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Mit der Radstrecke in der Schloßstraße in Bockenheim hat sich der Ortsbeirat 2 mehrfach befasst.
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Mit der Radstrecke in der Schloßstraße in Bockenheim hat sich der Ortsbeirat 2 mehrfach befasst.

Kommunalwahl in Frankfurt

Frankfurter Ortsbeirat 2: Thomas Gutmann von den Grünen wird Ortsvorsteher

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Grüne werden nach der Wahl erstmals stärkste Fraktion im Stadtteilparlament für Bockenheim, Kuhwald und das Westend. Die CDU unterstützt die Wahl eines Grünen zum Ortsvorsteher.

Bei den Grünen im Ortsbeirat 2 ist die Freude groß. Erstmals ist die Fraktion stärkste Kraft im für Bockenheim, Kuhwald und das Westend zuständigen Stadtteilgremium geworden, in dem rund 71 700 Menschen leben. Fast 32 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben den Grünen bei der Kommunalwahl ihre Stimme. Sechs Sitze haben sie jetzt – und damit CDU (4 Mandate) und SPD (3) hinter sich gelassen. „Das war ein geniales Ergebnis“, sagt Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Haus. 2011 hatte die Fraktion schon einmal so viele Mandate geholt, damals war aber die CDU stärkste Fraktion.

Das gute Abschneiden führt Haus auf einen „grundsätzlichen Trend“ zurück. Die Themen der Grünen hätten „gesellschaftliche Relevanz“. Auch habe sich die Partei stark professionalisiert und sei sehr strategisch vorgegangen. Im Internet etwa ist das Wahlprogramm in einer Lang- und Kurz-Fassung zu lesen – in verschiedenen Sprachen. Dort können nicht nur die Themen der Fraktion, dass keine Straße ohne Baum bleiben soll, der „Kulturcampus“ endlich umgesetzt und der Westbahnhof barrierefrei wird, nachgelesen werden. Auch wie man als ausländische Wählerin oder ausländischer Wähler seine Stimmen hat vergeben können, war dort erklärt.

Kommunalwahl in Frankfurt: Grüne Gewinner wollen mit allen reden

Als stärkste Kraft wollen die Grünen überdies den Ortsvorsteher stellen. Der Fraktionsvorsitzende Thomas Gutmann soll den Posten übernehmen, sagt Katrin Haus. Da er dem Gremium bereits seit 2011 angehört, habe er im Gegensatz zu ihr Erfahrung und sei im Ortsbezirk „total verwurzelt“. Haus wünscht sich, dass Gutmann von möglichst vielen der Ortsbeiratsmitglieder mitgetragen wird. Die Grünen wollen deshalb mit allen anderen Fraktionen und Wählergruppen sprechen. Das Okay der CDU haben sie bereits, und damit eigentlich ausreichend viele Stimmen. „Wir unterstützen den Vorschlag“, sagt der noch amtierende Ortsvorsteher Axel Kaufmann. Er finde, dass es das „richtige Signal“ sei, wenn die Grünen als stärkste Fraktion dem Gremium vorsitzen.

Bislang hat diese Aufgabe die CDU übernommen, die auf den zweiten Platz gerutscht ist. Das Ergebnis sei unbefriedigend, sagt Spitzenkandidat Kaufmann. Enttäuschend sei, dass sie auch ein Mandat verloren haben. Eine Erklärung hat er nicht. An seiner Person habe es nicht gelegen, findet er. „Ich habe ein gutes Ergebnis erzielt.“ Knapp 7500 Stimmen aus dem Ortsbezirk hat er bekommen, nur die ersten fünf Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen konnten mehr einheimsen.

Kaufmann vermutet, dass ökologische Themen und der Wunsch nach mehr Fahrradfreundlichkeit in Frankfurt vor allem den Grünen zu Gute kam, auch wenn diese durch SPD-Verkehrsdezernent Klaus Oesterling ebenso die SPD hätte stärken können. Doch sei es mitunter nicht nachvollziehbar, wie sich die kommunale Politik in den Wahlergebnissen übersetze. Schließlich habe die CDU sich ebenfalls für Radwege stark gemacht und etwa ein Umweltgutachten für die geplante Untertunnelung des Grüneburgparks gefordert, damit die Grünanlage keinen Schaden nimmt.

Kommunalwahl in Frankfurt: SPD im Ortsbeirat beklagt „herbe Klatsche“

Für die SPD sei die Wahl eine „herbe Klatsche“, sagt Martin Völker. Die Sozialdemokraten fallen von 21,8 auf 14 Prozent. „Wir sind maximal enttäuscht.“ Seine Fraktion habe dem Megatrend der Grünen „nichts entgegenzusetzen“ gehabt. Streitereien im Magistrat seien vor allem zu Lasten von CDU und SPD ausgetragen worden, „die Grünen haben sich geschickt herausgehalten“, so Völker. Ähnlich habe es sich auch auf Ortsbeiratsebene abgespielt.

Die fahrradfreundliche Umgestaltung des Grüneburgwegs etwa sei maßgeblich der SPD zuzuschreiben, dennoch hätten die Wählerinnen und Wähler den Grünen ihr Kreuz geschenkt, „das ist frustrierend“, so Völker, „da müssen wir besser vermitteln“. Das gelte auch dafür, dass es in der SPD nicht nur ältere Herrschaften gebe. Denn nur wenige Jungwähler:innen hätten für die SPD gestimmt. Dabei sei der Generationswechsel bereits in den Ortsvereinen angekommen.

Nur wenig Veränderungen gab es bei der FDP, die sich marginal verbessern konnte und nach wie vor zwei Mandate erhält. Die Linke hat fast zwei Punkte verloren, kann aber mit 9,8 Prozent nach wie vor zwei Mandate besetzen. Neu in den Ortsbeirat wird Ökolinx mit Helena Szlamenka einziehen. Mit 2,6 Prozent bekommen sie einen Sitz. Ebenso die Bürger für Frankfurt, die 1,5 Prozentpunkte verloren haben.

Die Piraten sind auf 1,3 Prozent gefallen und werden nicht mehr im Ortsbeirat vertreten sein. Sie sind hinter „Die Partei“ (2,1) gelandet, die aber auch kein Mandat ergattern konnte.

Weitere Informationen zu den Themen des Ortsbeirats 2 finden Sie im Internet unter fr.de/obr2. Die Serie zu den Ortsbeiräten gibt es unter fr.de/obr-wahl

Die Grünen haben am besten abgeschnitten.
Thomas Gutmann (Grüne) wird voraussichtlich neuer Ortsvorsteher im Zweier.
Katrin Haus ist Spitzenkandidatin der Grünen im Ortsbeirat 2.
Axel Kaufmann ist Spitzenkandidat der CDU und noch amtierender Ortsvorsteher.
Martin Völker ist Spitzenkandidat der SPD im Ortsbeirat 2.
Sophie Hartmann ist Spitzenkandidatin der FDP.
Hans-Jürgen Hammelmann ist Spitzenkandidat der Linken.
Helena Szlamenka ist Spitzenkandidatin von Ökolinx.
Knut Emmert ist Spitzenkandidat der Bürger für Frankfurt im Ortsbeirat 2.

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