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Über den Verkehr in Bockenheims Einkaufsstraße wird seit Jahrzehnten diskutiert.
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Über den Verkehr in Bockenheims Einkaufsstraße wird seit Jahrzehnten diskutiert.

Bockenheim

Leipziger Straße wird nicht autofrei

Die Stadt lehnt die Forderung des Ortsbeirats 2 ab, die Leipziger Straße in Bockenheim für den Autoverkehr zu sperren. Zur Begründung heißt es, der Aufwand sei zu hoch. Außerdem ließe die finanzielle Lage der Stadt einen sechmonatigen Probelauf nicht zu.

Die Leipziger Straße wird auf dem Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Rohmerstraße nicht für den Verkehr gesperrt. Das teilt der Magistrat mit und verweist nochmals auf den enormen Aufwand. Einbahnstraßenregelungen müssten geändert werden, die Beschilderung sei anzupassen und Schranken an den Zufahrten müssten installiert werden. Die finanzielle Lage der Stadt erlaube diese Maßnahme derzeit für einen sechs Monate dauernden Probelauf nicht, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme.

Der zuständige Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) hatte seine erneute Forderung damit begründet, dass der Magistrat in einer früheren Stellungnahme die versuchsweise autofreie Leipziger Straße explizit als Option erwähnt habe. Man erwarte nun die Umsetzung, hatte das Stadtteilparlament deshalb argumentiert.

Erlaube die Corona-Pandemie wieder normales Einkaufen, solle das Durchfahrtverbot an den Samstagen und eventuell auch den verkaufsoffenen Sonntagen auf dem Abschnitt von der Bockenheimer Warte bis zur Einmündung Rohmerstraße eingerichtet werden. Der Einzelhandel sollte an den Tagen der Sperrung die Bürgersteige für den Außenverkauf und die Warenauslage nutzen dürfen.

Seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten wird eine autofreie Leipziger Straße im Stadtteil kontrovers diskutiert. Zuletzt war das Thema durch die Corona-Pandemie wieder aktuell geworden. Bewohner:innen des Stadtteils hatten sich besorgt an den Ortsbeirat gewandt und kritisiert, dass die Abstands-Regeln nicht eingehalten werden könnten, weil die Gehwege viel zu schmal seien und die Kundschaft vor den Geschäften Schlange stünden. Um ausweichen zu können, müsste die Straße gesperrt werden, damit die Fahrbahn für Fußgänger:innen zur Verfügung stünde.

Das wird aber definitiv nicht so schnell kommen. Durch die Corona-Pandemie seien deutliche Mehraufwendungen bei gleichzeitigen Einnahmeverlusten zu verzeichnen, so dass der Magistrat erhebliche Konsolidierungsleistungen erbringen müsse. Für zusätzliche Projekte gebe es deshalb keinen finanziellen Spielraum.

Heißt im Klartext: Es ist kein Geld für Ersatzparkplätze für betroffene Anwohner:innen, zusätzliche Beschilderung, wissenschaftliche Begleituntersuchungen und die Durchführung eines partizipativen Prozesses vorhanden. Zudem fehlten auch die personellen Ressourcen, um die Planung, Umsetzung sowie Betreuung und Auswertung des Projektes zu übernehmen.

Der Magistrat verweist zudem auf die Wirtschaftsförderung Frankfurt, die sich bereits 2019 gegen eine Sperrung der Leipziger Straße ausgesprochen habe und dies aus wirtschaftlichen Gründen für den Einzelhandel auch weiter bekräftigt. Auch die Einzelhändler:innen hatten stets darauf verwiesen, dass ein Durchfahrtverbot Kundschaft kosten würde – diese scheue lange Wege von den Parkhäusern zum Einkaufen.

Dieses Argument teilt der Ortsbeirat mehrheitlich nicht. Studien würden belegen, dass ein Durchfahrtsverbot Einkaufsstraßen attraktiver mache, somit eher belebe und der Umsatz sogar steige. Der Ortsbeirat hatte angeboten, sich an den Kosten für die Umsetzung der Sperrung zu beteiligen. Vor allem für die öffentliche Bewerbung und Bekanntmachung sowie deren wissenschaftlicher Evaluation hätte das Stadtteilparlament Geld aus seinem Budget zur Verfügung gestellt.

Schilder hätten darüber informieren sollen, dass während des Probelaufs an Samstagen das Parken im genannten Straßenabschnitt verboten ist. Idealerweise sollten Anwohner:innen die umliegenden Parkhäuser kostenfrei oder vergünstigt nutzen können.

Nach Abschluss des Testversuchs sollten die Akzeptanz und die wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Auswirkungen der Maßnahme wissenschaftlich evaluiert werden. An dem Prozess sollten Unternehmen und Gewerbetreibende, Anwohner:innen sowie Kundschaft, Passanten und Besucher:innen der Einkaufsstraße beteiligt werden. Die Ergebnisse sollten nach dem Willen des Ortsbeirates in einen partizipativen Prozess mit dem Ziel einer langfristigen Verkehrsentwicklung münden.

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