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Endstation Bockenheimer Warte in Frankfurt : Von hier aus soll die U4 nach Ginnheim verlängert werden. Sie könnte dann auch direkt unter dem Campus Westend der Goethe-Universität halten.
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Endstation Bockenheimer Warte in Frankfurt : Von hier aus soll die U4 nach Ginnheim verlängert werden. Sie könnte dann auch direkt unter dem Campus Westend der Goethe-Universität halten.

Verkehr

Frankfurt: U4 soll zum Westend-Campus fahren

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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In Frankfurt soll die U-Bahn-Linie 4 nach Ginnheim verlängert werden. Ein Gutachten spricht sich dafür aus, den Campus Westend anzuschließen.

Nach einer Kosten-Nutzung-Untersuchung für den Lückenschluss der U-Bahn im Westen scheinen die Weichen für eine Anbindung des Uni-Campus Westend gestellt. Das beauftragte Ingenieurbüro Infoplan aus München empfahl am Dienstag (9.2.2021) die Erschließung des Campus Westend, weil sich nur so die höchste Wirkung im Bereich Kostennutzung erschließen lasse.

Frankfurter Campus Westend nicht anzuschließen, wäre „Schildbürgerstreich“

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) favorisiert ebenfalls die intern als Variante 3 titulierte Trassenführung. Den Campus Westend bei einer Verlängerung der U-Bahn nicht mit anzubinden, käme strukturpolitisch einem „Schildbürgerstreich“ gleich, mahnte Oesterling.

Die Streckenplanung für die U-Bahnlinie 4 in Frankfurt

Bei der Untersuchung geht es um die bestmögliche Variante für den Lückenschluss zwischen der Bockenheimer Warte und der U-Bahn-Station Ginnheim. In der Diskussion waren vier verschiedene Trassenführungen, die jeweils noch mal Variationen bezüglich der Lage von Haltestellen oder der Querung von Verkehrsadern haben.

Frankfurt: Kosten für verschiedene Trassen der U4 sehr unterschiedlich

Das erste Ergebnis der Verkehrsplaner aus München: Alle Varianten sind förderungswürdig, was die Grundvoraussetzung für eine finanzielle Unterstützung durch den Bund ist. Denn alle Varianten bedeuten einerseits eine Entlastung der gerade zu Uni-Zeiten überlasteten A-Strecke zwischen Hauptwache und der Station Holzhausenstraße. Zum anderen würden alle Varianten dem öffentlichen Nahverkehr täglich mindestens 15 000 zusätzliche Fahrgäste bescheren.

Die Kosten für die einzelnen Varianten sind allerdings sehr unterschiedlich und liegen zwischen 160 und 320 Millionen Euro. Die von Oesterling favorisierte Variante 3 liegt je nach Ausgestaltung zwischen 238 und 243 Millionen Euro und beinhaltet eine Station direkt an der Goethe-Uni im Westend.

Frankfurter Grüneburgpark könnte geschädigt werden

Umweltschützer:innen hatten sich allerdings gegen die Variante ausgesprochen. Da die Trasse direkt unter dem Grüneburgpark verlaufen würde, fürchten sie eine Absenkung des Grundwassers und Schäden für den Baumbestand im Park. Die Grünen hatten daher eine weitere Variante ins Spiel gebracht, die zwar den Campus anbindet, den Park aber südlich und östlich umgeht. Diese Variante sei mit Investitionskosten von 317 Millionen Euro aber deutlich teurer als die Variante 3. Denn für die von Oesterling favorisierte Variante könne eine Wendeanlage an der Bockenheimer Warte genutzt werden, wodurch etwa 200 Meter kostspieliger Untertunnelung entfielen.

Oesterling versuchte die Sorgen der Umweltschützer:innen zu beschwichtigen: „Wir gehen davon aus, dass die Grundwasserproblematik der Planung nicht im Wege steht.“ Die Trasse unter dem Park werde in einer Tiefe zwischen sieben und 17 Metern verlaufen.

Frankfurter Grüne wollen nur zustimmen, wenn U4 der Umwelt nicht schadet

Die Grünen-Fraktion begrüßte die vorgelegte Kosten-Nutzen-Untersuchung, betonte aber, für eine abschließende Bewertung das Ergebnis einer Grundwasseruntersuchung und das ökologische Gutachten für den Grüneburgpark abwarten zu wollen. Für die Grünen gilt, dass sie keiner Variante zustimmen werden, die die Qualität und den Baumbestand des Grüneburgparks oder des Palmengartens gefährden könnte, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens ist zudem eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen.

Oesterling will unabhängig davon nach der Kommunalwahl eine Vorlage zur Weiterverfolgung des U-Bahn-Baus mit Variante 3 in die Stadtverordnetenversammlung einbringen. Offen ist bei dieser nördlich der A66 verlaufenden Variante noch, wo die Wilhelm-Epstein- und die Rosa-Luxemburg-Straße gequert werden.

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