Bockenheim

Nestbau im Rebstockpark

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Wildbienen legen ihre Eier in die Erde der Grünflächen. 

Zuerst ist da dieses etwas unheimliche Summen um die Füße herum. Zwei Jungen auf Rädern, die nichtsahnend in den Insektenschwarm geraten sind, strampeln gleich etwas hektischer. Einer ruft: „Igitt, krass“. Ein Fußgänger bleibt stehen und schaut genauer hin.

Manch Fußgänger war in den vergangenen Tagen irritiert ob der hunderten, vielleicht tausenden Insekten am südlichen Zipfel des Rebstockparks, die das Summen verursacht haben. Ununterbrochen sind die Bienen knapp über dem Boden der sandigen Grünfläche geflogen, die von der Straße Am Römerhof in den Park mündet, und die gegenüber des Busdepots der VGF liegt.

Nun sind dort unzählige Erdhäufchen im Miniaturformat zu sehen, die Maulwurfshaufen in klitzeklein ähneln. Christa Mehl-Rouschal vom Umweltamt hat die Lösung für dieses Phänomen: „Das sind Wildbienen, die sich grabbare Substrate suchen und dort Röhren anlegen“. Der sandige Boden am südlichen Eingang des Rebstockparks sei ein „typisches Substrat“ für diesen Nestbau.

Mehl-Rouschal weiter: „Jede Biene legt ein oder zwei Eier rein, dann wird die Röhre verschlossen“. Die Sonne brüte die Eier aus. Je nach Wetterlage könne das bis zu mehreren Wochen dauern. Um welche Art es sich handelt, kann sie nicht beantworten. Es gebe hunderte Wildbienen-Arten.

Nicht aggressiv 

Die Landschaftsarchitektin, die für den Artenschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde zuständig ist, sagt: „Wir freuen uns, wenn wir von solchen Flächen hören“. Die „Bestäubungs-Leistung“ von Bienen sei „gigantisch“.

Wichtig für Mehl-Rouschal: „Die Insekten sind in der Regel eher nicht aggressiv.“ Das Phänomen trete auch mal in Sandkästen von Kindergärten und Spielplätzen auf. Dann müsse der Bereich abgesperrt werden. Stechen würden die Bienen aber nur, wenn man sie in die Hand nähme. Ob eine Absperrung im Rebstockpark nötig sei, damit nicht etwa jemand seine Picknick-Decke über den Nestern auslege, wolle sie prüfen lassen.

Aktuell ist es erst einmal relativ ruhig über den Erdhäufchen. Nur vereinzelt schwirren Bienen noch umher, verschließen die letzten Röhren. In einigen Wochen wird das Spektakel dann mit den Jungtieren erneut zu beobachten sein. Die entwickelten Larven graben sich dann aus und fliegen weg.

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