+
Yoldas (li.) und Cagdas Telli lieben Bockenheim, Frida Kahlo und Kaffee.

Frida’s Café

Frida’s Café auf der Leipziger: „Wir wollen auch ein Kulturcafé sein“

  • schließen

Die Telli-Brüder wollen auf der Leipziger Straße in Frankfurt nicht nur leckeren Kaffee anbieten. Auch Jazzabende und Lesungen sind geplant.

In Frankfurt eröffnen immer neue Cafés. Wir haben uns drei davon genauer angeschaut. Vom Stehcafé im Bahnhofsviertel über ein Museums-Café mit eigener Bäckerei bis zum Café, bei dem man auf Frida Kahlo trifft.

In einer Hand die Kippe, in der anderen hält Frida Kahlo eine Kaffeetasse vor ihrer linken nackten Brust. „Manche Leute kommen nur rein, weil sie unbedingt ein Foto von Frida Kahlo machen wollen“, erzählt Cagdas Telli (26) und lacht. Zusammen mit seinem Bruder Yoldas (24) betreibt er seit Anfang April das Frida’s Café auf der Leipziger Straße in Bockenheim.

Kahlo hängt als großes, buntes Gemälde unweit einer der großen Fensterfronten. „Sie war eine Feministin, eine sehr eigenwillige Persönlichkeit. Das passt zum Spirit der Leipziger Straße. Gegenüber ist das alternative Zentrum Exzess“, sagt Yoldas Telli. Zum Lesen gibt es auch etwas, es kann zwischen der „New York Times“ und der FR ausgewählt werden.

Wichtig ist den Brüdern, dass das Frida´s Café ein Ort der Ruhe für die gehetzten Stadtmenschen sein soll. Draußen in der Sonne, wenn sie wie dieser Tage scheint, kann man seinen Kaffee trinken oder Mittag essen. Drinnen strahlt warmes Licht von der Decke, die altrosa Stühle und das Sitzsofa sind hübsch und gepolstert. Die Theke ist türkis gestrichen.

Die Brüder sind in Bockenheim aufgewachsen. Der Vater betrieb viele Jahre das anatolische Restaurant Gundi wenige Meter weiter. „Wir kommen aus den Straßen Bockenheims nicht raus“, sagt Cagdas Telli. Er lebt jetzt in Nied. Sein Bruder Yoldas ist wieder nach Bockenheim zurückgezogen und das Gesicht des Cafés. Denn Cagdas Telli pendelt zwischen Frankfurt und Darmstadt. Vor zwei Jahren hat er dort die ehemalige Großraumdisko Natrix zu einer Event-Location umgewandelt.

Lesen Sie dazu auch:
„Toastado“: Goethe als Toast im Bahnhofsviertel
„Mehlwassersalz“: Einfach gutes Brot im Frankfurter MMK

Bis Ende des Jahres war das Frida´s Café noch das Café Berry’s. Dort gab es Eiscreme. Das ist vorbei. Denn die Brüder haben nicht nur die Räumlichkeiten umgebaut, sondern das Konzept komplett umgestellt. So gibt es die hauseigene Röstung namens „Frida’s Café“, die in Nürnberg hergestellt wird. „Und wir haben einen Barista eingestellt“, sagt Cagdas Telli. Dieser bereite den Gästen eben von der Tasse Filterkaffee (2,60 Euro) bis hin zu den angesagten handgefilterten gebrühten Kaffees (ab 4,50 Euro) zu. „Unser Kaffee schmeckt ausbalancierter. Ein starker Kaffee muss nicht bitter sein, auch wenn das viele Leute glauben“, sagt Barista Sam. Auch den auch immer populärer werdenden kalt gebrühten Kaffee (ab 3 Euro) kann man hier bestellen. Genauso wie frische Säfte und Ingwershots (2 Euro). Neben Kuchen gibt es auch vegane und vegetarische Sandwiches auf Holzbrettchen. Der Hummus ist hausgemacht. Geplant sei in den nächsten Wochen ein Frühstück, bei den man sich ähnlich wie beim Tapaskonzept, Essensschälchen individuell zusammenstellen kann. 

Zudem gibt es mittags zwei Gerichte: Eins ist vegetarisch, eins mit Fleisch. „Unser Koch kocht international. Und wie bei Mama soll es jeden Tag etwas anderes geben“, sagt Cagdas Telli. Abends ist noch nicht Schluss: „Unser Barmann bietet leckere Weine, Flaschenbier und Longdrinks an“, sagt Yoldas Telli. Denn das Café soll auch ein Treffpunkt sein. „Eat, Drink and socialize“, lautet ihr Motto . „Wir planen Jazz- und Bluesabende, aber auch Lesungen. Und Kabarettisten sollen auftreten. Wir wollen auch ein Kulturcafé sein“, so Cagdas Telli.

Frida’s Café, Leipziger Straße 108, täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare