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Holger Wessendorf und Isabelle Routisseau vom Gewerbeverein haben mehrere Ideen, wie die Leipziger Straße attraktiver werden könnte. Sinnvoll sei etwa eine neue Möblierung und eine einheitliche Bepflanzung.

Bockenheim

Kümmerer für die Leipziger Straße

  • vonMatthias Bittner
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Der Gewerbeverein hätte gerne jemanden, der Müll und Leerstand im Blick hat. Eine Sperrung der Straße an Samstagen lehnen Einzelhändler ab.

Im Laufe der Jahre ist Isabelle Routisseau bescheiden geworden. Die in Märchen vielzitierte Fee mit den drei Wünschen hat sie schon längst abgeschrieben – sie wäre schon zufrieden, wenn sie nur einen Wunsch für die Leipziger Straße frei hätte. „Wir haben schon so viel probiert. Ich würde mir nur noch eine Aufhübschung wünschen“, sagt die Geschäftsfrau, die im Gewerbeverein „Bockenheim aktiv“ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Mit dem Vorsitzenden Holger Wessendorf steht sie an der U-Bahn-Station Leipziger Straße. Direkt anschließend sind dort Altglascontainer, die die beiden extrem stören. Doch die Anregung, sie an einen anderen Standort zu verlegen oder durch unterirdische Behälter zu ersetzen, scheiterten. „Irgendeinen Grund gibt es immer“, bedauert Wessendorf.

Dass die Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 2 für die Sitzung am Montag eine Lösung für die Glascontainer auf die Tagesordnung bringt, freut ihn zwar. Grundsätzlich aber war Wessendorf zuletzt nicht besonders begeistert davon, was das Gremium als Verbesserungsvorschläge für die Einkaufsstraße auf den Weg gebracht hat. Die probeweise Sperrung für den Autoverkehr auf einem Teilstück an den Samstagen hält er für nicht sehr sinnvoll. So sei nicht berücksichtigt, wie man auf sein Grundstück gelangen könne oder ob es Schrankenwärter gebe.

Rundgang

Einen Wirtschaftstag in Bockenheim organisiert die Wirtschaftsförderung am Montag, 21. September. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) besucht gemeinsam mit den Vertretern der Handwerkskammer sowie der Industrie- und Handelskammer und dem Ortsbeirat ausgewählte Unternehmen im Stadtteil.

Treffpunkt ist um 9 Uhr an der Galerie Hake, Leipziger Straße 35. bos

Routisseau meint gar, dass eine Fußgängerzone für das ein oder andere Geschäft das Aus bedeuten könnte. Sie selbst betreibt die Galerie Hake und habe viele Kunden von außerhalb. Die kämen zu ihr, gäben aber dann auch gleich Hemden in die Reinigung und erledigten zudem noch schnell den Wochenendeinkauf. Statt die Straße zu sperren plädieren die beiden für eine Brötchentaste in der Leipziger und bitten darum, die Parkhäuser in der Nähe zur Einkaufsstraße ans Parkleitsystem anzuschließen. Denn: Der breiten Masse sei gar nicht bekannt, dass es die Parkhäuser gibt.

„Wenn schon sperren, dann auch für den Radverkehr“, fordert Stefan Geheeb, Geschäftsführer des einzigen Elektrogeschäftes in der Leipziger Straße. Er regt eine Umfrage zum Thema Sperrung an. „Die will der Ortsbeirat eigenmächtig durchsetzen. Bei mir im Geschäft ist jedenfalls keiner von den Ortsbeiräten gewesen und hat mal danach gefragt.“

Dass der Wirtschaftstag am Montag neue Erkenntnisse bringen wird, glaubt Wessendorf nicht. Vertreter der Wirtschaftsförderung und Stadtrat Markus Frank (CDU) besuchen mehrere Betriebe im Quartier. Sie wollen erfahren, wo den Geschäftsleuten der Schuh drückt, um im Nachgang vielleicht Strategien und Lösungen zu erarbeiten, wie geholfen werden kann.

Da brauchen Wessendorf und Routisseau gar nicht lange zu überlegen: Neue Möblierung, eine einheitliche Bepflanzung und eine Aufwertung der Fläche rund um die U-Bahn-Station Leipziger Straße.

Damit es in der Leipziger sauberer wird, wünschen sich Wessendorf und Routisseau einen Kümmerer nach dem Vorbild in der oberen Berger Straße. In Bornheim schaut Margit Martin-Marx nach dem Rechten, macht Kontrollgänge, meldet bei Bedarf Sperrmüllhaufen und kümmert sich um die Entsorgung, indem sie der FES Bescheid gibt. Sie hat auch ein Auge auf Leerstände und meldet diese dem Gewerbeverein. „Die Finanzierung müsste noch geklärt werden“, sagt Wessendorf. In Bornheim teilen sich der dortige Gewerbeverein und die Wirtschaftsförderung die Kosten für die Kümmerin.

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