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Absperrung der Polizei am Fundort der Bombe im Nordend.
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Absperrung der Polizei am Fundort der Bombe im Nordend.

Bombe

Bombenfund im Wohngebiet in Frankfurt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Sprengung in einem der am dichtesten besiedelten Stadtteile Frankfurts notwendig. Rund 25 000 Menschen müssen die Gefahrenzone verlassen.

Im Frankfurter Stadtteil Nordend ist am Mittwoch bei Bauarbeiten eine 500 Kilo schwere Weltkriegsbombe gefunden worden. Der Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg lag in einer Baugrube in der Schwarzburgstraße, wo der Abriss des sogenannten Glauburgbunkers vorbereitet wird. Nach der Beurteilung des Kampfmittelräumdienstes sollte die britische 500-Kilo-Bombe schnellstmöglich gesprengt werden, da der Zünder laut Polizei „sehr unberechenbar“ ist.

Die Polizei informierte seit 15.30 Uhr die Bewohnerinnen und Bewohner mittels Lautsprecherdurchsagen und sollte die Vollständigkeit der Evakuierung kontrollieren sowie den Bereich bis zum Ende der Maßnahmen sperren. Dabei sollten auch eine Drohne und ein Polizeihubschrauber die Beamten unterstützen. Wann die eigentlichen Sprengarbeiten des Kampfmittelräumdienstes beginnen konnten, und wie lange diese dauern sollen, blieb zunächst unklar. Die Stadt setzte hat wegen des Bombenfunds die nächtlichen Corona-Ausgangsbeschränkungen für das betroffene Gebiet vorübergehend aus.

Die Evakuierung betraf einen Radius von 700 Metern um die Fundstelle. Betroffen waren laut Einwohnermeldeamt bis zu 25 000 Anwohnerinnen und Anwohner, die aufgefordert wurden, ihre Wohnungen schnellstmöglich zu verlassen.

Die Sprengstoffmenge und die Lage in einem der am dichtesten bewohnten Stadtteile Frankfurts waren für den Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt eine besonders große Herausforderung. Eine unkontrollierte Detonation würde laut Kampfmittelräumdienst massive Schäden an Gebäuden und eine große Gefahr für die Menschen im Nordend bedeuten.

Für Anwohnerinnen und Anwohner im Evakuierungsgebiet wurden eine coronagerechte Betreuungsstelle in der Eissporthalle eingerichtet. Die Polizei forderte die betroffenen Menschen auf, ihre Wohnungen „urlaubsreif“ zu verlassen. Evakuiert werden mussten auch Teile des Bürgerhospitals am Alleenring. Ein Sprecher der Klinik sagte auf FR-Anfrage, es sei ausreichend, die betroffenen Patientinnen und Patienten innerhalb des Krankenhauses umzuquartieren.

Das logistisch größere Problem für die Ordnungskräfte war es, den Durchgangsverkehr umzuleiten. Der Radius erstreckte sich vom Südzipfel des Hauptfriedhofs im Norden bis fast zum Anlagenring im Süden und von West nach Ost zwischen Holzhausenpark und Günthersburgpark. Daher waren so große Verkehrsadern wie der Alleenring, die Friedberger und die Eckenheimer Landstraße sowie der Oeder Weg zeitweise gesperrt. Die Polizei leitete den Verkehr bereits in Bockenheim von der A66 in Richtung Zeppelinallee ab.

Auch viele öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Straßenbahnen mussten umgeleitet werden. Die U-Bahnlinie 5 verkehrte nur zwischen Preungesheim und Hauptfriedhof.

Die erfolgreiche Sprengung einer ähnlichen Bombe im Main vor gut zwei Jahren hatte eine 30 Meter hohe Fontäne ausgelöst. Damals hatten die Ordnungskräfte und der Kampfmittelräumdienst aber wesentlich mehr Vorlaufzeit und konnten die Sprengung aufs Wochenende legen. Für die notwendigen Schutzmaßnahmen am Fundort der am Mittwoch gefundenen Bombe wurden unter anderem 40 Lastwagenladungen Sand herangekarrt, mit denen der Sprengkörper abgedeckt werden sollte, um Schäden an umliegenden Gebäuden möglichst gering zu halten.

Der Bombenfund wird im Nordend für weiteren Verdruss sorgen. Denn der Abriss des Glauburgbunkers ist umstritten. Viele Menschen rund um den Bunker befürchten monatelangen Lärm und Schmutz – nicht zuletzt, da auch Teile des Bunkers gesprengt werden sollen. Vor allem die Eltern der Kinder aus der Schwarzburgschule und aus dem Kinderzentrum Schwarzburgstraße, die direkt neben dem Bunker liegen, seien „massiv“ beunruhigt, sagt Gabriele Arnold von der Bürgerinitiative Glauburgbunker vor einigen Wochen. Der Abbruch sei nicht mit den Corona-Richtlinien zu vereinbaren.

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