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Polizistin Sabrina Kamaci hat in ihrer Dienststelle, dem 13. Polizeirevier an der Schlossstraße in Bockenheim, die Aufgaben der Schutzfrau vor Ort übernommen.

Bockenheim

„Kein Fall ist wie der andere“

  • vonKathrin Becker
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Sabrina Kamaci ist die neue „Schutzfrau vor Ort“ des 13. Reviers an der Schlossstraße. Wer Streit mit den Nachbarn hat oder Angst vor Einbrechern, kann sich an sie wenden.

Streit mit den Nachbarn? Angst vor Einbrechern? Bei solchen Fragen und Problemen können sich in Bockenheim lebende Personen an die neue Schutzfrau vor Ort, Sabrina Kamaci, wenden. Seit Februar ist die Polizistin sogenannte „Kontaktbeamtin“ auf dem 13. Revier in der Schlossstraße 88 - 90. In ihrem Reviergebiet ist sie die Erste in dieser Position. Insgesamt gibt es in Frankfurt 22 Schutzfrauen und -männer an unterschiedlichen Polizeidienststellen.

„Als Schutzfrau vor Ort bin ich Ansprechpartnerin für alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen in Bockenheim, dem südlichen Westend und dem nördlichen Gallus“, erklärt die Polizistin bei einem Treffen auf dem Revier. Bisher seien die Anfragen alle sehr unterschiedlich gewesen. Meistens gehe es um Lärmbelästigungen und Nachbarschaftsstreitigkeiten. Durch Corona sei auch die Verdrängung von Suchtkranken ein verstärktes Problem, das zu Konflikten führe. Einen richtigen Schwerpunkt oder ein bestimmtes Problem gebe es in Bockenheim jedoch nicht.

Kontakt zur Polizei

Als Schutzfrau vor Ort ist Sabrina Kamaci montags bis freitags, 7 bis 15.40 Uhr, unter Telefon 069 / 755 11355 erreichbar. Ihre Sprechstunde findet dienstags, 10 bis 12 Uhr, statt: In geraden Wochen in der Friesengasse 7; in den ungeraden Wochen in ihrem Büro in der Kasseler Straße 1a.

Der neue Schutzmann vor Ort für das Gallus und Gutleut wird sich am Dienstag, 24. November 2020, um 19 Uhr im Ortsbeirat 1 (Plenarsaal / Römer) vorstellen.

Das Reviergebiet und seine Besonderheiten kennt Kamaci außerordentlich gut. Die gebürtige Wiesbadenerin arbeitet seit 15 Jahren als Polizistin, 13 Jahre davon auf dem Bockenheimer Revier. Bevor sie Schutzfrau vor Ort wurde, war sie vor allem im Schichtdienst auf Streife unterwegs und kümmerte sich um Anzeigen und Unfallaufnahme. Mit seinen belebten Wohnvierteln, aber auch der Leipziger Straße, dem Uni-Campus und der Messe, sei der Stadtteil Bockenheim besonders vielfältig. „Ich schätze das, denn kein Fall ist wie der andere“, sagt sie.

Der Polizeiberuf habe ihr schon immer Spaß gemacht, erzählt die 38-Jährige. „Der Beruf ist einfach sehr spannend und abwechslungsreich“, findet sie. An ihrer neuen Aufgabe gefalle ihr besonders der Kontakt zu den Menschen. „Als Schutzfrau vor Ort habe ich die Möglichkeit, mir ausführlich Zeit zu nehmen für Gespräche. Im Streifendienst kommt das oft zu kurz, da häufig schon der nächste Einsatz wartet“, sagt sie. Neben akuter Konfliktbewältigung kümmert sich die Polizistin auch um die Opfernachsorge oder Präventionsarbeit. Darüber hinaus können sich Bürgerinnen und Bürger bei ihr zu Themen wie Einbruchsschutz oder Verkehrssicherheit beraten lassen.

Die Corona-Pandemie stellt die Schutzfrau vor Herausforderungen. Es sei nicht so leicht, die Bürgernähe zu halten. „Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass es mich trotzdem gibt und ich jederzeit ansprechbar bin“, sagt sie. Ihre wöchentliche Sprechstunde will sie weiterhin anbieten. Die Hygienevorschriften könnten dabei gut eingehalten werden, sagt sie.

Auch auf der Straße will sie präsent sein. „Das ist das Schöne an dieser Funktion, dass ich nicht nur an die Schreibtischarbeit gebunden bin, sondern auch viel draußen unterwegs bin“, sagt sie. Bisher seien die Reaktionen „durchweg positiv“ ausgefallen. Viele seien froh, dass es nun eine Ansprechpartnerin auf dem Revier gebe, an die man sich jederzeit wenden könne.

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