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Laut wird es, wenn diese Bahn wieder aus Nieder-Eschbach zurück zur Station „Bonames-Mitte“ fährt. 

Bonames

Anwohner beklagen Lärm an der U-Bahn in Bonames

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Als Ursache gilt die hohe Geschwindigkeit der Wagen, die aber laut VGF alternativlos ist, um den Fahrplan einzuhalten. Auch eine Sanierung der Gleise werde keine Verbesserung bringen.

Wenn Thomas Kettner mit Freunden auf seiner Terrasse sitzt, kann er sich kaum unterhalten. Wenn er in der Küche steht, klappert das Geschirr im Schrank. Wenn er im Bett liegt, findet er kaum in den Schlaf. Schuld daran sei die zu schnell fahrende U-Bahn zwischen den Stationen Nieder-Eschbach und Bonames Mitte, die dadurch extrem laut an seinem Haus in der Hugo-Sinzheimer-Straße vorbeirausche. So zumindest stellte es Kettner in der Sitzung des Ortsbeirates 10 am Dienstag dar.

Ihm zur Seite sprangen mehrere Bürger. Auch sie beklagten eine eingeschränkte Lebensqualität, weil sie sich zum Beispiel nicht mehr in ihren Gärten aufhalten könnten, ohne den Lärm der nahen U-Bahn zu hören. Einer drückte seinen Gemütszustand besonders drastisch aus: „Ich könnte kotzen!“

Für Thomas Kettner und die anderen Anwohner, vor allem aus dem Bereich Hugo-Sinzheimer-Straße 32 bis 74, ist die Ursache des Lärmproblems klar: Das Tempo der Bahnen in diesem Gebiet. Kettner stellt klar, dass es lediglich um die Fahrten in der Fahrtrichtung von Nieder-Eschbach nach Bonames geht, nicht umgekehrt. Seit 2012 läuft der Kampf.

Die Wagen der Linien U2 und U9 würden mit bis zu 60 Stundenkilometer fahren, wodurch Werte von bis zu 85 Dezibel erreicht würden. „Das habe ich mehrfach auf meinem Balkon, 27 Meter entfernt, gemessen“, so Kettner. Er nennt die Geschwindigkeit in diesem Bereich, die seiner Forderung nach auf 25 Stundenkilometer gesenkt werden solle, eine „völlig unsinnige und ohrenbetäubende Raserei“, die „uns Anwohner Tag und Nacht terrorisiert“.

Deutliche Worte, die Karl-Heinz Lebisch nicht ganz nachvollziehen kann. Lebisch war als Vertreter der Verkehsgesellschaft Frankfurt (VGF) ebenfalls auf Einladung des Ortsbeirates in der Sitzung. Er eröffnete seine Rede damit, dass er nicht viel sagen könne, weil sich die VGF noch in einer juristischen Auseinandersetzung mit einem Anwohner befinde. Dieser Anwohner ist Thomas Kettner, der aber erklärte, dass er seinem Anwalt das Mandat entzogen habe und der Streit mit der VGF damit vorerst beigelegt sei.

Danach erklärte Lebisch, dass die Geschwindigkeit an dieser Stelle alternativlos sei, „damit der Fahrplan eingehalten werden kann“. Den wiederum mache die VGF nicht selbst, der käme von der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, „und wir sind angehalten, die Vorgaben umzusetzen und einzuhalten“. Das Tempo könne dort also nicht reduziert werden.

Auch anderen Vorschlägen aus der Bürgerschaft erteilte er Absagen. So gab es die Idee, mit weniger Wagen zu fahren, denn laut Kettner seien gerade abends die meisten Züge halb leer. Das mag stimmen, gab Lebisch zu, die Auslastung nehme aber Richtung Innenstadt meistens zu.

Ein andere Ansatz könnte die Sanierung der Gleise sein. Die soll im Sommer sogar erfolgen, verkündete der VGF-Vertreter. Sowohl die Gleise als auch die Schwellen und der Schotter sollen ausgetauscht werden. Aber, so machte es Lebisch deutlich, „eine wirkliche Verbesserung in Sachen Lärm wird es dadurch nicht geben“. In den ersten zwei Wochen, wenn die neuen Schienen eingefahren werden müssen, könnte es sogar noch lauter werden. Aber Lebisch bewertet die ganze Situation sowieso anders als die Anwohner. Er sei vor Ort gewesen und habe sich das Ganze „angehört“: „Ich sehe da keine Besonderheit.“

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