1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Bockenheim

Neuer Mieter für das Heck Meck

Erstellt:

Kommentare

Conni Rädler (rechts) will das Lokal von Wirtin Michaela Schaar übernehmen, wenn diese Ende März in den Ruhestand geht.
Conni Rädler (rechts) will das Lokal von Wirtin Michaela Schaar übernehmen, wenn diese Ende März in den Ruhestand geht. © Peter Jülich

Die Traditionskneipe in der Friesengasse kann nicht wie von vielen gewünscht weitergeführt werden. Der Ortsbeirat hat sich einstimmig für den Erhalt des Lokals in seiner jetzigen Form ausgesprochen.

Das Heck Meck hat einen neuen Mieter. Das teilt die Immobilienfirma Vesta am Dienstag auf Anfrage der FR mit. Für das Traditionslokal in der Friesengasse sei bereits ein Vertrag unterzeichnet worden. Erst am Montagabend hatte sich der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) einstimmig dafür ausgesprochen, dass die beliebte Kneipe in seiner jetzigen Form erhalten bleiben soll.

Das Heck Meck stand vor dem Aus, da die Eigentümerin des Gebäudes, die Franco Habitat GmbH, die Miete verdreifachen wollte. Sobald die Wirtin Michaela Schaar, die das Lokal seit 37 Jahren führt, Ende März in den Ruhestand geht, soll die Teuerung greifen. In seiner jetzigen Form könne die Kneipe dann nicht länger existieren, sagt Schaars Mitarbeiterin Conni Rädler, die das Heck Meck und sein Konzept übernehmen möchte (die FR berichtete).

Im Internet hatte die mit der Neuvermietung beauftragte Vesta-Immobilien das Lokal für 3900 Euro Kaltmiete pro Monat angeboten. Die Anzeige ist inzwischen deaktiviert. Wer den Vertrag unterschrieben habe, sagte das Unternehmen nicht. Der neue Mieter werde jedoch „das derzeitige Konzept fortführen“. Die Kneipe werde in einer zweiten Annonce für 1,25 Millionen Euro „als Kapitalanlage“ angeboten. Im Internet liest sich die Anzeige am Dienstag jedoch so, als ob man mit dem Kauf das Lokal auch betreiben könnte.

Conni Rädler war bislang nicht über die neue Vermietung informiert worden, sagt sie. Auch hätten sich in den vergangenen Monaten nur zwei Interessenten das Lokal angeschaut, die dort ein veganes Restaurant geplant hätten. Sie selbst hätte das Lokal zu einer geringeren Miete übernommen.

Gebe es einen neuen Mieter, wäre das bedauerlich, sagt Annika Schipper von den Linken im Ortsbeirat. Dann sei ausgeschlossen, dass das Lokal wie bisher fortgeführt werde. Gemeinsam mit den Grünen hatte sie einen Antrag gestellt, der am Dienstag einstimmig beschlossen worden ist. Magistrat und Ortsvorsteher Thomas Gutmann (Grüne) sollen sich bei der Eigentümerin dafür einsetzen, dass das Heck Meck in seiner jetzigen Form weiter betrieben werden kann. Das Gremium spricht sich zudem mehrheitlich dafür aus, dass Mechanismen geschaffen werden, um kleine Gewerbebetriebe künftig vor Verdrängung zu schützen.

Mehrere Stadtteilpolitiker:innen hoben in der Sitzung die Bedeutung des Heck Mecks hervor. Das Ecklokal sei ein Ort, an dem sich vom kleinen Kind bis zum 90-Jährigen alle träfen, sagte Ortsvorsteher Gutmann. Werde das Heck Meck geschlossen, gehe ein Stück Frankfurt verloren. Als „Bockenheimer Institution“, die erhalten bleiben müsse, hob Suzanne Turré das Lokal hervor. Unterstützung erhält das Lokal auch von seinen Stammgästen. Mehr als 2500 haben eine Online-Petition unterschrieben.

Kritisch äußerte sich die CDU zu der Eigentümerin. Die Franco Habitat sei „ein schwieriger Vermieter“, sagte Birgit Weckler. Diese bewege sich „an der Grenze zur Legalität“, sagte ihre Fraktionskollegin Stephanie Kenedi. Das Unternehmen äußerte sich am Dienstag nicht zu den Vorwürfen.

Da stadtweit immer mehr Lokale von einer „Gewerbegentrifizierung“ betroffen seien, sicherten SPD und FDP zu, mit ihren Dezernent:innen im Wirtschafts-, Planungs- und Kulturdezernat über die Rettung des Heck Mecks zu sprechen.

Auch interessant

Kommentare