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Schutz für gestresste Igel

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Von: Boris Schlepper

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Immer seltener sind Igel in der Stadt zu sehen, wie hier auf einer Wiese in der Nordweststadt.
Immer seltener sind Igel in der Stadt zu sehen, wie hier auf einer Wiese in der Nordweststadt. © Rolf Oeser

Der Ortsbeirat 2 fordert die Stadt auf, in öffentlichen Grünanlagen auf Laubbläser zu verzichten, um die ohnehin schon gestressten Igel zu schonen. Seit geraumer Zeit ist die Population in der Stadt laut Anwohnerinnen und Anwohner rückläufig.

Der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) setzt sich für den Schutz von Igeln ein. Einstimmig hat das Stadtteilgremium einen Antrag der Grünen beschlossen, demnach die Stadt die Situation für die stacheligen Säugetiere in öffentlichen Grünanlagen verbessern soll. So soll der Magistrat prüfen, ob in städtischen Parks des Ortsbezirks zugunsten der Igel künftig auf Laubbläser verzichtet und die Population von Laufkäfern – die Hauptbeute der Tiere – erhöht werden kann. Sinnvoll sei zudem die vermehrte Pflanzung einheimischer Heckengewächse, in die sich die Tiere zurückziehen können und das Errichten natürlicher Unterkünfte wie Reisig- und Laubhaufen oder Totholzstapel. Damit die geschützten Tiere etwas zu trinken finden, sollen „igelfreundliche Wildtiertränken“ installiert werden.

Auch wollen die Stadtteilpolitiker:innen wissen, ob die Kommune die Igelpopulation und deren Entwicklung überwacht und welche Maßnahmen zum Schutz der Tiere aktuell geplant sind. Über regelmäßige Veranstaltungen und Workshops des Umweltamts könnten Kinder in Schulen und Kitas sowie die interessierte Bevölkerung etwas zum Artenschutz in den öffentlichen Parks lernen, regt der Ortsbeirat an.

Die verstärkte Nutzung der städtischen Grünanlagen während der Coronazeit sowie die Hitzewellen der vergangenen Sommer bedeuteten mehr Stress und Belastungen für Tiere wie den Igel, begründet Katrin Haus (Grüne) ihren Antrag. Anwohnende berichteten, dass sie zunehmend seltener die Stacheltiere sichteten. Auch habe sich die Römer-Koalition vorgenommen, den Artenschutz in Frankfurt zu verbessern.

Park- und Grünanlagen könnten als lebendige Klassenzimmer dienen, erläutert Haus, in denen Menschen der Artenschutz anschaulich nahegebracht und sie für die Bedeutung des Schutzes der Flächen sensibilisiert werden. Im Rahmen von Mitmach-Aktionen könnten Mädchen und Jungen umliegender Schulen Igelhäuser oder Wildtränken bauen. „Das würde dem Artenschutz und zugleich der Kommunikation zwischen Stadt und Bevölkerung dienen.“

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