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Sie unterstützten die Besetzer: links Anette Mönich vom Stadtteilbüro Bockenheim mit Mitstreitern

Bockenheim

Josef will Frankfurter Tibethaus verteidigen

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Der Frankfurter Wohnungsdezernent möchte teures Eigentum in dem leerstehenden Gebäude nicht zulassen. Die Linken im Römer fordern den Kauf des Hauses durch die Stadt.

Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) will eine Umwandlung des alten „Tibethauses“ in Bockenheim in teures Wohneigentum nicht zulassen. Das hat der Sozialdemokrat im Gespräch mit der FR versichert. Das leerstehende Gebäude an der Ecke Kaufunger Straße/Friesengasse war am 5. Oktober von Aktivisten der Initiative „Social Hub“ besetzt worden.

Sie möchten auf jeden Fall verhindern, dass das Haus von Spekulanten für Eigentumswohnungen umgenutzt wird. Josef sagte der FR, er sehe den Beschluss von SPD und Grünen im Römer aus dem Jahr 2018 als „politischen Auftrag“ an. Damals hatten die beiden Fraktionen den Verkauf einer städtischen Fläche direkt neben dem Tibethaus an einen privaten Investor abgelehnt. Diese Arrondierung hätte es dem privaten Bauherren ermöglicht, das Grundstück des Tibethauses noch zu erweitern, um in einem fünfgeschossigen Neubau Eigentumswohnungen zu errichten.

„Mein Ziel bleibt es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, sagte Wohnungsdezernent Josef der FR. Anette Mönich vom Stadtteilbüro Bockenheim hatte behauptet, ein neuer Eigentümer des Tibethauses verhandele bereits mit der Stadt über ein Luxus-Wohnprojekt. Das wurde von Stadtrat Josef dementiert. „Auf der Ebene des Planungs- und Wohnungsdezernates werden keine Gespräche über das Tibethaus geführt“, erklärte der Sozialdemokrat. Es gebe auch keinen Bauantrag. Für das Wohnhaus Kaufunger Straße 4, das an das Tibethaus angrenzt, habe der Eigentümer eine Abwendungsvereinbarung mit der Stadt unterschrieben. Er verzichte also auf eine Umwandlung der dortigen Wohnungen in Eigentum.

Die Linken im Römer wollen offiziell beantragen, dass die Stadt das Areal Kaufunger Straße 4/ Friesengasse 13 erwirbt und so der Spekulation einen Riegel vorschiebt. Der wohnungspolitische Sprecher der Linken, Eyup Yilmaz, forderte von der Stadt, durch den Kauf des Tibethauses einer „sozialen und kulturellen Nutzung Raum zu geben“.

Die Linken im Ortsbeirat 2 wollen in der nächsten Sitzung offiziell den Denkmalschutz für das historische Gebäude beantragen. Ortsbeirats-Mitglied Hans-Jürgen Hammelmann urteilte, das Haus sei „aus historischen Gründen schützenswert“. Es sei tatsächlich früher als Backhaus genutzt worden. Es liege zudem im Bereich der städtischen Erhaltungssatzung Bockenheim. Die Besetzung des Grundstücks durch die Aktivisten der Initiative „Social Hub“ dauerte bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch an. Die Gruppe wurde vom Stadtteilbüro Bockenheim unterstützt. „Wir finden es sehr beeindruckend, dass so viele junge Leute sich engagieren“, sagte Anette Mönich vom Stadtteilbüro.

Die FDP im Römer forderte am Montagnachmittag, die Besetzung des Grundstücks „unverzüglich zu beenden“. Das Grundrecht des Eigentümers werde „in gravierender Weise verletzt“, sagte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Uwe Schulz.

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