Bockenheim

Kita mit Studierenden

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Am Rohmerplatz entsteht ein soziales Wohnprojekt.

Rund 2100 Kinder werden jährlich in Frankfurt geboren. Über 66 000 Studierende gibt es derzeit in der Stadt. Die einen brauchen Betreuung, die anderen Wohnraum. Am Rohmerplatz 15 soll bald ein Ort für beiderlei Bedürfnisse entstehen. Zu diesem „freudigen Anlass“, wie es Ortsvorsteher des Ortsbezirks Axel Kaufmann (CDU) bezeichnete, kamen am Donnerstagnachmittag beteiligte Akteure zusammen, um den symbolischen Grundstein zu legen für das Gebäude, in das sowohl eine Kita als auch ein Studierendenwohnheim einziehen sollen.

Auf der Fläche, die die vermögende Familie Rohmer der Stadt 1908 für öffentliche und soziale Zwecke übereignet hatte, soll bis 2021 ein sechsgeschossiges Gebäude in Betrieb genommen werden, das den Stiftungszweck wieder erfüllt. Denn für etwa sieben Jahre lag das Gelände nördlich des Rohmerplatzes brach. Seit den 1960ern nutzten ein Bürokomplex, das Sozialrathaus Bockenheim und eine Kita den Standort. 2007 wehrte sich der Ortsbeirat 2 gegen einen geplanten Verkauf des Geländes und forderte die weitere Nutzung durch soziale Einrichtungen. 2012 wurde das marode Gebäude abgerissen – nun soll es wieder im Sinne des Schenkungszweckes genutzt werden.

Mit diesem Projekt übernehme die Stadt „ihre Verantwortung für alle – auch für Kinder und junge Menschen“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Damit beziehe er sich auch auf die „finanzielle Verantwortung“: geschätzte 18 Millionen Euro Baukosten. 121 Apartments à 20 Quadratmeter sollen im ersten bis sechsten Obergeschoss entstehen. Rainer Wrenger, Geschäftsführer der bauleitenden Konversions- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), schätzt die Miete auf knapp über 400 Euro pro Wohneinheit. Dies sei im studentisch geprägten Bockenheim ein unschlagbares Angebot. Das Konzept sei die kommunale Antwort auf Fragen zum studentischen Wohnen, so Feldmann.

Im Erdgeschoss sollen acht Gruppen mit Kindern unter drei Jahren betreut werden. Räume für die zwei Gruppen für über dreijährige Kinder werden im ersten Obergeschoss liegen. Auf 2460 Quadratmetern Außenfläche bekommen die Kinder den „Freiraum zum Spielen, Toben und Bewegen“, so Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Darin inkludiert ist auch ein „Dachspielplatz“ auf dem Dach des eingeschossigen Gebäudeteils mit Sandkasten, Schaukel und Klettergeräten. Neben den 138 Betreuungsplätzen würdigte Weber außerdem die 31 Arbeitsplätze, die durch die Einrichtung geschaffen werden.

Dass es keine Baustelle ohne Krach geben kann, räumte Bauherr Wrenger zwar ein; die KEG wolle deshalb aber für einen angemessenen Lärmschutz der Anwohnerschaft in der Bauphase sorgen. So wird die Entwicklungsgesellschaft etwa einen Schallschutz aufstellen. Sollte sich die Bevölkerung der umliegenden Straßenzüge dennoch von Lärm oder höherem Verkehrsaufkommen belästigt fühlen, hat die KEG eine Beschwerde-Hotline eingerichtet.

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