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Studentin Ingalisa serviert ehrenamtlich Antipasti-Salate in der Ada-Kantine in der Mertonstraße 30. Wegen Corona wird jetzt in Zelten der Mittagstisch serviert.
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Studentin Ingalisa serviert ehrenamtlich Antipasti-Salate in der Ada-Kantine in der Mertonstraße 30. Wegen Corona wird jetzt in Zelten der Mittagstisch serviert.

Bockenheim

Wärmendes für Bauch und Seele

  • vonSabine Schramek
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In der Ada-Kantine in der Mertonstraße bekommen Bedürftige mit viel Liebe drei Gänge-Menüs serviert. Die Küche ist freitags bis sonntags von 13 bis 15 Uhr geöffnet. Das Projekt hat viele Unterstützer.

Besteck ist in weiße Servietten mit aufgedruckten Christsternen eingewickelt. Drei große Zelte mit Holztischen und Polsterstühlen auf Abstand laden zum Verweilen ein. Sterne hängen am Eingangsstand, an dem die Besucher Karten ausfüllen und Nummern ziehen. Aus der großen Küche duftet es nach Gebratenem und Geschmortem. Die „Ada-Kantine“ in der ehemaligen Akademie für Arbeit in der Mertonstraße hat am Wochenende von 13 bis 15 Uhr geöffnet. Längst hat es sich herumgesprochen, dass dort ein Ort der Ruhe, der Entspannung und des Genusses ist. In schöner Handschrift steht auf der Tafel „Antipasti-Salat mit Brot“, „Black Bean Burger“ und „Apfelkuchen“ – alles vegan.

Seit Stunden stehen sieben Männer und Frauen in der Küche und bereiten alles zu. Ehrenamtlich. Es sind „Guerilla-Chefs“, ein Zusammenschluss von Kochjunkies, die das Arbeiten in der Gastronomie respektvoller und moderner gestalten wollen. Michael Götz-Pijl (40) aus Frankfurt ist Berater für Zoll- und Außenwirtschaft. Auf das Koch-Netzwerk kam er durch Zufall. Der einzige Gastronom ist Simon Kolar (30), der das Restaurant Landhof Oftersheim bei Mannheim betreibt.

Das Koch-Netzwerk tauscht nicht nur Tipps und Tricks aus, sondern kocht ehrenamtlich für Suppenküchen, diesmal in der Ada-Kantine. Die Zutaten sind Spenden. Mehl, Gemüse, Nüsse, Obst, Gemüse, Limonaden, Wasser und Kaffee. Für 150 Leute, die sie verwöhnen wollen.

Normalerweise kümmern sich Ehrenamtliche der 250 Mann großen Helferliste um das Kochen von Freitag bis Sonntag. Jetzt decken sie Tische, rollen warme Decken zusammen, packen Tüten mit selbst belegten Brötchen und plaudern mit ihren Gästen. Wegen Corona ist Essen in den Räumen nicht möglich.

Da die Gäste Bedürftige sind, dürfen sie – mit Genehmigung vom Gesundheitsamt – in Zelten und im Hof auf Bierbänken sitzen. Studentin Ingalisa (20) fragt jeden, wie es ihm geht, ob er etwas braucht. Eine junge Familie aus Japan füllt dampfenden Kaffee in Tassen. „Wir sind noch nicht lange in Frankfurt, haben von dem Projekt gehört und wollten mitmachen“, sagt der Vater eines neunjährigen Sohnes.

Tim Schuster (43) ist einer der Gründer der Ada-Kantine. „Wir wollen allen ein gutes Gefühl geben und dass ganz unterschiedliche Leute Zeit miteinander verbringen können“, erzählt er. „Gesundes Essen mit Respekt“ nennt er die wöchentlichen Angebote, die die Gäste nichts kosten. „Wer kann und will, spendet, was er mag“, sagt Schuster. „Mittlerweile helfen uns auch viele unserer Gäste. Sie mögen das, was wir tun und wollen etwas zurückgeben.“

Die Initiative bekommt viel Unterstützung. Lebensmittel von der Tafel, von Food-Sharing und Geschäften, der Ortsbeirat, das Sozialrathaus und das Stadtteilbüro helfen bei der Miete. Jeder, der mitmacht, tut es unentgeltlich. Ein Urban Garden, Projekte und Diskussionen zu sozialen Themen, über Ernährung, und viel Miteinander verbinden die Menschen.

Wer das Angebot nutzen möchte, kann freitags, samstags und sonntags von 13 Uhr bis 15 Uhr zum Essen in die Mertonstraße 30 kommen. Das Projekt ist auf Spenden angewiesen, vor Ort oder unter www.betterplace.me/ada-kantine-ein-restaurant-fuer-alle .

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