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Sechs Förderschulen hatten Jungen und Mädchen zum Wettkampf ins Rebstockbad geschickt.

Bockenheim

Schwimmen, weil’s cool ist

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55 Kinder beteiligten sich an den Stadtmeisterschaften der Frankfurter Förderschulen. Die Nachfrage für den Wettkamfp ist rückläufig.

Vom Startblock ins Wasser eintauchen und dann nur noch ein Ziel vor Augen: der Beckenrand auf der anderen Seite. So beschreibt Giancarlo, wie er sich bei den jährlichen Stadtmeisterschaften im Schwimmen der Frankfurter Förderschulen im Rebstockbad fokussiert. Wichtig seien auch die „Fans, die motivieren“, sagt er. Und damit hat sich der 13-Jährige von der Bürgermeister-Grimm-Schule im Gallus zum ersten Mal eine Goldmedaille erschwommen.

In der Tat ist die Unterstützung vom Beckenrand für die Schwimmer am Montag lautstark. Mädchen und Jungen und manche Lehrer schreien ihre Mitschüler auf den acht Bahnen nach vorne. Wie sie schwimmen, ist egal. Ob Brust, Kraul oder Rücken: „Sucht euch den Stil aus, bei dem ihr am schnellsten seid“, ruft Lehrerin Caroline Girard: von der Charles-Hallgarten-Schule.

Insgesamt 55 Schüler beteiligen sich in diesem Jahr am Wettbewerb. Sie wurden von sechs Förderschulen entsandt, von denen drei den Förderschwerpunkt Lernen sowie die übrigen die Schwerpunkte Hören, Sehen und Sprache anbieten. Seit 30 Jahren wird die Meisterschaft vom „Arbeitskreis-Sport der Frankfurter Förderschulen“ veranstaltet. Daneben gibt es weitere Wettkämpfe, etwa in Leichtathletik und im Tischtennis.

Der Schwimmwettbewerb fördert den Teamgeist

„Wir werden immer kleiner“, sagt Michael Schmidt, vom Arbeitskreis, der auch Lehrer an der Bürgermeister-Grimm-Schule ist. Im Vorjahr hatten noch sieben Schulen Schwimmer gemeldet. „Das Problem ist die Inklusion“, berichtet Schmidt. Dadurch gebe es rückläufige Schülerzahlen und es sei fraglich, wie lange der Schwimmwettbewerb in der Zukunft weiter bestehen könne. Ehemalige Förderschulen wie die Wall- und die Karl-Oppermann-Schule, die früher noch mitgemacht hätten, seien zwischenzeitlich zu Beratungs- und Förderzentren umgewandelt worden.

Das Fach Schwimmen biete den Schülern die Bestätigung, eine Sportart zu beherrschen. Die Mädchen und Jungen würden selbstbewusster und beim Wettkampf feststellen, dass sie etwas erreichen könnten, wenn sie sich engagierten. „Für die Schüler, die dabei sind, ist das ein absolut großes Erlebnis“, sagt Schmidt. „Anfeuern, unterstützen, mitfiebern“ – all das fördere den Teamgeist.

Für Diana von der Johann-Hinrich-Wichern-Schule steht vor allem eins im Vordergrund: „Dass ich gewinne“, sagt die Elfjährige kurz und knapp. Die zwölfjährige Irem von der Charles-Hallgarten-Schule hebt den gesundheitlichen Aspekt hervor: „Wenn ich Sport mache, tut mir das gut“. Ihr Klassenkamerad Terence sagt: „Ich liebe Wasser und bin eine Wasserratte. Kumpel Georgi ergänzt: „Es macht Spaß, weil’s cool ist gegen andere zu spielen.“

Für Giancarlo und die Bürgermeister-Grimm-Schule reicht es am Ende nicht ganz für den obersten Platz in der Gesamtwertung: Die meisten Goldmedaillen erschwimmen die Johann-Hinrich-Wichern- und die Weißfrauenschule.

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