1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Bockenheim

Lösungen für die Leipziger Straße

Erstellt:

Von: Matthias Bittner

Kommentare

Auf der Leipziger Straße wir es oft eng.
Auf der Leipziger Straße wir es oft eng. © Sauda

T eure Ladenmieten, Leerstand, Aufwertung oder ein temporäres Durchfahrtsverbot: Die Liste anzugehender Themen in der Leipziger Straße ist lang. Ein Runder Tisch soll dazu noch in diesem Monat tagen.

Teure Ladenmieten, Leerstand, Aufwertung oder ein temporäres Durchfahrtsverbot: Die Liste anzugehender Themen in der Leipziger Straße ist lang. Die regelmäßig geforderte Aufwertung und das umstrittene Durchfahrtsverbot an Samstagen auf dem Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Markgrafenstraße wird seit zwei Jahrzehnten diskutiert – bislang ergebnislos.

Das soll sich ändern. Wie der Magistrat mitteilt, soll der Runde Tisch, den der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) angeregt hat, noch in diesem Mai erstmals tagen. Noch wird aber das Veranstaltungskonzept finalisiert. Auch ein geeigneter Veranstaltungsort sowie letzte organisatorische Vorbereitungen müssten noch getroffen werden.

Das Stadtteilparlament hatte nachgehakt, was aus dem Runden Tisch geworden sei. Das Interesse der Stadt und der Wirtschaftsförderung an dem Treffen sei zunächst groß gewesen, doch gehört habe man nichts mehr, hatte das Gremium seine Anfrage begründet.

An dem Tisch werden Geschäftsleute der Leipziger und der angrenzenden Seitenstraßen von Bockenheim, Vertreter:innen der Wirtschaftsförderung der Stadt und dem Wirtschaftsdezernat teilnehmen. Auch der Ortsbeirat will sich einbringen. Und, das ist ein Novum: Hauseigentümer:innen.

Die sieht Torsten Becker, Vorsitzender des Städtebaubeirates, in der Pflicht, da sie zuletzt enorm von steigenden Mieten und höheren Bodenrichtwerten profitiert hätten. Deshalb könne man sie an den Kosten einer möglichen Umgestaltung in der Leipziger Straße beteiligen, regt Becker an und verweist auf die Position, dass die Stadtteile langfristig die Gewinner der Corona-Krise sein könnten.

Chance für Einkaufsstraßen

Denn viele Arbeitnehmer:innen säßen im Homeoffice, viele würden nur noch zeitweise, aber nicht komplett ins Büro in der Innenstadt zurückkehren. „Das heißt aber auch, dass sie in ihrem Stadtteil einkaufen und nicht extra in die City fahren“, sagt Becker. Darin sieht er eine Chance für die Einkaufsstraßen in den Stadtteilzentren: „Man müsste sie aber aufwerten, damit die Menschen Lust bekommen, dort länger zu verweilen.“

Holger Wessendorf, Vorsitzender des Gewerbevereins „Bockenheim Aktiv“ sagt, über die Rolle der Hausbesitzer:innen werde auch in Bockenheim diskutiert. Stichpunkte seien Mietengestaltung und Auswahl der Branchen. Mehr will er zu diesem Thema noch nicht sagen und das erste Treffen abwarten.

Auch über eine Fußgängerzone wurde vor Jahren schon diskutiert. Wessendorf steht einer temporären Sperrung und einer Fußgängerzone eher skeptisch gegenüber. „Alle bisherigen Vorschläge sind unausgegoren, weil die Andienungssituation nicht geklärt ist“, sagt er. Wie der Lieferverkehr ablaufen soll und wie die Anwohner:innen auf ihre Grundstücke gelangen, sei stets ungenügend beantwortet worden. Ihm fehlt der große Wurf zu diesem Thema.

Der soll nun möglichst am Runden Tisch mit Experten gelingen. Für Katrin Haus, Sprecherin der Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 2, muss in diesem Zusammenhang Barrierefreiheit und Verbesserung der Aufenthaltsqualität ein zentraler Punkt sein. Auf den schmalen Gehwegen blockierten Auslagen und Werbeaufsteller das Durchkommen. Sie würden vor allem Menschen, die auf Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen seien, zu Umwegen zwingen.

Auch interessant

Kommentare