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Vorgaben für den Kulturcampus

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Von: Boris Schlepper

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Die Möglichkeit, das Juridicum zu erhalten, soll im Architektenwettbewerb eingeplant werden.
Die Möglichkeit, das Juridicum zu erhalten, soll im Architektenwettbewerb eingeplant werden. © peter-juelich.com

Der Ortsbeirat will eine ausgewogene und gemischte Entwicklung des ehemaligen Uni-Areals. Die Möglichkeit, das Juridicum zu erhalten, soll im Architektenwettbewerb festgehalten werden.

Für eine ausgewogene, gemischte und nachhaltige Entwicklung des Kulturcampus spricht sich der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) aus. Mit einer gemeinsamen Vorlage von SPD und Grüne will das Gremium erreichen, dass der ehemalige Uni-Campus nicht mit Baumassen überfrachtet wird und das Juridicum an der Senckenberganlage erhalten bleibt.

Das Gremium hat dazu vor kurzem mehrheitlich eine ganze Reihe von Vorgaben beschlossen. So soll der Magistrat etwa darauf hinzuwirken, dass das Areal zu einem attraktiven, gemischten und nachhaltigen Gebiet entwickelt wird, das den Namen „Kulturcampus“ zurecht trägt, heißt es im Antrag von Carola Scholz (Grüne) und Martin Völker (SPD). Keine der bisher angedachten Nutzungen dürfe zu massiv dominieren. Der Neubau der Hochschule für Musik und darstellende Kunst soll südlich der Bockenheimer Landstraße entstehen. Zwischen den anderen geplanten Kultureinrichtungen möge die Stadt auch räumliche Synergien entwickeln.

Das Offene Haus der Kulturen möchte der Ortsbeirat weiter stabilisieren. Der Magistrat soll es dazu „schnellstmöglich hinsichtlich eines vertraglichen und finanziell tragbaren Pachtverhältnisses mit der ABG“ unterstützen, heißt es im Antrag. Dabei soll die Pachtvereinbarung auch die Nutzung der Räume im Gebäude des derzeitigen Studierendenhaus für Initiativen, Gruppen und Vereine aus dem Stadtteil Bockenheim ermöglichen.

Bei der Auslobung des gemeinsamen Realisierungswettbewerbs zum Kulturcampus mit dem Land soll die Stadt nach dem Willen des Gremiums ausdrücklich die Möglichkeit des Erhalts des Juridicums einplanen – „aus Gründen des Klima- und Baumaterialschutzes“. Dafür soll bereits im Wettbewerbs eine CO2-Bilanzierung berücksichtigt werden. Die ABG, die das Campus-Areal entwickelt, hat bislang gesagt, dass ein Erhalt des Gebäudes nicht möglich sei (die FR berichtete).

Die geplante Zwischennutzung des Juridicums als Unterkunft für Geflüchtete soll nach Ansicht des Ortsbeirats so umgesetzt werden, dass sie eine langfristige Verwendung der Räume mit vorbereitet und ermöglicht. Auf keinen Fall dürfe das Gebäude dadurch beschädigt werden. Nicht zuletzt fordern die Stadtteilpolitiker:innen, dass der Ortsbeirat und die Menschen im Stadtteil baldmöglichst über den Wettbewerb und die Planungen informiert werden.

Der Ortsbeirat wolle erreichen, dass der Kulturcampus „ein für Bockenheim und für die gesamte Stadt attraktives, nachhaltiges, möglichst grünes und durch Kunst und Kultur geprägtes Areal wird“, heißt es in der Begründung des Antrags. Hierzu müssten sich alle Akteure und Akteurinnen, die bisher mit der Vorbereitung des Architektenwettbewerbs befasst sind, einigen und zu Kompromissen bereit sein. „Die Flächen des Campus sind begrenzt und dürfen nicht durch überzogene Baumassenforderungen überfrachtet werden“, erläutern Scholz und Völker. „Im Zentrum muss die Qualität der Gesamtentwicklung stehen.“

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