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Begrüntes Haus an der Ditmarstraße in Bockenheim.

Bockenheim

Städtische Gebäude begrünen

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FDP wünscht mehr Pflanzen auf Fassaden und Dächern. Kommune soll nicht nur Bürger beraten, sondern mit gutem Beispiel voran gehen.

Maria-Christina Nimmerfroh kommt häufig am Internationalen Familienzentrum an der Falkstraße vorbei. Das ist mit wildem Wein bewachsen, was der FDP-Frau aus dem Ortsbeirat 2 ausgesprochen gut gefällt. So gut, dass sie eine Anregung an die Stadt daraus gemacht hat. Anstatt nur die Bürger zu beraten, wie sie ihre Fassaden begrünen sollen, möge die Kommune doch mit gutem Beispiel voran gehen und selbst ihre Gebäude mit Pflanzen umgarnen. Nach Willen der FDP soll der 2er dabei zum Pilot-Bezirk werden.

Nimmerfroh ist mit wildem Wein an der Wand aufgewachsen. „Meine Mutter hatte mir auch die Vorteile erklärt“, sagt sie. Die Fassade sehe nicht nur schöner aus, die Pflanzen verbessern die Luftqualität, absorbieren Schall, kühlen die Umgebung und helfen sogar bei der Wärmedämmung der Gebäude.

Möglichkeiten gebe es viele, Fassadenbegrünung, Dachgärten, vertikale Gärten. Das Programm „Klimabonus“ der Stadt verfolge den richtigen Ansatz, werde aber viel zu wenig genutzt. Viele Frankfurter könnten das auch nicht, weil sie Mieter und nicht Eigentümer eines Hauses seien.

„Mich erschreckt, dass die Stadt Hauseigentümer berät, aber kein städtisches Gebäude mit dieser Expertise versorgt“, sagt Nimmerfroh. Etwa das Sozialrathaus am Westbahnhof. Ein Neubau. „Da wurde nichts in diese Richtung gemacht, das erscheint mir aus der Zeit gefallen.“ Auch wenn die Stadt nur Mieter sei, sollte sie auf mehr Grün hinwirken.

Schuldächer nutzen

Potenzial sieht Nimmerfroh auch bei Kitas, etwa an der Falkstraße und Werrastraße. Gerade die habe ein großes Gelände und viel überbaute Fläche. „Auf der anderen Seite des Zauns am Öko-Haus geht es ja auch.“ Oder bei Schulen, der Max-Beckmann- oder Büchner-Schule mit viel Wand- und Dachfläche. Die Container der Franckeschule schlägt Nimmerfroh vor, weil „das Gebiet an den Grüngürtel grenzt“. Wünschenswert wäre auch mehr Grün an den Messehallen.

Günter Murr vom städtischen Baudezernat fallen ebenfalls Beispiele ein. Die Stadt begrünt nämlich gerne ihre Bauten. „Überall dort, wo es sinnvoll ist“, sagt Murr. Eine generelle Order zum Thema gibt es zwar nicht, aber bei jeder Dachsanierung und bei jedem Neubau denken die Fachleute nach, wie Flächen zusätzlich zu nutzen wären.

Dächer von Schulen eignen sich für viele sinnvolle Zusatz-Nutzungen. Wenn die Kinder zum Beispiel nur einen kleinen Pausenhof vorfinden, was in einer dicht besiedelten Stadt durchaus vorkommt, können Dächer zu begehbaren Pausenhöfen werden. Die neue Turnhalle der Schillerschule in Sachsenhausen wird ein solches Dach erhalten, ebenso die Bibliothek der Mühlbergschule.

Neun Schulen haben ein begrüntes Dach. Etwa die Liesel-Oestreicher-Schule in Preungesheim oder das Gymnasium Riedberg. Die Pflege übernimmt das Grünflächenamt. Andere Oberflächen haben Photovoltaik- oder Solaranlagen. Etwa die IGS Eschersheim. „Darunter kann ich nichts anpflanzen“, sagt Murr.

Nimmerfroh ist der Blick aufs Dach aber zu wenig. Jedes Gebäude soll einen Beitrag leisten, fordert sie. Und zwar mit Grün an Dach oder Fassade oder einem hängenden Garten, so viel soll das bedecken, wie das Haus an Grundfläche versiegelt.

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