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Mehr als 60 Kunsthandwerker hatten am Sonntag ihre Stände aufgebaut.

Bonames/Kalbach

Gemälde von Eintracht Frankfurt

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Ungewöhnliches lockte am Sonntag auf dem Kunsthandwerkermarkt am Alten Flugplatz. Besucher konnten an rund 60 Ständen schauen und kaufen.

Alle Blicke zielen auf die Hände von Cornelia Schwarz-Mager. Geschickt formt sie aus lehmigen´ Material auf der Töpfer-Scheibe eine Tasse. Die umstehenden Kinder schauen der Hobby-Töpferin auf dem „Oster-Künstler- und Kunsthandwerkermarkt“ am Sonntag auf dem Alten Flugplatz fasziniert zu. Ein Vater möchte seine Töchter zum Weitergehen animieren. „Wollen wir los?“, fragt er mit leiser Stimme. Prompt schallt ihm ein entschiedenes: „Nein!“ entgegen.

„Hier werden Leidenschaften geboren“, sagt Schwarz-Mager. Viele Eltern würden sie nach dem „Schau-Töpfern“ anrufen und fragen, wo ihre Kinder die Tonkunst erlernen könnten. Sie selbst habe „erst mit 50“ begonnen. „Man produziert etwas und weiß, was man getan hat“, sagt die Förderschullehrerin. Und weil ihre gesamte Familie schon mit getöpfertem Geschirr – „alles Unikate“ – versorgt sei, müsse sie wohl oder übel verkaufen, sagt Schwarz-Mager und lacht.

Mehr als 60 Kunsthandwerker präsentieren bei dem Markt ihre Waren. Dabei sind eine Flechtwerkstatt, eine Imkerei und Schmuckverkäufer. Außerdem gibt es Textilien, Hüte, gehäkelte Topflappen, Turnbeutel mit Lokalkolorit, etwa dem Aufdruck von Goethe- sowie Henningerturm, oder Schürzen mit Bembel und Geripptem. Besonders beliebt: Gemälde von Eintracht Frankfurt.

David May, der mit seinem kleinen Sohn aus Bockenheim angeradelt ist, hat die Einkaufstüte voll: ein Gemälde, Marmelade, eine Mütze und Kleidung für den Junior. „Dafür, dass ich nichts kaufen wollte, ist es schon einiges“, sagt der 38-Jährige und fügt hinzu: „Ich mag einfach Handgemachtes.“ Tom Schneider und Tanja Peters lassen sich bei „Löffelschmied“ Ralph Eckert auf das platt gepresste Besteck die Begriffe „Petersilie“ und „Basilikum“ stanzen. Mit Schlagbuchstaben schlägt Eckert vor den Augen seiner Kunden die Wörter in die Löffel, die er auf Flohmärkten eingekauft hat. So würden ihre Kräutergläser in der Küche eine „persönliche Note“ erhalten, sagt Peters. „Als Deko sieht das einfach gut aus“, ergänzt ihr Partner.

Wer am Stand von Barbara Welte kaufte, förderte damit ein Schulprojekt in Tansania.

Wer am Stand von Barbara Welte eine Wimpelkette, Holzspielzeug, Handtücher oder ein Daumenklavier kauft, das auf eine Konservendose geschraubt wurde, fördert damit ein Schulprojekt in Tansania. Die Produkte hat Welte mit ihrem „Fanaka-Förderkreis“ von Kooperativen in dem ostafrikanischen Land erworben. Mit dem Erlös werden Waisenkinder unterstützt, die sich durch das Geld ihren Internats-Aufenthalt, Schuluniformen und Bücher leisten könnten. „Wir haben gute Beziehungen und schauen, dass wir fair gehandelte Dinge kaufen“, berichtet die 77-Jährige. Die Wimpelketten etwa seien in einer „Frauen-Initiative“ gefertigt worden.

Hunderte Besucher bevölkern den ganzen Sonntag über den ehemaligen Militärflugplatz. Am 15. April wird es dann musikalisch. Um 19 Uhr spielt das „International Trio“. Verstärkung bekommen die Musiker vom Pariser Sopransaxophonisten Oliver Franc. Die Karten für 30 Euro können im „Tower Café“ des Flugplatzes erworben werden.

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