Hier soll spätestens im April wieder ein Bistro laufen.

Bockenheim

Bockenheim: Spenden für tibetisches Bistro

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Betreiber warten nach einem Brand darauf, dass die Renovierung Fortschritte macht. Doch noch hapert es am Geld und an Elektrikern.

Gonpo und Lhamo Tseten stehen in ihrem Bistro in der Grempstraße 2. Der Boden ist staubig. Die Wände sind zwar von den schlimmsten Rußspuren befreit, doch viel ist nicht passiert, seit am 30. Oktober wegen eines Kochunfalls die gesamte Küche in Flammen stand. In einer Ecke stapeln sich Kisten mit Baumaterial, das für die neue Decke installierte Gitter baumelt leer über den Köpfen der Restaurantbetreiber aus Tibet.

Weil die Tsetens aufgrund mangelnder Sprach- und Landeskenntnisse keine Feuerschutzversicherung abgeschlossen hatten, bleiben sie zu einem großen Teil auf den Kosten für die aufwendige Renovierung sitzen. Die Polizei habe einen Schaden von rund 60 000 Euro festgestellt, sagt Migmar Dhakyel, eine Freundin der Familie.

Nun stehen die Gastronomen vor einem neuen Problem: Die Renovierungsarbeiten stocken, weil elektrische Leitungen noch nicht verlegt sind. Und ohne Strom keine Renovierung, ohne Renovierung kein Betrieb. Die Kosten für Elektrizität und Bodenfliesen wird zwar die Vermieter-Gesellschaft GWH übernehmen, wie Sprecher Marc Hohmann bestätigte. Aber: Laut GWH sei der engagierte Elektriker kurzfristig abgesprungen, eine neue Technikfirma schwer zu finden. „Wir versuchen das Möglichste“, beteuert Hohmann. Die Kosten im „unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich“ übernehme die GWH gar „gern“, weil auch ihr etwas daran liege, das Restaurant wieder aufleben zu lassen. Die Gesellschaft weiß um die Bedeutung im Stadtviertel. Vor März sei jedoch nicht mit Beginn der Arbeiten zu rechnen.

Dass sich das Lhamo Bistro im Viertel hoher Beliebtheit erfreut, zeigt sich laut Dhakyel auch in der hohen Bereitschaft, die Familie Tseten finanziell zu unterstützen. Im Dezember hatte sie einen Online-Spendenaufruf mit einem Ziel von 20 000 Euro initiiert. Rund 8000 Euro sind bisher zusammengekommen. Doch obwohl die Tsetens private Unterstützung bekommen und inzwischen die Zusage für einen Kredit erhalten haben, verschwinden die Summen in den laufenden Kosten.

„Die Gäste haben nach dem Brand sofort reagiert und gefragt, wie sie helfen könnten“, erzählt Dhakyel. Die große Solidarität im Stadtteil lässt die Inhaber hoffen, bis April wiedereröffnen zu können. Das Lhamo Bistro ist nicht nur bei Stammkundschaft beliebt. Es sei auch ein „wichtiger Anker in der tibetischen Gemeinde“, sagt Dhakyel. Seit 2013 betreiben die Tsetens das Bistro, in dessen Innenbereich Platz für rund 65 Menschen ist.

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