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Vor der Bühne an der Warte wurde getanzt zu den Klngen von Ney Portales und Band.
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Vor der Bühne an der Warte wurde getanzt zu den Klngen von Ney Portales und Band.

Bockenheim

Lateinamerikanisches Flair an der Bockenheimer Warte

  • VonSabine Schramek
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Beim Straßenfest gibt es Schmuck und gestrickte Püppchen aus Peru, Empanadas aus Ecuador, Kunsthandwerk aus Kolumbien, Churros und Mojito.

Rauchschwaden ziehen aus riesigen Holzkohlegrills über die Köpfe der hungrigen Besucher und Besucherinnen. Zum Rhythmus von „Despacito“ wackeln Hüften. Auch die von Indio Chautira, der gigantische knusprig gerillte Fleischstücke zerteilt. „Ich komme ursprünglich aus Uruguay und auch das Fleisch kommt da her“, sagt der Mann vor einem Rinderfell, das an der Rückwand seines schwarzen Zeltes hängt. „Bei uns ist es Tradition, Fleisch mit gegrillten Kartoffeln, Mais und ganz viel Chimichurri zu essen.“ Für das Lateinamerikanische Wochenende ist er extra mit seinem Stand aus Gelsenkirchen gekommen.

Auf der großen Bühne macht sich der kubanische Sänger Ney Portales mit seiner Band fertig, der aus Köln angereist ist. Handgefertigter Schmuck und gestrickte Püppchen aus Peru, Empanadas aus Ecuador, Churros mit Zimt oder Nutella, Kunsthandwerk aus Kolumbien und Mojito werden bestaunt und gekostet.

Klagen über die Corona-Regeln gibt es ebenso wenig wie darüber, dass das Party-Wochenende in zwei Slots geöffnet ist. „Die Hygieneauflagen sind hoch und wir haben uns dem Schwimmbad-Prinzip angeschlossen“, erzählt Organisator Daniele Marino. „Von 12 bis 16.45 Uhr ist offen, dann desinfizieren und reinigen wir alles und um 17.45 Uhr geht es weiter bis 22 Uhr.“ Jeweils 500 Personen dürfen gleichzeitig in dem eingezäunten Gelände sein, fünf Security-Männer achten darauf, dass auch beim Tanzen die Maske aufbleibt.

Marinos Partner Hernando Ospina erzählt, dass sie bereits im April mit der Planung angefangen und seither ihr Konzept ständig angepasst hätten. „Letztes Jahr konnten wir das Fest wegen Corona nicht machen, dieses Jahr ist es anders als früher, weil viel weniger Leute gleichzeitig hier sein können, aber es macht allen Spaß. Und darum geht es uns. Dass die Leute wieder gemeinsam draußen zusammen sein können, Musik hören, andere Kulturen kennenlernen und die Zeit genießen.“

Das klappt. Überall wird gekichert und gelacht, die Händler:innen tanzen an ihren Ständen und verbreiten jede Menge gute Laune, neben Tischen und vor der Bühne werden Salsa, Merengue, Rumba, Zumba und Samba getanzt. Männer mit mexikanischen Sombreros trinken Bier im Liegestuhl und wippen mit ihren Füßen im Takt der Live-Musik. Kinder gucken sich Tanzschritte ab. Zwischen Hessisch, Englisch und Spanisch gibt es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten.

Ein Ehepaar aus Bornheim (beide über 70) sind extra gekommen, „um einmal etwas anderes zu sehen. Die Stimmung ist super und wir haben lange nicht mehr so viel Spaß gehabt“, sagen sie. Mit Händen und Füßen zeigen ihnen Marisa und Gustavo die Schritte für Salsa und nach ein paar Versuchen klappt es. Seit Corona war da Ehepaar auf keinem Fest und auf keiner Veranstaltung. „Irgendwann muss man ja mal wieder unter Leute, die man nicht kennt, sonst wird es zu langweilig“, so die beiden Zweifachgeimpften hinter ihren Masken mit leuchtenden Augen.

Marino und Ospina mischen sich pausenlos unter das Publikum. Die Frankfurter Veranstalter:innen haben das Lateinamerika-Wochenende auch nach München, Mannheim, Mainz und Stuttgart gebracht. „In Frankfurt wurde es geboren und gehört mittlerweile richtig dazu“, so Marino. „Ebenso wie der lateinamerikanische Weihnachtsmarkt an der Bockenheimer Warte“, erzählt er bei 26 Grad Celsius im Schatten. „Wenn Corona es zulässt, sind wir auch dann wieder mit Musik und Ausstellern hier.“

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