Kinder im Rebstock und im Kuhwald wollen nicht, dass die Dippemess in den Rebstockpark verlegt wird.
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Kinder im Rebstock und im Kuhwald wollen nicht, dass die Dippemess in den Rebstockpark verlegt wird.

Frankfurt

Dippemess: Kinder starten Aktion gegen Fest-Verlagerung

Mädchen und Jungen am Rebstock in Frankfurt lehnen eine Verlagerung des Festplatzes vor ihre Haustür ab. Sie befürchten mehr Schmutz, Lärm und Verkehr.

Frankfurt – Viele Kinder in der Kuhwaldsiedlung und im Rebstock sind dagegen, dass die Dippemess vom Festplatz am Ratsweg in den Rebstockpark verlegt wird. Eine Gruppe der Viktoria-Luise-Schule hat in den vergangenen Wochen unter Gleichaltrigen Unterschriften gesammelt, die den Standort ablehnen, sagt der Kinderbeauftragte Tewolde Tesfamariam. Sie befürchten mehr Schmutz, Lärm und Verkehr auf den Straßen.

Dabei handele es sich um eine freie Aktion, die sieben Mädchen und Jungen einer Betreuungsgruppe der Grundschule in Eigenregie gestartet hätten, sagt Tesfamariam, der für die Quartiere Kuhwald und Rebstock zuständig ist. „Ich habe nur den Postboten gespielt“– und die Liste mit mehr als 200 Stimmen an den Vorsteher des Ortsbeirats 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend), Thomas Gutmann (Grüne), übergeben. Tesfamariam ist begeistert von der Partizipation der Kinder, die eigenmächtig gehandelt hätten und in ihrem Umfeld und bei Rundgängen von Haus zu Haus Unterschriften sammelten.

Dippemess-Verlegung: Kinder aus Frankfurt sind gegen mehr Verkehr

Die Kinder hätten schon von der Messe genug Belastung, erklärt Tesfamariam. „Die wollen lieber mehr Spielstraßen als zusätzlichen Müll, Lärm und mehr Autos auf den Straßen“ durch eine Verlagerung des Volksfests. Auch wenn es für Kinder sicher attraktiv sei, die Dippemess in nächster Nähe und nicht am anderen Ende der Stadt zu haben, hätten die Mädchen und Jungen die Dimension verstanden. „Sie sehen die Verkehrslage, dass der Rebstock und der Kuhwald überrollt werden, und haben eins und eins zusammengezählt“, sagt der Kinderbeauftragte.

Dabei gebe es in den beiden Vierteln durchaus Bedarf, die Situation für die Kinder zu verbessern, sagt Tesfamariam. Was die soziale Infrastruktur betreffe, sei die Gegend „sehr vernachlässigt“. Bis auf den Abenteuerspielplatz Riederwald gebe es nur wenig Angebote. Für Vieles müsse man ins Gallus oder an die Leipziger Straße fahren.

Gemeinsam mit dem Ortsbeirat habe er sich deshalb dafür ausgesprochen, dass ein leerstehendes Eiscafé an der Montgolfier-Allee in eine Art Begegnungszentrum umgewandelt wird, berichtet der Kinderbeauftragte. Dort könnten dann etwa Sprechstunden und auch Elternberatungen angeboten werden. Denkbar wäre auch ein Frühstücksangebot für Schulklassen, die von dort aus weitere Pläne schmieden könnten.

Dippemess in Frankfurt: Stadt will aktuellen Standort für Europäische Schule nutzen

Seit den 60er Jahren ist die Dippemess auf dem Festplatz am Ratsweg in Bornheim. Die Stadt plant, den dortigen Standort für die Europäische Schule zu nutzen, die mehr Platz braucht. Dann müsste für das Volksfest und alle Veranstaltungen, die vor der Eissporthalle stattfinden, eine neue Fläche gefunden werden – derzeit ist dafür der Rebstockpark im Gespräch.

Der Ortsbeirat 2 hat sich ebenfalls gegen den Umzug der Dippemess ausgesprochen. Die Menschen vor Ort seien bereits durch die Messe stark belastet. Auch sei der Rebstock kein Festplatz, sondern eine schützenswerte Grünfläche und ein Naherholungsgebiet . (red)

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