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Greenpeace sammelt Wünsche für eine bessere Verkehrspolitik.

Greenpeace-Aktion

Umfrage unter Frankfurtern: Wie kommt man sicher mit dem Rad durch die Stadt?

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Greenpeace wirbt mit einer Aktion in Bockenheim für klimafreundliche Verkehrskonzepte. Besonders wichtig sind den Frankfurtern, die sich an der Befragung beteiligen, sichere Fuß- und Radwege.

Silke Seitz würde am liebsten gleich zwei Punkte für die Forderung nach sicheren Fuß- und Radwegen vergeben. Erst kürzlich hat die Radfahrerin einen Unfall gehabt, als ein Beifahrer plötzlich die Autotür aufstieß. Doch die beiden Punkte, mit denen Passanten am Samstag an einem Stand der Umweltorganisation Greenpeace auf der Leipziger Straße in Bockenheim verkehrspolitische Forderungen unterstützen können, müssen verteilt werden. Also gibt die Frankfurterin auch einen Punkt für eine autofreie Innenstadt.

In 19 deutschen Städten hat Greenpeace Menschen an diesem Tag dazu aufgefordert, Wünsche für eine bessere, klimafreundliche Verkehrspolitik zu nennen. Besonders wichtig sind den Frankfurtern, die sich an der Aktion beteiligen, wie die Auswertung später ergibt, sichere Fuß- und Radwege, autofreie Innenstädte und ein kostenloser Nahverkehr. Am wenigsten Punkte erhält die Forderung „abgasfreie Autos begünstigen, Spritschlucker verteuern“.

Auch eigene Vorschläge der Passanten werden aufgenommen. Am Stand vor dem Oxfam-Laden fordert eine junge Frau etwa, die Mehrwertsteuer für Fahrräder und Fahrradzubehör zu senken, eine andere Passantin rät zu Schulungen für die Verkehrsregeln. „Wenn alle diese beachten, rollt es besser!“, hat sie an die Tafel geschrieben.

„Strafpunkte“ werden an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) für Aussagen gegen eine Verkehrswende verteilt. Besonders geärgert hat die Frankfurter Passanten, die bei der Aktion mitmachen, der Spruch; „Ein Tempolimit von 130 km/h ist gegen jeden Menschenverstand“.

Greenpeace  für maximal 120 Stundenkilometern auf Autobahnen

Greenpeace fordert unter anderem, dass ab 2025 keine Neuzulassungen von Autos mit Verbrennungsmotor mehr möglich sind, eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen, höhere Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und in die Infrastruktur für Radfahrer sowie eine Bevorzugung des Rad- und Fußverkehrs in der Stadt gegenüber dem Auto.

Hoffnung auf ein Umdenken in der Verkehrspolitik in Bund, Land und Stadt machen der Frankfurter Greenpeace-Gruppe etwa das Europawahlergebnis und die allfreitäglichen Demonstrationen junger Leute für den Klimaschutz. Das zunehmende Interesse spüre man auch im Plenum, heißt es am Stand. In Frankfurt habe die große Unterstützung für den Radentscheid gezeigt, dass der Druck aus der Bevölkerung wächst, sagt Edwin Sauer. Dieser sei fast ein Weckruf für die Kommunalpolitik gewesen. Nun sei er gespannt, was herauskommt, sagt sein Kollege Otto Gebhardt. Den angestrebten Bürgerentscheid hält die Koalition aus rechtlichen Gründen nicht für zulässig.

Sie will aber bald präsentieren, was von den Ideen des Radentscheids sie umsetzen wird. Frankfurts Greenpeace-Gruppe macht sich für breite abgetrennte Radwege sowie einen besseren und günstigeren öffentlichen Nahverkehr stark. Als richtigen Schritt lobt Holger Schmid Vorstöße der Grünen und Linken im Römer, parlamentarische Entscheidungen künftig unter einen Klimavorbehalt zu stellen. Er weist zudem auf eine Online-Petition mit dem Ziel, in Frankfurt, wie in anderen Großstädten schon geschehen, den Klimanotstand auszurufen, hin.

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