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Schutzmann vor Ort will Probleme nachhaltig angehen

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Von: Boris Schlepper

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Dennis Metz ist als junger Vater froh, jetzt Tagesdienste machen zu können.
Dennis Metz ist als junger Vater froh, jetzt Tagesdienste machen zu können. © Christoph Boeckheler

Dennis Metz ist Ansprechpartner für die Menschen in Bockenheim sowie in Teilen des Westends und des Gallus’. Aktuell sucht er im Westend einen Sprechstunden-Raum.

Drogenbestecke am Spielplatz, Spritzen auf dem Weg zum Kindergarten. Die Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern rund um den Elsa-Brandström-Platz im südlichen Westend gehörten zu den ersten, die Dennis Metz in seiner Aufgabe als Schutzmann vor Ort erreichten. Seit Oktober ist der 32-Jährige neuer Kontaktbeamter auf dem 13. Revier in der Schloßstraße, das Bockenheim, Teile des Westends und des nördlichen Gallus umfasst. Stadtweit gibt es derzeit 14 Schutzfrauen und -männer.

Durch die Verdrängung im Bahnhofsviertel wichen Rauschgiftkranke in die nahen Wohngebiete aus. Einige schliefen in Grünanlagen und auf Spielplätzen, was für Unmut sorgte. Die Polizei erhöhte die Kontrollen, die Stadt ließ das Quartier häufiger reinigen. Für Dennis Metz bedeutete der Missstand viele Gespräche mit Anwohnenden, aber auch mit städtischen Einrichtungen, die sich etwa um Abhängige kümmern. Schließlich gehe es nicht darum, einfach Platzverweise auszusprechen, „es ist schön, wenn man das Problem auch nachhaltiger angehen kann“. Inzwischen hat sich die Lage im südlichen Westend beruhigt, sagt Metz. Weder die Stadt noch die Polizei sehen den Bereich weiter als Schwerpunkt an.

Das Problem zeigt für den Schutzmann vor Ort deutlich, wie er seine Aufgabe versteht. „Ich möchte den Leuten Gehör schenken“, sagt der 32-Jährige, „kein Anliegen ist unwichtig.“ Dabei spiele es keine Rolle, wenn die Probleme unter Umständen nicht zu den originären Aufgaben der Polizei gehörten. Hinterher könne er immer noch schauen, wer sich um eine Lösung kümmern kann: „Aber die Leute sind froh, dass man ihnen zugehört hat.“

Sprechstunden

Der Schutzmann vor Ort ist derzeit an den Dienstagen der geraden Kalenderwochen jeweils von 14 bis 16 Uhr im Paulinum „Helenenhöfe“, Pariser Straße 52, anzutreffen. Donnerstags ist Metz zur selben Uhrzeit im Beratungsbüro in der Friesengasse 7 zugegen.

Persönliche Beratungstermine können unter der Nummer 75 51 13 55 oder per E-Mail an d113-svo-ppffm@polizei- hessen.de vereinbart werden. bos

Möglich ist das auch in den Sprechstunden, die Metz mehrmals im Monat anbietet; derzeit nur in Bockenheim und im Europaviertel. Der Kontaktbeamte sucht aber noch einen Standort im Westend, um vor allem älteren Menschen im Stadtteil eine nahe Anlaufstelle zu bieten. Dafür benötige er einen „politisch unverfänglichen, kostenneutralen Raum“. Denkbar wäre ein Büro in einem Vereinsheim oder bei einer kirchlichen Organisation.

Zu den wichtigsten Aufgaben gehört für Metz das „Netzwerken“. Glücklicherweise habe seine Vorgängerin Sabrina Kamaci bereits gute Vorarbeit geleistet. Jetzt versuche er, verstärkt mit Vereine, Gemeinden und Schulen in Kontakt zu treten. Auch in Kitas spreche er vor, zeige etwa, wie ein Streifenwagen von Innen aussieht oder organisiere Führungen durchs Revier.

Für Metz war es schon sehr früh klar, dass er Polizist wird will. Nicht nur sein Vater war als Beamter im Einsatz, auch weitere Verwandte. „Das wurde mir in die Wiege gelegt.“ Zunächst machte der geborene Mainzer einen Abstecher bei der Bundeswehr, bevor er 2010 in der Mühlheimer Polizeiakademie seine Ausbildung begann. Nach seinem Abschluss arbeitete er bei der Bereitschaftspolizei in Mühlheim und Pfungstadt, bevor er „der Liebe wegen“ nach Frankfurt wechselte.

Zunächst habe er gedacht, dass die Großstadt nichts für ihn sei. Seine erste Dienststelle in Frankfurt lag passenderweise im eher beschaulichen Bornheim. Nach ein paar Jahren habe er dann den Schritt in ein städtischeres Revier gewagt, so dass er 2018 in das 13. nach Bockenheim wechselte. Als dann das Angebot kam, den Posten des Schutzmanns vor Ort zu übernehmen, habe er sofort „Hier!“ geschrien, sagt Metz. Vor allem aus privaten Gründen, denn als Vater von zwei Jungen leistet er lieber Tagesdienste.

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