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Umbau der Schloßstraße bis 2024

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Die neuen Verkehrsschilder in der Schloßstraße schützen nicht wirklich den Radverkehr, findet der Ortsbeirat.
Die neuen Verkehrsschilder in der Schloßstraße schützen nicht wirklich den Radverkehr, findet der Ortsbeirat. © ROLF OESER

Schilder, Markierungen, Überholverbote: Viel zu lange wird in der Schloßstraße in Bockenheim herumexperimentiert, um die Situation für den Auto- und Radverkehr zu verbessern. Der Ortsbeirat fordert nun einen kompletten Umbau der Straße bis 2024.

Zu lang wird in der Schloßstraße herumexperimentiert. So denken viele Menschen in Bockenheim. Anstatt den 700 Meter langen Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Rödelheimer Straße so umzugestalten, dass Autofahrer:innen und Radfahrer:innen gleichberechtigt unterwegs sein können, wurde zuletzt versucht, mit Schildern, Markierungen oder Überholverbot von Radfahrenden die Verkehrssituation zu regeln. Grüne, SPD und Linke im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) haben jetzt genug von all den Provisorien und fordern, den Umbau der Schloßstraße bis 2024 umzusetzen.

Das ist die Kernaussage eines gemeinsamen Etat-Antrages, der in der Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) kommenden Montag abgestimmt wird. Das sei ein sportliches Vorhaben, aber nicht unmöglich, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Völker. „Beginnt man jetzt zügig mit der Planung, schreibt die Arbeiten dann schnell aus, bleibt 2024 für die Ausführung“, sagt er. Der Wille müsse da sein, ergänzt Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Hammelmann. Und Grünen-Sprecherin Katrin Haus meint: „Alles eine Frage der Kosten und der Priorisierung.“

Bei der Fülle der umzusetzenden Projekte wie die Umgestaltung fahrradfreundlicher Nebenstraßen oder die Verkehrsberuhigung Innenstadt, ist aber fraglich, ob die Schloßstraße nicht hinten runterfällt. Stefan Lüdecke, Sprecher von Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne), wollte sich dazu nicht äußern und den Beschluss des Stadtteilparlamentes abwarten. Mit Blick auf einen Ortstermin im vergangenen Jahr mit diversen Ämtern und der Polizei scheint eine schnelle Umgestaltung unrealistisch. Damals hieß es, das sei nicht vor 2025 möglich. Der Grund: Die Straßenbahlinie 13 soll, das ist so im Nahverkehrsplan 2025+ vereinbart, bis dahin reaktiviert werden und durch die Schloßstraße bis zur Endhaltestelle Industriehof fahren. Eine vorherige Umgestaltung der Schloßstraße sei daher ausgeschlossen. Auch seien die Planungen für den Radschnellweg Frankfurt-Vordertaunus FRM 5, der durch die Schloßstraße verläuft, noch nicht abgeschlossen.

Völker und Hammelmann sehen darin kein Problem. Grundlage für die Umgestaltung soll ein als Idee vom Radfahrbüro präsentierter Entwurf sein. Dieser sei schnell und relativ günstig umzusetzen. Demnach rollt der Verkehr auf der asphaltierten Straßenbahntrasse. Die einstige Fahrbahn steht Radfahrern zur Verfügung. So könnten die Parkplätze am Straßenbahnrand erhalten bleiben. Eine Begrünung der Gleise sieht diese Variante nicht vor. Dafür gibt es Platz für Bäume am Fahrbahnrand.

Seit Jahren wird im Stadtteil und im Ortsbeirat die Verkehrssituation in der Schloßstraße diskutiert. Hochgekocht war das Thema zuletzt, weil der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club bemängelt hatte, dass beim Überholen auf dem genannten Abschnitt der Mindestabstand zu Radfahrer:innen nicht einzuhalten sei. Zudem seien Radstreifen und Parkplätze am Straßenrand zu nah aneinander platziert. Wenn sich eine Autotür unbeadacht öffne, bestehe Sturzgefahr für den Radverkehr.

Überholverbot, Schilder und Aufklärung durch die Polizei hätten zwar dazu beigetragen, dass sich die Situation zwischen Auto- und Radfahrer:innen etwas entspannt hat. Sicherer seien Radfahrer:innen aber nur unterwegs, wenn es eine getrennt geführte Radspur gebe. Um das schnell realisieren zu können, soll für die Vorplanung „Umbau Schloßstraße“ noch in diesem Jahr 50 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Zudem soll der Magistrat Stadtverordnete und Ortsbeirat Anfang 2023 über den Stand der Planung berichten. Laut Völker wird es höchste Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Straße sei seit Jahrzehnten vernachlässigt worden. Das bestätigt Hammelmann: „Sie ist in ihrer Grundstruktur seit 1968 unverändert.“

Der Ortsbeirat 2 tagt am Montag, 21. März, um 19 Uhr in der Aula der Georg-Büchner-Schule, Pfingstbrunnenstraße 15.

Der Entwurf des Radfahrbüros sieht vor, die Autos auf dem Gleisbett in der Mitte der Schloßstraße fahren zu lassen, damit der Radverkehr jeweils rechts und links davon eine eigene Fahrspur erhält.
Der Entwurf des Radfahrbüros sieht vor, die Autos auf dem Gleisbett in der Mitte der Schloßstraße fahren zu lassen, damit der Radverkehr jeweils rechts und links davon eine eigene Fahrspur erhält. © N.N.

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