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Frankfurt bekommt einen Central Park – nur etwas kleiner als das Vorbild aus New York

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Von: Sonja Thelen

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So soll die Begrünung im Schönhofviertel aussehen.
So soll die Begrünung im Schönhofviertel aussehen. © Bierbaum. Aichele. Landschaftsarchitekten

In der Mitte des neuen Quartiers in Bockenheim soll ein 2,8 Hektar großes grünes Areal entstehen.

Frankfurt – Das neue Schönhofviertel zwischen Bockenheim und Rödelheim soll ein grünes werden. Wie die Grünflächengestaltung voraussichtlich aussehen wird, stellten Hanna Gißke und Konrad Deines vom Büro „Bierbaum. Aichele. Landschaftsarchitekten“ am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsbeirats 7 (Hausen, Praunheim, Rödelheim) vor – im Beisein von Jürgen Burkert (Grünflächenamt) sowie Vertreter:innen der Bauträger Nassauische Heimstätte und Instone Real Estate.

2,8 Hektar umfasst der „kleine Central Park in der Mitte des Schönhofviertels“, so Konrad Deines. Damit ist er ein wenig kleiner als der drei Hektar große Bethmannpark im Nordend. Der längliche Schönhofviertel-Park gliedert sich in drei zentrale Bereiche mit unterschiedlichen Nutzungen auf. Der westliche Bereich ist für Aktivitäten vorbehalten. Die Sportfläche für Fuß- und Basketball wird eingehaust. Auch sind Fahrradhügel und eine Laufbahn vorgesehen. Die Sportflächen sind für die schulische und öffentliche Nutzung gedacht. In der Mitte entsteht der gepflasterte Quartiersplatz als „Nukleus des Schönhofviertels“, so Deines. Vorgesehen sind dort Einzelhandel, Gastronomie und eine Grundschule in Hybridbauweise (unten Schule, oben Wohnen).

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„Wird sich der Platz nicht sehr aufheizen?“, fragte Ingmar Müller (Grüne) besorgt. „Das wird ein Stadtplatz mit entsprechenden Funktionen und Auflagen und soll eine Fläche haben, auf der auch Stände aufgebaut werden können“, erläuterte der Planer: „Wir haben trotz baulicher Zwänge einen guten Kompromiss zwischen befestigten und begrünten Flächen mit üppigen Bäumen geschaffen.“ Die müssen allerdings erst noch wachsen. Schließlich wurden zur Vorbereitung der Abriss- und Bauarbeiten mehrere Hundert Bäume gefällt. „Wir haben sehr um diese Bäume gekämpft, von denen im Nachhinein 80 als erhaltenswert eingestuft wurden. Es blutet einem das Herz, dass solche Bäume, wie in der Visualisierung dargestellt, nicht mehr da sind“, kommentierte Rüdiger Hansen vom örtlichen BUND.

Der östliche Bereich ist als ruhiger, naturnah gestalteter Park mit Wiesen, Stauden, einem grünen Klassenzimmer, Sitzgelegenheiten, kleinen Hügeln und einem Kleinkinderspielbereich geplant. „Wir möchten das Naturerlebnis zurück in die Stadt holen“, so Deines. Dementsprechend führen „amorphe“ sowie barrierefreie Wege durch die Anlage. An der Stelle merkte eine Bürgerin kritisch an, dass Sehbeeinträchtigte bei solchen Wegen zum Teil Schwierigkeiten haben und Nutzer:innen von Rollatoren nur schwer taktile Flächen überwinden können. Stadtverordnete Daniela Mehler-Würzbach (Linke) wollte wissen, ob klimaangepasste Pflanzen und Bäume genutzt werden. Anspruch sei, den Park möglichst klimaresistent und nachhaltig zu planen mit einem „Mix aus extensiven und intensiven Grünflächen, die seltener gemäht werden“, so Deines.

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Ein öffentliches WC sei nicht angedacht, erwiderte Burkert vom Grünflächenamt auf Nachfrage: So wie an der Ruhrorter Werft soll die Gastronomie am Quartiersplatz verpflichtet werden, die Toiletten öffentlich zugänglich zu gestalten. Angesichts der zunehmend heißen Sommer forderte Sophia Reintke (Grüne) mehr Sonnensegel, um die Spielplätze zu beschatten. Südlich des Parkbandes verläuft die Erschließungsstraße. Dazwischen wird ein „grüner Puffer zu den Fußwegen“ angelegt.

Für Nachfragen sorgte vor allem das Thema „Entwässerung“. Hanna Gißke erläuterte: „Wir entnehmen die Entwässerung aus dem Gebiet und den angrenzenden Straßen in angedeutete Mulden. Dort wird das Wasser zurückgehalten, gefiltert und gedrosselt an den Kanal abgeleitet.“

Rüdiger Hansen kritisierte dieses Vorgehen angesichts zunehmender Wasserknappheit und Dürre. Er plädierte dafür, das Wasser zu sammeln und unter anderem in Brauchwasserleitungen zu speisen, etwa für die Toilettenspülung in den Häusern, statt es in den Kanal abzuführen: „Dann ist das Wasser weg. Das ist doch das große Problem.“ Der Trinkwasserverbrauch müsse dort reduziert werden, wo es möglich ist. Auch Thomas Rätzke (CDU) reklamierte eine stärke Brauchwassernutzung. „Das wäre auch unser Wunsch. Aber durch die frühere Nutzung sind die Böden und damit das Grundwasser mit gesundheitsgefährdeten Schadstoffen belastet“, erklärte Hanna Gißke. (Sonja Thelen)

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