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Sozialrathäuser stärker in die Stadtteile öffnen

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Von: Boris Schlepper

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Die Ergebnisse, die im Sozialrathaus Bockenheim entstehen, sollen am Ende auf die anderen sieben Häuser übertragen werden.
Die Ergebnisse, die im Sozialrathaus Bockenheim entstehen, sollen am Ende auf die anderen sieben Häuser übertragen werden. © peter-juelich.com

Frankfurt beteiligt sich mit dem Sozialrathaus Bockenheim am bundesweiten Modellprojekt Zukunftswerkstatt Kommunen. Es soll helfen soll, die Folgen des demografischen Wandels zu gestalten.

Straßenfeste unterstützen, Ehrenamtliche vernetzen und bürgerschaftliches Engagement stärken: Frankfurt will Strategien entwickeln, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Die Stadt beteiligt sich deshalb am Modellprojekt Zukunftswerkstatt Kommunen (ZKW) des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Dieses hilft deutschlandweit 40 Kommunen, bis Ende 2024 Ansätze zur Stärkung gleichwertiger Lebensverhältnisse der Menschen vor Ort zu entwickeln.

In Frankfurt beteiligt sich das Sozialrathaus Bockenheim. Dieses soll eine Art Vorbildrolle einnehmen, sagt Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne), die das Vorhaben zusammen mit dem Leiter der Einrichtung in der Rödelheimer Straße, Bernhard Bernardo, in der Sitzung des Ortsbeirats 2 am Montagabend vorstellte. Ergebnisse könnten auf die restlichen sieben Sozialrathäuser übertragen werden, so die Stadträtin. Wichtig sei auch der „Spirit, um andere mitzunehmen“.

Das Modellprojekt sei eine große Chance für Frankfurt, so Bernardo. Die Stadt befinde sich zwar im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Kommunen „auf einem hohen Niveau“, da sie sehr jung sei und finanzkräftig. Dennoch habe sie mit der stark steigenden Einwohnerzahl zu kämpfen. Auch gebe es große Flüchtlingsunterkünfte, steigende Fallzahlen und sehr heterogene Stadtteile. Das ZWK biete „Werkzeuge“ mit praxisnahen Konzepten, einen Erfahrungsaustausch – und eine Förderung von jährlich 40 000 Euro.

Drei Handlungsfelder hat das Sozialrathaus, zu dem auch Rödelheim, Hausen, Teile Praunheims und Westend-Süd gehören, identifiziert: So soll etwas bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden, wie ehrenamtliche Dienste oder Sozialberatungen, so Bernardo. Menschen mit Migrationshintergrund sollen aktiviert und besser eingebunden werden. Optimiert werden könnten auch der Bereich Information und Vernetzung. Dazu gehörten unter anderem Bürgerbefragungen, die Förderung von Stadtteilfesten und die Wiederaufnahme eines Senioren-Forums.

Derzeit würden noch Anregungen und Ideen gesammelt, sagt Bernardo. Sie sollen beim Kick-Off des Projekts am 1. März in einer Zukunftswerkstatt bearbeitet werden. An dieser werden etwa Vertreter:innen von Initiativen und Arbeitskreisen, des Ortsbeirats und Kirchengemeinden, Senioren- und Kinderbeauftragte teilnehmen.

Die Sozialrathäuser müssten sich wieder stärker für die Stadtteile öffnen, sagt Voitl. Nötig seien niedrigschwellige Angebote, vorhandene Strukturen müssten gestärkt und vernetzt werden. Ziel sei es, Hilfe dorthin zu bringen, wo sie konkret gebraucht werde, „das kam im letzten Jahr zu kurz“.

Das Sozialrathaus Bockenheim müsse aktiver und „fühlbar“ werden, sagt auch Leiter Bernardo. „Wir wollen mehr an den Menschen ran.“ Nicht erst durch die Pandemie habe sich die Einrichtung von diesen und den Netzwerken entfernt. Das Sozialrathaus müsse deshalb „unbürokratischer und agiler werden“ und sich stärker präventiv kümmern. Derzeit engagiere es sich oft erst dann, wenn schon eine Notlage eingetroffen sei, vor allem im Jugendbereich.

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