Wohnen

Zahl der Sozialwohnungen in Bockenheim unter städtischem Durchschnitt

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Stadtteilbüro und Initiativen wollen im Ortsbeirat über die Lebenssituation im Stadtteil informieren.

Vertreter des Stadtteilbüros Bockenheim werden in der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 2 über den Mietentscheid und die konkrete Situation im Stadtteil berichten. Vor knapp einem Monat kündigte das Wahlamt der Stadt Frankfurt an, dass die notwendige Anzahl von 15 000 Unterschriften für den „Mietentscheid Frankfurt“ erreicht wurden und das Bürgerbegehren nun dem zuständigen Rechtsamt zur Prüfung vorliegt. Mit dem Bürgerbegehren soll darüber entschieden werden, ob die städtische Wohnungsgesellschaft ABG nur noch ausschließlich geförderten Wohnraum errichten soll. Zudem sollen die Mieten aller Bestandsmieter, die Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, auf 6,50 Euro pro Quadratmeter gesenkt und künftig freiwerdende Wohnungen nur noch zu den Konditionen des geförderten Wohnungsneubaus vermietet werden.

Mit ungefähr drei Prozent beziffert Anette Mönich von der Initiative „Zukunft Bockenheim“ den Anteil an Sozialwohnungen in Bockenheim und fügt hinzu, „dass er damit deutlich unter dem städtischen Durchschnitt von etwa sechs bis sieben Prozent“ liegt. Sie bemängelt nicht nur, dass in den vergangenen Jahren im Stadtteil keinerlei neue Sozialwohnungen entstanden sind. Sondern auch, dass neu geschaffener Wohnraum stets im hochpreisigen Bereich liege.

Angst vor Ghettoisierung

Zudem weist sie mit Blick auf den Verkauf der Ladengalerie Leipziger Straße und dem Auslaufen der Mietpreisbindung für 36 weitere Wohnungen in der Grempstraße darauf hin, dass selbst „die verbliebenen drei Prozent Sozialwohnungen rapide abgebaut werden“.

In der Sitzung des Ortsbeirats 2 wollen die Mitglieder des Stadtteilbüros auch über Vorurteile gegenüber sozialen Wohnungsbau aufklären. Denn Verfechter des Mietentscheids werden häufig mit dem Vorwand konfrontiert, öffentlich geförderter Wohnungsbau würde die soziale Mischung des Viertels dergestalt verändern, dass es zu einer sozialen Ghettoisierung komme, berichtet Mönich. Dabei bezeichnet sie gerade Bockenheim „mit seiner demographischen, ethnischen und sozialen Durchmischung“ als ein gelungenes Beispiel für die sinnvolle Verteilung sozialen Wohnungsbaus in einem Stadtteil. Denn statt diese nur in einem Bereich zu konzentrieren, seien die Sozialwohnungen in Bockenheim hingegen „ganz normal und gut über den Stadtteil verteilt“, so Mönich.

Der Ortsbeirat 2 tagt am Montag, 25. März, um 19 Uhr im Restaurant der Residenz Rebstockpark, Leonardo-da-Vinci-Allee 29.

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