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Goldschmiedin Katja Kempe (links) und Kursteilnehmerin Ernestine Müller. 

Bockenheim

Frankfurt-Bockenheim: Bis der Blau-Topas sitzt

In der Schmuckakademie von Katja Kempe können Kunden auch eigene Eheringe anfertigen. Am Freitag, 7. Februar, lädt das Atelier zu einem Neujahrsempfang ein.

Ernestine Müller stellt die Flamme des Lötgerätes ein. Es steht auf einem Tisch im Atelier von Katja Kempe, das diese vor kurzem in Räumen der Konrad-Broßwitz-Straße 6 eingerichtet hat. Kempe, die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin ist, zog der Liebe wegen von Köln nach Frankfurt. Mitgebracht hat sie dabei auch die Idee der Schmuckakademie: Sie leitet in Kursen sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene an, eigenen Schmuck herzustellen. In Frankfurt als auch in Köln.

Ernestine Müller gehört am Main zu den ersten Kursteilnehmerinnen. Sie schmiedet sich einen Silberring, der eine Fassung für einen Blautopas bekommen soll. Um die Fassung an der Ringschiene zu befestigen, kommt das Lötgerät zum Einsatz. Die Flamme erhitzt ein kleines Stück Silber, das durch die Wärme schmilzt. „Du musst proportional mehr Hitze auf den Ring geben, als auf die Fassung“, rät Kempe ihr. Es dauert nur einen kurzen Augenblick und das geschmolzene Kügelchen verbindet beide Elemente miteinander, die Müller zuvor eigenhändig angefertigt hat.

Mit einem speziellen Gummi greift Ernestine Müller im Anschluss den Blau-Topas, der vor ihr auf dem Tisch liegt, und setzt den Farbstein in die Fassung ein. Er passt hinein, die Fassung selbst muss aber noch so bearbeitet werden, dass der Stein nicht wieder herausfällt. Viel Fingerspitzengefühl ist dafür notwendig, wie überhaupt bei der Schmuckgestaltung.

Bevor der Ring seine Form erhielt, musste Müller das Silber zuschneiden, biegen, feilen und polieren. Die Werkzeuge hierfür stellt Katja Kempe jedem Kursteilnehmer zur Verfügung. „In Köln biete ich die Kurse bereits seit 15 Jahren an“, sagt Kempe, die eine Weile gesucht hat, bis sie den richtigen Raum in Bockenheim fand. Mit 17 Quadratmetern wirkt dieser auf den ersten Blick nicht groß. „Goldschmiede benötigen nicht viel Platz. Es gibt hier fünf Arbeitsplätze, an denen Schmuck gestaltet werden kann“, sagt sie.

Verschiedene Werkzeuge wie Rundzangen haben ihren Platz in Behältern auf den Tischen. Großformatige Fotografien, auf denen ein Model Schmuck von Kempe in Szene setzt, hängen an einer Wand. Gegenüber davon präsentiert die Goldschmiedin einige ihrer Entwürfe – Ketten, die an Kunstobjekte erinnern.

Ernestine Müller fertigt sich nicht zum ersten Mal ihren eigenen Schmuck an. „Ich habe das mal in Italien gelernt. Da war ich 19 Jahre alt und für eine Zeit lang in Florenz“, erzählt sie. Schon lange habe sie nach einem solchen Ort gesucht. „Als ich das Angebot von Katja Kempe im Internet gefunden habe, habe ich mich sofort angemeldet.“ Das Schöne sei außerdem, dass es kleine Kurse seien.

Die Frankfurter Schmuckakademie ist Teil einer Ateliergemeinschaft, die Kempe gemeinsam mit Goldschmiedin Alexandra Baum hat. „Am Anfang habe ich nach passenden Räumen gesucht und mein Atelier schließlich über die Leerstandsagentur Radar gefunden.“ Neben dem klassischen Goldschmiedekurs für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt es für angehende Ehepaare bei ihr auch die Möglichkeit, sich die eigenen Eheringe zu schmieden.

Ihre neue Ateliergemeinschaft möchten Katja Kempe und Alexandra Baum mit einem Neujahrsempfang am Freitag, 7. Februar, von 15 bis 20 Uhr feiern und laden dazu in ihre Räume in der Konrad-Broßwitz-Straße 6 ein.

Weitere Infoszu den Kursen unter www.schmuckakademie-frankfurt.de

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