1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Bockenheim

Tanzen bis in die Dämmerung

Erstellt:

Von: Sebastian Theuner

Kommentare

Lea Rosenbusch (l.) und Laura Badusche vom Verein Begegnen in Bockenheim organisieren das Fest mit.
Lea Rosenbusch (l.) und Laura Badusche vom Verein Begegnen in Bockenheim organisieren das Fest mit. © Peter Jülich

Nach zwei Jahren Pause soll im September wieder das Kurfürstenplatz-Fest stattfinden. Der Verein Begegnen in Bockenheim, der die Feier organisiert, sucht noch Spenden und Helfende und Bands, die mitmachen wollen.

Wenn sie auf den 17. September dieses Jahres blickt, sei sie „völlig erwartungsfrei“, sagt Laura Badusche. An diesem Tag soll aus dem Kurfürstenplatz in Bockenheim eine Festmeile werden. Eine Bühne, auf der Frankfurter Künstlerinnen und Künstler auftreten, wird es geben, Infostände zu Themen wie Flucht und Migration. Workshops, einen Flohmarkt, vielleicht ein Tischtennisturnier. Manches steht noch nicht fest, anderes ist noch nicht spruchreif. Doch die Planungen für das Kurfürstenplatz-Fest, kurz KuFü-Fest, 2022 werden konkreter.

Der gemeinnützige Verein Begegnen in Bockenheim organisiert die Feier zum fünften Mal. Los ging es 2013 und 2014, nach einer Pause wurde das Projekt 2018 wiederbelebt; dann kam Corona. Laura Badusche gehört zum ersten Mal zum Planungsteam. Mit ihrer Kollegin Lea Rosenbusch sitzt sie an jenem Nachmittag im Stattcafé in der Grempstraße und sagt: „Corona hat für viel Einsamkeit gesorgt. Ich freue mich mega auf das Fest!“

Die Idee dazu wurde einst durch den Anblick des Kurfürstenplatz geboren, erzählt Lea Rosenbusch. „Ein großer Platz, aber verlassen und traurig, da dachten wir: Den müssen wir beleben.“ Sie kennt das Fest aus vorpandemischen Tagen, half schon damals mit. Ein Flohmarkt und ausgestellte Kunst gehörten damals zum Programm, sogar eine Band aus Leipzig kam vorbei und trat auf. Der Grundgedanke des Konzeptes: solidarisch und nicht kommerziell. „Wir wollen kein Geld verdienen und das Fest so barrierefrei wie möglich gestalten. Alle sollen teilhaben können.“

Innerhalb des Organisationsteams, das aus zirka 15 Leuten besteht, erlebt Rosenbusch nach zwei „schleppenden“ Pandemiejahren einen „totalen Schwung“. Im Februar haben sie losgelegt und Arbeitsgruppen gegründet, die sich um Infostände, Imbissbuden, Flohmarkt oder den Kontakt zu Behörden kümmern. „Wir arbeiten in flachen Hierarchien und mit viel Eigenverantwortung“, sagt Laura Badusche, „da vertraut eine dem anderen.“

Durch den nicht-kommerziellen Charakter ist das KuFü-Fest auf Unterstützer:innen angewiesen. Der Ortsbeirat 2 sagte 2800 Euro zu, auch von der Nassauischen Sparkasse, dem Sozialrathaus Bockenheim und der Stiftung Citoyen gibt es finanzielle Hilfe. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Aktion. Die Spenden werden etwa für ein Geschirrmobil benötigt – denn auf dem Fest soll es keine Wegwerfteller oder -becher geben. „Und auch die Künstler:innen wollen wir entschädigen“, sagt Lea Rosenbusch. Spenden wie Ideen zur Programmgestaltung sind im Verein willkommen. Initiativen, Vereine oder Bands auf der Suche nach Auftritten können sich an das Team wenden – ebenso wie Menschen, die im September selbst mit anpacken und beim Aufbau helfen oder Getränke ausschenken.

„Wichtig ist uns, dass an dem Tag etwas nachhaltiges entsteht“, sagt Laura Badusche. Etwa durch Hochbeete, die am 17. September begrünt werden. Auch mit einem Seniorenheim im Ortsbezirk sei eine Kooperation geplant, um ältere Menschen stärker einzubinden.

2019 seien geschätzt um die tausend Besucher:innen bei der Feier auf dem Kurfürstenplatz gewesen, erinnert sich Lea Rosenbusch. „Wir hatten zwei Mal hintereinander schönes Wetter“, darauf hofft sie auch dieses Jahr. Von zehn bis 22 Uhr soll das Fest dauern, und Rosenbusch weiß bereits, wie sie das Ende verbringen möchte: „Ich freue mich darauf, in der Dämmerung zu tanzen. Das war immer eine schöne Atmosphäre.“

Der Verein informiert im Internet unter www.begegneninbockenheim.org über das KuFü-Fest, ebenso auf dem Instagram-Kanal @begegneninbockenheim. Dort findet sich auch der Link zur Crowdfunding-Aktion auf der Website www.betterplace.org. E-Mail-Kontakt: info@beinbo.org.

Auch interessant

Kommentare