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Juridicum in Wohnraum umwandeln

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Von: Boris Schlepper

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Der Labsaal könnte nach dem Willen der Grünen vorübergehende von einem Skaterverein genutzt werden.
Der Labsaal könnte nach dem Willen der Grünen vorübergehende von einem Skaterverein genutzt werden. © peter-juelich.com

Die Grünen im Ortsbeirat 2 machen Vorschläge für die Zukunft des Kulturcampus. Sie fordern etwa, dass das Juridicum erhalten bleibt und für studentisches Wohnen umgebaut wird. Im Labsaal könnte ein temporärer Skatepark entstehen.

Mit dem geplanten Kulturcampus beschäftigt sich der Ortsbeirat 2 in seiner kommenden Sitzung. Die Grünen haben gleich vier Anträge auf der Tagesordnung, in denen sie Forderungen, wie der Campus Bockenheim entwickelt werden soll, formulieren. Auch Vorschläge zur Zwischennutzung wollen sie prüfen lassen. Über die Vorlagen berät das Gremium, das für die Stadtteile Bockenheim, Kuhwald und Westend zuständig ist, am kommenden Montag.

Nach wie vor gebe es eine offene Diskussion, wie das Areal an der Bockenheimer Warte einmal genutzt werden soll, erklärt Carola Scholz den Vorstoß ihrer Fraktion. Auch liefen derzeit die Vorbereitungen für den Architektenwettbewerb, weshalb der Ortsbeirat jetzt Stellung beziehen müsse.

Für die Grünen heißt das etwa, dass das Juridicum langfristig erhalten bleibt und unter anderem für studentischen Wohnraumbedarf umgebaut wird. Das soll der Magistrat im Auslobungstext festschreiben, erklärt Antragstellerin Scholz. „Wir wollen den Wettbewerb so beeinflussen, dass der Erhalt nicht nur optional ist“ – wie es die Stadt derzeit vorsehe. Ein Abriss sei angesichts des Klimawandels sowie der Energie- und Materialknappheit absurd. Das Juridicum biete die Chance, mit einem innovativen Umbauprojektes zu zeigen, dass Abriss und Neubau nicht mehr im Vordergrund stehen.

Den geplanten Umbau des Gebäudes für die Zwischennutzung als Flüchtlingsunterkunft und für die Ada-Kantine, die Essen für Bedürftige anbietet, begrüßt die Fraktion. Er müsse jedoch so erfolgen, dass eine langfristige Nutzung des Juridicums weiterhin möglich ist, so Scholz. „Das Bauwerk darf nicht Schaden nehmen, der zur Begründung für einen späteren Abriss herhalten könnte.“ Studierende fänden immer schwieriger Wohnraum, heißt es in der Begründung.

Die Grünen schließen sich mit ihrer Position verschiedenen Initiativen an, die vor kurzem bei einer Stadtteilversammlung den Erhalt und die Umnutzung des Hochschulgebäudes gefordert haben. Frank Junker, Chef der ABG Holding, die den Kulturcampus für die Stadt entwickelt, hat einen Erhalt des Gebäudes indes jüngst aus Platzgründen für unmöglich erklärt (die FR berichtete).

Prüfen lassen wollen die Grünen mit einer weiteren Vorlage, ob der Labsaal als Skaterhalle zwischengenutzt werden kann. Entsprechende Wünsche hatte bereits der Verein Concrete Skate im Sommer geäußert. Bislang seien jedoch alle Vorschläge im Sand verlaufen, so Scholz. „Stattdessen hat man dort alle Leitungen gekappt.“ Die Grünen wollen wissen, wer das beauftragt hat und warum. Auch fragen sie, wie hoch die Kosten für die Reparatur wären. Notfalls wäre der Verein auch bereit, den Saal ohne Wasser- und Energieversorgung zu nutzen.

Fragen zur Finanzierung des auf dem Kulturcampus geplanten Zentrums der Künste stellen die Grünen in einer weiteren Vorlage. Derzeit habe die Stadt dafür keine Mittel eingestellt, sagt Scholz. Offen sei zudem, ob sich das Land beteiligt und unter welchen Bedingungen eine Finanzierung durch die ABG möglich wäre. Nicht zuletzt will die Fraktion wissen, welche der Kultureinrichtungen weiterhin planen, auf den alten Campus umzuziehen, und welcher Raumbedarf für diese vorgesehen sei. Auch hierbei könne der Erhalt des Juridicums eine tragende Rolle spielen, finden die Grünen.

Der Ortsbeirat 2 trifft sich am Montag, 7. November, 19 Uhr, in der Bettinaschule, Eingang Brentanostraße. Thema wird auch der Biegwald zwischen Nied, Bockenheim und Rödelheim sein. Vertreter:innen des Grünflächenamts sollen berichten, was sie in dem knapp 19 Hektar großen Naherholungsgebiet in den kommenden Jahren planen.

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