Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Anke Schröder inmitten eines Teils der 2500 Bücher in der Schulbibliothek.
+
Anke Schröder inmitten eines Teils der 2500 Bücher in der Schulbibliothek.

Bonames

Kinder an das Lesen heranführen

Der Ehrenpreis des Ortsbeirates 10 geht an die Bücherei der Bonameser August-Jaspert-Schule. Anke Schröder ist dort seit mehr als 20 Jahren aktiv.

Bücher zu lesen, das mag unter Kindern und Jugendlichen nicht mehr das angesagteste Hobby sein. An Anke Schröder liegt das aber sicher nicht. Die 55-Jährige leitet die Bücherei der August-Jaspert-Schule am Harheimer Weg in Bonames. Nun wurde sie dafür mit dem Ehrenpreis des Ortsbeirates 10 ausgezeichnet.

Der wäre normalerweise beim Neujahrsempfang des Gremiums verliehen worden, der wegen Corona aber ausfallen musste. Doch auch im kleineren Rahmen drückte Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) seine Dankbarkeit aus. Schröder ist seit 1999 ehrenamtlich in der Schulbücherei tätig. Durch ihre Arbeit „werden Kinder an das Lesen und an das Buch herangeführt“, sagte Lange.

Dafür stehen rund 2500 verschiedene Titel zur Verfügung, die Hälfte davon Sachbücher. Anke Schröder und ihr Team aus zehn bis 15 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen setzen diese Bücher unterschiedlich ein. So ist die Bücherei im Normalfall – während Corona ist die Grundschule nur für die Notversorgung geöffnet - in jeder großen Pause Anlaufstelle für die Kinder. Jede Klasse hat zudem alle zwei Wochen eine Bücherei-Stunde, die von der Lehrkräften frei gestaltet werden kann.

„Entweder kommt dann die ganze Klasse oder die Hälfte“, erzählt Schröder. „Manchmal sind es auch nur einzelne Kinder.“ Ziel ist in jedem Fall die individuelle Leseförderung, die auch in Form von so genanntem Tandemlesen erreicht werden soll.

Um immer ausreichend Lesestoff zu besitzen, ist die Bücherei an die schulbibliothekarische Arbeitsstelle (SBA) der Stadtbücherei Frankfurt angeschlossen. Darüber hat sie ein Budget, aus dem über eine Vorschlagsliste Bücher bestellt werden können. „Die kommen dann ausleihbereit hier an, das erleichtert unsere Arbeit“, sagt Schröder, die sonst als Sprechstundenhilfe bei einem Allgemeinmediziner arbeitet.

Doch manchmal muss sie auch Bücher nachbestellen. „Gregs Tagebücher“ zum Beispiel. „Die sind meist nach fünf oder sechs Ausleihen kaputt.“ Dafür oder für Wünsche, die über die Liste der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle hinausgehen, steht ihr Geld zur Verfügung, das sie aus Spenden oder dem Verkauf für die Bücherei unpassender Werke auf Flohmärkten generiert.

Bald könnte sie auch noch von einem Projekt profitieren, das Andreas Eggenwirth gerade anschiebt. Der FDP-Politiker aus dem Ortsbeirat 10 leitet selbst die Bücherei der Theobald-Ziegler-Schule in Eckenheim. Er hat neulich per Zufall eine größere Menge an Büchern erhalten, „die ideal für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren sind“. Darauf will er nun aufbauen, weitere Bücher einsammeln und an die Schulbüchereien im Ortsbezirk verteilen.

Einen ersten Schwung an Büchern hat er bei der Sitzung des Ortsbeirates bereits an Anke Schröder übergeben. Ebenfalls verbunden mit dem Ehrenpreis ist eine Spende von 500 Euro. Wie genau Schröder das Geld einsetzen will, weiß sie noch nicht. Sie freut sich vor allem über die Anerkennung ihrer Arbeit. „Ich komme aus Berlin, da gibt es so etwas nicht.“

Noch viel mehr als so ein Preis aber freuen sie Begegnungen mit den Kindern. Wenn sie auch Jahre später noch freundlich auf der Straße angesprochen wird, wenn sie die Freude in den Augen der lesenden Schüler und Schülerinnen sieht – dann weiß Anke Schröder, dass Lesen doch ein schönes Hobby sein kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare