Die Mitglieder des Naturschutzvereins richten ein Grundstück am Kalbacher Niddapfad her. 
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Die Mitglieder des Naturschutzvereins richten ein Grundstück am Kalbacher Niddapfad her. 

Bonames

Bonames soll grüner werden

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Der Naturschutzverein stellt Blumenkästen auf und verwandelt brachliegende Gärten in Lehrpfad. In diesem Jahr hat er den Ehrenpreis des Ortsbeirates erhalten.

Es sind rund 1000 Quadratmeter, die die Mitglieder des Naturschutzvereins (NSV) Bonames derzeit beackern. Sie richten einen Garten her, der völlig verwildert war. Weil wegen der Corona-Krise aber derzeit nicht mit voller Kraft gearbeitet werden kann, verzögert sich das Vorhaben. Aber auch sonst ist der Verein gut beschäftigt.

Der Fokus liegt derzeit auf eben jenem Gartengrundstück am Kalbacher Niddapfad. Dieses „verwahrloste und vermüllte Grundstück am Rande von Bonames“ habe der Verein gepachtet, sagt Schriftführerin Eva Hueskes. Das Ziel: „Wir wollen daraus einen naturfreundlichen Mustergarten mit ortstypischen, aber selten gewordenen Pflanzen machen.“

Die Mitglieder des NSV haben schon diverse Bäume gefällt, Brombeersträucher ausgerissen und entrümpelt. Ein Bagger sollte auch schon eine Grube für einen Teich ausgehoben haben – aber dann kam Covid19 dazwischen. „Dann konnten wir nur noch zu zweit weiter arbeiten“, sagt Susanne Hisgen, Kassiererin des Vereins.

Daher wird sich die Fertigstellung des Gartens verzögern. Das betrifft zum Beispiel auch ein Insektenhotel, das auf dem Gelände entstehen soll. Das Gerüst steht zwar schon, aber gefüllt ist es noch nicht. Das sollte mit einer Gruppe von Schülern passieren, der Termin musste aber wegen Corona abgesagt werden.

Der Verein

Der Naturschutzverein  (NSV) Bonames hat derzeit 45 Mitglieder. Diese sind entweder aktiv und zahlen einen Monatsbeitrag von fünf Euro oder fördern die Arbeit mit zehn Euro pro Monat. Kinder, Jugendliche, Rentner und Arbeitslose müssen keinen Beitrag zahlen. Der Verein ist Mitglied im Vereinsring Bonames.

Spenden  nimmt der NSV gerne entgegen. Seine Kontonummer lautet DE51 5019 0000 6200 6098 49.

Kontakt  per E-Mail an verein@nsv-bonames.de. Fragen zur Vogelfutterabgabe beantwortet Michael Schloßnagel per E-Mail an 1vs@nsv-bonames.de. Infos unter www.nsv-bonames.de. bö

Wenn die Krise überwunden und das Grundstück schön hergerichtet ist soll der Garten als Lehrpfad dienen – mit verschiedenen Stationen „die aufzeigen, wie Gärten und Flächen naturnah gestaltet werden können“, erläutert Eva Hueskes die Idee. Geplant sind überdies unter anderem eine Vogelschutzhecke, eine Totholzecke, ein Trockenrasen mit Sandkuhle, eine Insektentränke und Infokästen.

Gepflanzt wurde bereits auch ein Kirschbaum auf dem Gelände. Der Ortsbeirat 10 spendete einen entsprechenden Setzling einer 200 Jahre alten Kirschsorte. Er war Teil des Ehrenpreises, den das Stadtteilgremium in diesem Jahr an den Naturschutzverein verliehen hat. Den Preis erhalten Einzelpersonen, Geschäfte oder Vereine, die sich mit ihren Aktivitäten in besonderer Weise im Ortsbezirk verdient machen. Die damit verbundenen 500 Euro haben die Naturschützer in ihre Gartenarbeit investiert.

Doch die Aktivitäten der Mitglieder, die sich am 3. Mai 2016 zum Verein zusammengeschlossen haben, beschränken sich nicht nur darauf, verwilderte Gärten wieder herzurichten. Neben dem Naturschutz will der Verein zum Erhalt und zur Verbesserung der Lebensqualität in Bonames und Umgebung beitragen. So wollen die Mitglieder voraussichtlich für den 16. Mai zu einer gemeinsamen Pflanzaktion im nördlichen Stadtteil aufrufen. Geplant ist, die Blumenkästen in Bonames neu zu bepflanzen, die der Verein gegen eine Spende bereits zahlreich an verschiedenen Standorten aufgestellt hat.

„Durch diese Aktion wollen wir das Stadtbild verschönern und Nährpflanzen für Insekten und Nahrung für Vögel bereitstellen“, erklärt Hueskes. Wer mitmachen möchte und noch keinen eigenen Blumenkasten hat, kann diesen gegen eine Spende erwerben und damit sein Grundstück schmücken.

Ein weiteres Projekt, das der Verein seit 2017 betreibt, sind die Nisthilfen. Weit mehr als 350 Stück sind es aktuell, weitere sollen folgen. Grundstock damals war ein Erbe eines früheren Vogelschutzvereins in Bonames, der 230 dieser Kästen dem Nachfolger überlassen hatte. Mit diesen Behältern organisiert der Naturschutzverein eine ganzjährige Fütterung für Vögel.

Kürzlich konnten die Mitglieder durch Spenden 146 neue Nisthilfen sowie Fledermausquartiere anschaffen. Aufgestellt sind die Kästen nicht nur in Bonames, sondern auch am Friedhof in Eckenheim, in Preungesheim und entlang der Nidda, „kurz gesagt: im Frankfurter Norden“, erklärt Vereinsmitglied Susanne Hisgen.

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