Bockenheim

Neue Feuerwache am Bockenheimer Kurfürstenplatz

  • Nadine Benedix
    vonNadine Benedix
    schließen

Die Feuerwehr hat im Innenstadtbereich mehr zu tun als gedacht. Der Saalbau muss aus der Schwälmer Straße ausziehen.

Die seit 2011 stillgelegte Feuerwache 4 am Kurfürstenplatz soll reaktiviert werden. Das verkündeten Feuerwehrchef Karl-Heinz Frank und ABG-Geschäftsführer Frank Junker am Montag dem Ortsbeirat 2.

Aktuell sind im Gebäude an der Schwälmer Straße 28 ein Saalbau und eine Rettungswache der Johanniter. Schon im Spätsommer soll das Gebäude nun abgerissen und innerhalb von eineinhalb Jahren Bauzeit durch eine moderne und „funktionale“ Wache ersetzt werden.

Geplant ist, dass insgesamt vier Rettungswagen und ein Löschauto sowie Aufenthalts- und Büroräume am Standort untergebracht werden. Außerdem soll das aktuell dreistöckige Gebäude um zwei Stockwerke erhöht werden. In den beiden Obergeschossen sollen 16 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen der ABG für Mitarbeiter von Feuerwehr oder Polizei entstehen, erklärt Junker. Schon in zwei Jahren soll die neue Wache stehen.

Zunächst soll dann das Personal der Wache 2 in der Heinrichstraße im Gallus in die Schwälmer Straße versetzt werden. Dort gibt es aktuell zwei Löschfahrzeuge. Nach Fertigstellung der Bockenheimer Wache soll auch im Gallus ausgebaut und erneuert werden. Auch hier sollen rund 35 Wohnungen von der ABG gebaut werden.

Nach Fertigstellung der Heinrichstraße soll es wieder zwei Löschfahrzeuge geben, weshalb die Feuerwehr plant, rund 33 neue Mitarbeiter einzustellen. „Das Ganze ist auf einen veränderten Bedarf an Feuerwachen zurückzuführen“, sagt Feuerwehrchef Frank in der Sitzung. Als die Schließung der Wache in Bockenheim Anfang der 2000er beschlossen wurde, sei man von einer schrumpfenden Stadtbevölkerung ausgegangen.

Standorte dezentralisiert

Deshalb habe man die Standorte dezentralisiert. Anders als prognostiziert wuchs Frankfurt jedoch, weshalb gerade im stark nachverdichteten Innenstadtbereich die Einsätze der Feuerwehr um neun Prozent angestiegen sind. „Wir müssen deshalb wieder mehr Wachen im Innenstadtbereich schaffen“, so Frank.

Noch nicht endgültig geklärt ist indes, wohin die regelmäßigen Nutzer des Saalbaus in der Schwälmer Straße ab Sommer 2020 ausweichen können. Für kleinere Gruppen sei das Musikübungszentrum MÜZ im Saalbau Schönhof ein möglicher Ausweichort, erklärt Frank Junker.

Für größere Veranstaltungen wird noch nach einer Alternative gesucht. Aus dem Ortsbeirat kamen hierzu verschiedene Vorschläge. Kinderbeauftragte Annette Passarge verwies so auf den Veranstaltungsraum der Frauenfriedenskirche an der Ginnheimer Landstraße.

Auch die Akademie für Arbeit an der Gräfstraße soll bis zu ihrer Umwandlung in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt, die für 2021 geplant ist, für öffentliche Zwecke genutzt werden. SPD-Ortsbeiratsmitglied Susanne Däbritz machte deshalb auf mögliche Synergien an dem Standort aufmerksam. „Wir werden diese Möglichkeiten jetzt prüfen und hoffen auf eine gute Lösung“, so Junker.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare