Stadtentwicklung

2000 Wohnungen sollen am Frankfurter Römerhof entstehen

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Das Bauprojekt „Am Römerhof“ nimmt sich die Gründerzeit zum Vorbild. Es entstehen  2000 Wohnungen.

Man habe einen experimentellen Weg gewählt und sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt, sagte Mike Josef (SPD), Dezernent für Planen und Wohnen, über die ersten Schritte des geplanten Viertels „Am Römerhof“. Das Projekt, das mindestens 2000 neue Wohneinheiten südlich des Rebstockparks vorsieht, wurde am Freitag im Rahmen der Sitzung des Ortsbeirats 2 vorgestellt. Interessierte fanden sich zahlreich im Seniorenwohnheim Margarethenhof ein, ihr Fazit im Anschluss war überwiegend positiv.

Bisher einzigartig ist, dass kein Wettbewerb ausgeschrieben, sondern das Deutsche Institut für Stadtbaukunst an den Workshops mit den involvierten Ämtern beteiligt wurde. „Wir sind nicht vom Wohnraum ausgegangen, sondern haben die Siedlung vom öffentlichen Raum aus gedacht“, erklärte Christoph Mäckler, Direktor des Instituts, die ungewöhnliche Herangehensweise. Dabei habe man sich mit dem Städtebau zur Gründerzeit beschäftigt und sich angeschaut: „Wie liebt es die Bevölkerung?“ Begehungen durch die beliebtesten Wohnviertel Frankfurts haben Antworten gebracht.

Typisch für Gründerzeit seien Alleen, Vorgärten und Innenhöfe unterschiedlichster Form – verdeutlicht wird das anhand von Fotos aus dem Nordend und Bornheim. Keinesfalls solle ein „Schlafviertel“ entstehen. „Damit ein Café nicht nur gedacht wird, muss die Siedlung auch tagsüber belebt sein“, so Mäckler. „Deshalb soll es in den Hinterhöfen teilweise Gewerbeflächen geben.“ Ein zentraler Aufenthaltsplatz ist am Römerhof/Ecke Schmidtstraße geplant, das Vorbild: der Schweizer Platz. Langfristig soll dort einer, weiter westlich ein zweiter Anschluss an die U5 entstehen. Die Parksituation soll mit optisch versteckten Quartiersgaragen gelöst werden.

An Schulen ist gedacht

Zum „Stichwort: klimagerechter Städtebau“ merkte Martin Hunscher, Leiter des Stadtplanungsamts, an: „Die Fläche wird derzeit als Industriegebiet genutzt, deshalb werden fast ausschließlich bereits versiegelte Flächen bebaut.“ Für den kleinen Bereich des Grüngürtels, der wegfallen muss, sei eine Ausgleichsfläche in Nieder-Eschbach gefunden worden. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) werde verlagert, das Feldbahnmuseum und Kleingärten bleiben.

Schulen und Kitas sollten gleich zu Beginn gebaut werden, versicherte Stadtrat Josef. Es soll eine weiterführende Schule an Stelle der Containerschule „Gymnasium Römerhof“ und ein oder zwei Grundschulen geben. Die Sportanlage könne für den Schulsport genutzt werden.

Viele Wohnungen soll die Wohnungsbaugesellschaft ABG erstellen. Geschäftsführer Frank Junker sagte zu, 40 Prozent davon als gefördert zu deklarieren. „Zusätzlich werden 15 Prozent aller Flächen nach Konzeptverfahren an Wohngemeinschaften vergeben“, so Josef. Immer wieder wird klargestellt: Das bisherige Konzept ist rein stadtplanerisch, die Architektur folge. 2021 könnte es einen Bebauungsplan geben, stellt Josef in Aussicht. Wenn es so weit ist, wird es zwei Bauabschnitte geben: Erst das VGF-Gelände östlich der Schmidtstraße, dann der Rest.

Weiterhin sollen Bürger in die Planung einbezogen werden. Die Themeninseln zu Umwelt und Verkehr waren schon am Freitag hochfrequentiert. Kritik und Wünsche wurden gesammelt: Die Straße am Römerhof sei bereits jetzt häufig überlastet. Ein schöner Marktplatz, Raum für Künstler und Ökobauweise seien ein Muss. Einige zeigten sich von der Mischung aus Historie und der Rücksicht auf Gewerbe positiv überrascht. Im Europaviertel und dem Rebstock hofft man darauf, vom neuen Nachbar zu profitieren.

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