltaik-Überlegungen im Römer steht er skeptisch gegenüber.

Auf den Feldern rund um Frankfurt sollen Photovoltaik-Anlagen nicht gegen den Willen der Landwirte aufgestellt werden. Das war der Kern des Antrags von Robert Lange (CDU), der am Dienstag im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) verhandelt, formal angenommen, in seiner Kernforderung aber abgelehnt wurde.

Ein Antrag der Römer-Koalition veranlasste Lange zu der Forderung, dass sogenannte Agri-Photovoltaik-Anlagen nur mit Zustimmung der Landwirte installiert werden dürfen. Die Stadtregierung will prüfen lassen, „wie Photovoltaik auf Ackerflächen mit der Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten kombiniert werden kann“. Dazu sollen Flächen identifiziert werden, die für die Solarmodule auf den Feldern besonders geeignet sind. Zudem sollen die Landwirte, die dazu bereit sind, beraten werden. Das Fraunhofer Institut hatte ermittelt, dass Agri-Photovoltaik ein großes Potenzial hätte. Nur rund vier Prozent der deutschen Ackerflächen würden ausreichen, um den gesamten Strombedarf in Deutschland zu decken.

Lange hat trotzdem Sorge: „In Frankfurt sind 80 Prozent aller Ackerflächen Pachtland. Die Landwirte sind praktisch abhängige Beschäftigte.“ Sie könnten durch die Solaranlage weniger Ertrag erwirtschaften. Der Gewinn durch die Photovoltaik dagegen fließe im Zweifelsfall an den Grundstückseigentümer. „Ich warne deshalb davor, es gegen die Zustimmung der Landwirte zuzulassen.“

Grundsätzlich befürwortet Lange den Einsatz von Solaranlagen. In seinem Antrag fordert er den Magistrat auf, Wege aufzuzeigen, wie mehr Solaranlagen auf die Dächer im Ortsbezirk 10 kommen. Auch solle die Stadtregierung regelmäßig über den Fortschritt berichten. Diesen beiden Punkten schloss sich der Ortsbeirat einstimmig an.

Kritik gab es am Kern der Forderung. Julian Langner (FDP), der wie Lange im städtischen Ausschuss für Klima- und Umweltschutz sitzt, entgegnete: „Wir haben einen laufenden Antrag in der Stadtverordnetenversammlung, der das prüfen soll.“ Warum sollte der Ortsbeirat einen weiteren Antrag stellen? Gegen den Willen der Landwirte könnten auf den Feldern keine Solaranlagen aufgestellt werden, wenn sie Eigentümer sind. „Sind sie Pächter müsste der Pachtvertrag gekündigt werden. Das wird wahrscheinlich nicht erfolgen.“

Dem schlossen sich die Grünen an. Jürgen Eiselt erklärte, um solche Agri-Photovoltaik-Anlagen aufzustellen „braucht es einen Bebauungsplan“. Michael Bartram-Sitzius (SPD) erwiderte Lange: „Es stehen doch fast alle landwirtschaftlichen Flächen in irgendeiner Weise unter Natur- oder Landschaftsschutz. Mit Bauen ist da nichts.“ So lehnte der Ortsbeirat den dritten Punkt ab.

Kreislandwirt Matthias Mehl äußerte sich auf Anfrage skeptisch zu den Agri-Photovoltaik-Überlegungen im Römer. Auf Feldern würden die Module verdrecken. „Das müsste der Betreiber reinigen.“ Ferner müssten die Module so platziert werden, dass man mit rund 25 Meter breiten Feldspritzen vorbeifahren kann. „Seit Jahren diskutiert man, dass Solaranlagen auf die Dächer müssen, da kommt die Stadt nicht voran, also denkt sie sofort an Ackerflächen“.

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