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Keine Mehrheit für Erhalt des Juridicums

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Von: Boris Schlepper

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Das Juridicum auf dem Campus Bockenheim soll erhalten bleiben, fordern etwa die Grünen, Linke und Ökolinx im Ortsbeirat 2.
Das Juridicum auf dem Campus Bockenheim soll erhalten bleiben, fordern etwa die Grünen, Linke und Ökolinx im Ortsbeirat 2. © Peter Jülich

Ortsbeirat 2 debattiert über die Pläne für den Kulturcampus. Klar ist, dass der Labsaal eine temporäre Skaterhalle werden soll.

Der Ortsbeirat 2 hat sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen, dass das Juridicum im Rahmen des Kulturcampus auf jeden Fall erhalten bleiben soll. Eine entsprechende Vorlage der Grünen, gegen den Abriss zu stimmen und dort langfristig Wohnungen für Studierende zu schaffen, fand in der jüngsten Sitzung des Gremiums, das für Bockenheim, Kuhwald und Westend zuständig ist, nur die Unterstützung von Linke und Ökolinx. Die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und BFF lehnten den Antrag ab – mit zehn zu neun Stimmen.

Derzeit könne niemand sagen, ob das Gebäude auf dem Bockenheimer Campus erhalten bleiben könne, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Völker. Der Chef der ABG Frankfurt Holding, Frank Junker, die das Gelände für die Stadt entwickeln soll, habe sich klar dagegen ausgesprochen. Prinzipiell sei die Idee gut, so Völker. Doch dürfe sie nicht festgeschrieben werden, da noch zu viele Fragen offen seien. Anderenfalls verschiebe sich der geplante Architektenwettbewerb zum Kulturcampus weiter.

Ein Neubau könne besser sein als der Erhalt des Juridicums, sagte Axel Kaufmann (CDU) – sowohl aus ästhetischer Sicht als auch mit Blick auf die Kosten. Das Juridicum sei ein „Klotz in der Landschaft“, sagte Knut Emmert von der BFF.

Die Grünen hatten dafür geworben, den Erhalt nicht nur als Option in den Architektenwettbewerb aufzunehmen – und sich damit der Meinung der Stadtteilversammlungen angeschlossen. Einerseits sei es angesichts des Klimawandels sowie der Energie- und Materialknappheit sinnvoll. Auch sei fraglich, wie andernfalls die geplanten Wohnungen auf dem Areal realisiert werden könnten, sagte Antragstellerin Carola Scholz.

CDU, SPD und FDP hatten eine eigene Vorlage eingebracht. In dieser sprachen sie sich für die Möglichkeit des Erhalts des Juridicums aus. Die Option solle bei der Auslobung des Wettbewerbs vorgesehen werden. Auch sollte dabei der 2012 veröffentliche Konsensplan als Ergebnis der damaligen Bürgerbeteiligung festgeschrieben werden. Die Vorlage fand gegen die Stimmen von Grünen, Ökolinx, Linke und BFF keine Mehrheit.

Einstimmig sprach sich das Gremium indes einem Antrag der Grünen folgend dafür aus, den Labsaal als Skatehalle zwischen zu nutzen. Dafür soll die Stadt die Versorgungsleitungen wieder herstellen, die vor zwei Jahren gekappt worden sind. Die Ortsbeiräte wollen zudem wissen, wer es veranlasst hat, dass der Saal an der Bockenheimer Warte derzeit ohne Strom, Wasser und Heizung ist. Nach Angaben von Antragssteller Daniel Brenner hat die ABG die Leitungen 2020 gekappt, obwohl das Gebäude weitergenutzt werden könne. Der Verursacher habe die Kosten für die Wiederherstellung zu tragen, forderte Hans-Jürgen Hammelmann (Linke).

Nutzen soll den Labsaal der Verein Conkrete Skate, der auch ein Konzept ausgearbeitet hat. Der Verein sei nach wie vor daran interessiert, den Saal nutzen zu können, bestätigt der Vorsitzende Marius Karas auf FR-Anfrage. Sollte das Gebäude kurzfristig zur Verfügung stehen, wovon er nicht ausgehe, könnten die Sportler:innen provisorisch auch ohne Heizung und sanitäre Anlagen skaten. Inzwischen führe der Verein auch Gespräche mit dem Sportamt über andere Liegenschaften.

Der Leiter des Dezernatsbüros im Kulturdezernat, David Dilmaghani, erläuterte in der Sitzung, dass es seitens der Stadt keine Verzögerungen bei der Realisierung des Kulturcampus gegeben habe. Das Land könne das Bockenheimer Areal jedoch erst freigeben, wenn die Arbeiten auf dem Campus Westend beendet seien. Diese hätten rund zehn Jahre länger gedauert als geplant. Verzögerungen habe es auch gegeben, da eine Rahmenplanung für das Zentrum der Künste gefehlt habe.

Fragen zur Finanzierung des Zentrums hatten die Grünen in einer weiteren Vorlage gestellt, die einstimmig auf den Weg gebracht wurde.

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