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Richtfest für das neue Ensemble am Rebstockbad, das „Da-Vinci-Garten“ heißen wird.

Wohnen

121 neue Mietwohnungen am Frankfurter Rebstockbad

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In der Nähe des Rebstockbads baut der Projektentwickler Instone für die Nassauische Heimstätte. Zu 30 Prozent entsteht geförderter Wohnraum.

Das Rebstockgelände gewinnt eine immer größere Bedeutung als Wohnstandort. Direkt an der Straßenbahnhaltestelle Rebstockbad haben jetzt das Wohnungsunternehmen Nassauische Heimstätte und der Projektentwickler Instone am Montag Richtfest für einen achtgeschossigen, u-förmigen Gebäudekomplex gefeiert, der Platz für 121 Mietwohnungen und eine Kindertagesstätte bieten soll. In etwa einem Jahr sollen die Wohnungen in Nähe der Autobahn 648 bezogen werden können. Das Unternehmen Instone, das das zu Bockenheim gehörende Areal an der Leonardo-da-Vinci-Allee 2016 erwarb, errichtet das Ensemble und übergibt es nach Fertigstellung an die Nassauische Heimstätte. Diese zahlt dafür 49 Millionen Euro.

Das Wohnungsunternehmen erwirbt zum ersten Mal eine Immobilie schlüsselfertig, um sie zu vermieten. Die Nassauische Heimstätte soll ihren Bestand deutlich erhöhen: von rund 60.000 auf mehr als 75.000 Wohnungen. Die Landesregierung hat als Ziel ausgegeben, dass alle in Hessen eine Wohnung zu einem angemessenen Preis finden können. Wenn man solche großen Ziel habe, müsse man Flächen akquirieren, selbst bauen, etwa Siedlungen nachverdichten, aber auch Projekte zukaufen, um sie in den eigenen Bestand zu überführen, sagte Tarek Al-Wazir (Grüne), hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, beim Richtfest. Seit wenigen Tagen ist er zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Nassauischen Heimstätte.

Wohnen am Rebstockbad: Keine Mikroapartements, Mieten ab 6,50 Euro

Das als Da-Vinci-Garten vermarktete Ensemble werde ein sozial gemischtes Quartier, sagte Al-Wazir. 36 vom Land geförderte Wohnungen sollen für Mieten von 6,50 bis 7,50 Euro zu haben sein, die 85 frei finanzierten Wohnungen werden für rund 12,50 Euro pro Quadratmeter vermietet. Alle Wohnungen entstehen im Standard Energieeffizienzhaus 55, was den Bewohnern niedrige „zweite Mieten“ bescheren soll. Eine Kita mit vier Gruppen zieht ein. Als Betreiber nannte der Wohnungsminister die Arbeiterwohlfahrt.

Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin der Nassauischen Heimstätte, wies auf den breiten Wohnungsmix hin. Statt Mikroapartments zu schaffen, wie so viele Investoren derzeit, biete man Wohnraum für Singles und Paare, aber auch Drei-, Vier- und Fünfzimmerwohnungen mit bis zu 130 Quadratmeter Fläche. Alle Wohnungen seien barrierefrei erreichbar, 18 auch barrierefrei ausgestattet, sagte Fontaine-Kretschmer. Eine Tiefgarage mit 127 Parkplätzen entsteht. 335 Stellplätze für Fahrräder sind geplant. Jede Wohnung soll, wie der leitende Geschäftsführer, Thomas Hain, sagte, Loggia, Balkon oder Terrasse haben. Nicht nur Außenbereich und Innenhof, sondern auch das Dach werde begrünt, hieß es.

Nicht weit von der Baustelle weg wollen die städtische Wohnungsgesellschaft ABG und die LBBW Immobilien-Gruppe auf einem 27 Hektar großen Areal zwischen Am Römerhof, Felix-Kracht-Straße und Autobahnzubringer in den kommenden Jahren 1000 Wohnungen errichten. Südlich des Rebstockparks wird die ABG am Römerhof sogar etwa 2000 Wohnungen bauen. Beginn ist auf dem VGF-Areal.

Die Nassauische Heimstätte

Die Nassauische Heimstätte mit Sitz in Frankfurt gehört mit rund 60.000 Mietwohnungen, die sie samt der Kasseler Wohnstadt in 140 Kommunen besitzt, zu den größten deutschen Wohnungsunternehmen. Sie gehört mehrheitlich dem Land. Die Stadt Frankfurt hält 30 Prozent der Anteile.

In Frankfurt gehören der Nassauischen Heimstätte rund 16.000 Wohnungen. Weitere 550 Wohnungen sind nach Angaben des Wohnungsunternehmens allein in Frankfurt derzeit in Bau. Insgesamt hat die Nassauische Heimstätte derzeit etwa 2300 Wohnungen in Planung oder Bau.

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