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Auch die Band Deceiver ist beim Nordpark-Fest aufgetreten.
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Auch die Band Deceiver ist beim Nordpark-Fest aufgetreten.

Bonames

Bands lassen den Bonameser Nordpark beben

Festival-Premiere bei tropischen Temperaturen. Die Sportfläche wird dabei zum Tanzboden.

Viele Menschen standen noch in Viererreihen in einer langen Schlange bis unter die U-Bahn-Brücke in Heddernheim und begehrten Einlass in das Eschersheimer Freibad. Vereinzelte Stand-Up-Paddler genossen dagegen eher die Ruhe und Frische auf der Nidda in Höhe des Alten Flugplatzes. Derweil brannte die Sonne unbarmherzig auf den Nordpark in Bonames.

Dort sollten um 16 Uhr die ersten Musiker auf der Bühne stehen. Aber längst waren nicht alle Verstärker verkabelt, die Dixi-Klos gerade erst angeliefert worden und auf dem Camping-Doppel-Gaskocher köchelten schwach die ersten Kartoffeln für die Grüne Soße. Die sollte genauso wie Handkäse mit Musik und orientalischen Wraps neben Couscous und Falafel an einem anderen Stand zum kulinarischen Angebot des „Nordpark Festivals“ am frühen Abend gehören. Noch lieferte das Aggregat nicht genügen Energie für die Fritteuse. Vieles wirkte auf charmante Weise improvisiert.

Nicht weiter schlimm, denn erst wenige hatten wegen der unverhofften Hitze schon am Nachmittag den Weg auf das Basketball-Rechteck gefunden, das für das zweitägige Fest von den Ämtern freigegeben worden war. Die meisten suchten sich ein schattiges Plätzchen. Erst mal mit einem kühlen Drink ein wenig chillen, so war die Devise.

Trotz dieser lässigen Atmosphäre gelang es Vanja Dingeldein mit seinen intimen Stücken, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Und das, obwohl er in einem seiner Texte auch apokalyptische Träume thematisiert. Mehr Rock’n’Roll-Gefühl kam bei Matze Brunner alias Uncle Maze auf, der sich von einem Schlagzeuger begleiten ließ. „Gefallen euch meine Sommerhits?“, fragte der Sänger und Gitarrist ironisch, dessen melancholische Lieder, in denen er so herrlich zu leiden vermag, nicht alle sofort begeistern.

Aber langsam fanden sich mehr und mehr Leute ein. Kinder spielten Frisbee, Hunde streunten durch die Reihen, wo immer sie etwas Essbares zu erhaschen hofften. Neben der Bühne wurde spontan eine Bank zum Barbershop umfunktioniert. Den Soundtrack zur Open-Air-Schläfenrasur lieferte dann gleich Rapper Truzt9, der sich – den Ursprüngen des Hip Hop bewusst – zu seiner „schwarzen Seele“ bekannte.

Das Programmgestalter des Abends blieb weiterhin kontrastreich. Bei einsetzender Dämmerung kündigten die fünf Jungs der Band Deceiver einen „Heavy-Metal-Donner“ an, den sie weniger brutal als suggeriert in souverän interpretiertem klassischen Hard Rock mit zweistimmigen Gitarren präsentierten. Nach einer längeren Umbaupause schlug schließlich die Stunde von Gastone. Die Gruppe um Frontmann Giuseppe Porrello, der seit vergangenem Jahr einer der neuen Sänger der Söhne Mannheims ist und mit ihnen am 23. September ein Heimspiel im „Batschkapp Sommergarten“ geben wird, ist mit seinem von Polka, Ska und Balkan-Beats durchsetzten Sound ein Garant für gute Laune. Porrello singt seine Songs mal deutsch, mal englisch, mal italienisch. Letzteres passt bestens zu seinem kehligen Timbre, so wie man es von vielen Barden aus Italien kennt. Allein diese Klangfarbe verbreitete Urlaubsfeeling, wobei seine poetischen Zeilen durchaus auch nachdenklich stimmten. Titel seines Albums: „Bessere Welt“.

Vor allem aber animierte seine Musik zum Tanzen. Vom ersten Ton an gab es für die Festivalbesucher kein Halten mehr und der Basketball-Platz wurde kurzerhand in einen Dancefloor verwandelt.

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