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Raumnot an der Georg-Büchner-Schule

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Von: Boris Schlepper

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Schulleiterin Hilde Zeyen hat in den Unterrichtsräumen an der Pfingstbrunnenstraße keinen Platz mehr frei.
Schulleiterin Hilde Zeyen hat in den Unterrichtsräumen an der Pfingstbrunnenstraße keinen Platz mehr frei. © Peter Juelich

Die Georg-Büchner-Schule in Bockenheim platzt aus allen Nähten. Die Schulleitung fordert, den Schulbezirk zu ändern und die Gebäude zu sanieren. Unterstützung erhält sie aus dem Ortsbeirat.

Die Georg-Büchner-Schule ist zu klein. Mit derzeit 1100 Schülerinnen und Schülern platze die Integrierte Gesamtschule mit Grundstufe in Bockenheim „aus allen Nähten“, sagte Schulleiterin Hilde Zeyen in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend). Es fehlten Klassenzimmer, auch gebe es „schlichtweg keinen freien Stuhl oder Tisch“ mehr, so Zeyen, die das Gremium um Unterstützung bat.

„Extrem helfen“ würde es der Integrierten Gesamtschule in der Pfingstbrunnenstraße, wenn der Schulbezirk geändert werde, sagte Zeyen. Und es dadurch wieder nur zwei statt drei erste Klassen gebe. Dringend nötig sei zudem eine Sanierung. Seit mehr als 50 Jahren seien die Gebäude nicht mehr grunderneuert worden. Rohre und Stromleitungen seien veraltet, so die Leiterin, erforderlich sei auch eine energetische Sanierung. Dabei sei die Stadt bereits 2019 in die Planungsphase eingetreten. Auch gebe es drei Modelle, wie die Schule umgebaut werden soll, sagte Zeyen. Leider fehle jegliche Transparenz, so dass sie nicht wisse, „wo wir gerade stehen“.

Der Stadt sei bewusst, dass die Georg-Büchner-Schule an ihre Raumkapazitäten stößt, sagt Jetta Lüdecke vom Dezernat Bildung, Immobilien und Neues Bauen, auf Anfrage. Aus diesem Grund sei auch eine Erweiterung und Sanierung vorgesehen. Derzeit werde die Vergabe der öffentlicher Aufträge zur Objektplanung, Technischen Ausstattung und Tragwerksplanung vorbereitet. Dafür habe die Stadtverordnetenversammlung Planungsmittel in Höhe von 1,375 Millionen Euro freigegeben. Das Verfahren werde voraussichtlich Mitte 2023 abgeschlossen.

Danach werde ein Planungsteam beauftragt, so Lüdecke. Erst dann „können wir konkretere Angaben zur Zeitschiene machen“. Momentan sei das nicht möglich. Erst wenn das Team seine Arbeit aufgenommen habe, könne das Dezernat besser abschätzen und mit der Schule klären, wie genau die Sanierung und Erweiterung aussehen werde.

Bisher gebe es zwar eine Machbarkeitsstudie, sagte Lüdecke. Doch sage diese nur aus, ob die beabsichtige Maßnahme auf der Fläche Platz findet. Sie lege nicht fest, „welche Nutzung wo untergebracht wird und wo am Ende tatsächlich was gebaut wird, da diese Entscheidung mit der Schulgemeinde getroffen wird“. Genug Platz biete das Grundstück an der Pfingstbrunnenstraße, doch ob die Schule während der Arbeiten ausgelagert werden müsse, sei offen. Eine temporäre Containerlösung sei bislang nicht vorgesehen, da die Stadt die Flächen möglicherweise für die Erweiterung benötige.

Gedulden muss sich die Georg-Büchner-Schule auch, was die Schulbezirksgrenzen betrifft. Derzeit sei keine Anpassung vorgesehen, sagt Lüdecke. Geplant sei diese erst, wenn die neue Grundschule im Gebäude des ehemaligen Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung an der Schloßstraße eröffnet werde, womit 2024 zu rechnen sei. Dadurch werde sich auch die Situation in den Bockenheimer Grundschulen entlastet.

Mehrere Fraktionen im Ortsbeirat sagte der Schulleiterin Unterstützung zu. „Wir sind auf Ihrer Seite“, sagte SPD-Chef Martin Völker. Die Schule sei „abbruchreif“, konstatierte Hans-Jürgen Hammelmann (Linke). Die Grünen stellten einen Antrag, in dem nach dem Stand der Planung zur Grundsanierung und Erweiterung gefragt und die Stadt gebeten wird, die Schule in die Planung einzubeziehen. Das Stadtteilparlamemt konnte den Antrag aber in seiner jüngsten Sitzung aus zeitlichen Gründen nicht mehr verabschieden. Die Vorlage wird den Ortsbeirat in seiner Dezembersitzung beschäftigen.

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