Hier geht es um die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten. Rolf Oeser

Bockenheim

Lernen, was Kredite sind

Eine Mitmach-Ausstellung im Geldmuseum bringt Kindern das Thema Finanzen näher.

Geld ist ein hochkomplexes Thema. Rendite, Liquidität, Festanlage sind sperrige, schwer zu greifende Begriffe. Bei einer Umfrage des Bankenverbands im Jahr 2017 wusste ein Viertel der Befragten nicht, was Inflation ist. Schon die Jüngsten mit dem Thema Geld vertraut zu machen, scheint da eine sinnvolle Idee. Genau das ist das Ziel der Ausstellung „Mein Geld“, die seit Dienstag im Geldmuseum der Bundesbank geöffnet hat.

Die Schau will Kindern und Jugendlichen „finanzielle Allgemeinbildung“ bieten, sagt Museumsleiter Ulrich Rosseaux. Dafür setzt sie voll auf Interaktion. Frei nach dem Motto „Fass es an, dreh dran, rüttle dran“, sagt Rosseaux. „An vier verschiedenen Stationen – Haben, Zahlen, Sparen, Leihen – können sich die Kinder ausprobieren und Rätsel lösen. Und dabei lernen, wie man mit Geld umgeht, was Kredite sind oder wie man sein Kapital anlegen kann.

Die ersten Besucher, die die Ausstellung testen dürfen, sind Kinder von Mitarbeitern der Bundesbank. An den verschiedenen Stationen haben sie sichtlich Spaß, das Mitmach-Konzept überzeugt. „Man kann überall etwas machen, nicht nur lesen“, sagt der 13-jährige Leo. Besonders an der Ausstellung ist, dass die Kinder nur an Kurbeln und Hebeln aus Holz aktiv werden können. Bildschirme oder elektronische Elemente gibt es keine. Leo und seinen Freund Robin scheint das nicht zu stören: Smartphone und Co. „nutzen wir zu Hause eh genug“, sagen sie.

Eine Station ist bei den Kindern besonders beliebt: Eine Waage mit verschiedenen Klötzchen, jeweils für Einkommen auf der einen und Ausgaben wie Miete, Freizeit oder Lebensmittel auf der anderen Seite. „Was kann ich mir leisten“, lautet das Motto. Die jungen Menschen diskutieren aktiv, welche Klötzchen auf die Waage kommen, ob sie Gesundheit oder Lebensmittel höher gewichten sollten. Auch ein Quiz, das sich durch die Ausstellung zieht, interessiert die Kinder. Dort können sie auf Karten Fragen zum Thema Geld beantworten – wer die Antwort nicht weiß, kann sie in der Schau finden.

Die Elemente der Ausstellung bestehen aber nicht nur aus Holz, sondern sind auch modular, beweglich. „Mein Geld“ werde also wahrscheinlich auch durch die acht anderen Hauptverwaltungen der Bundesbank wandern, sagt Rosseaux. Laut Museumsleiter sollen künftig Workshops angeboten werden. In Gruppenspielen können Besucher noch tiefer in das Themenfeld Geld eintauchen. Die Ausstellung richtet sich vorrangig an Kinder zwischen 10 und 16 Jahren. Willkommen sind aber alle Altersgruppen. „Auch der ein oder andere Erwachsene kann hier etwas lernen“, sagt Rosseaux.

Die Ausstellungist bis zum 15. Oktober zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag sowie Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Das Geldmuseum befindet sich in der Wilhelm-Epstein-Straße 14 neben der Bundesbank. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es unter www.geldmuseum.de.

Von Paul Siethoff

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