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Entwurf des Innehofs des Max-Planck-Instituts.

Bockenheim

Bockenheim: Forschen in der ehemaligen Druckerei

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Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik zieht um. Die Einrichtung möchte sich am neuen Standort auch zu einem Ort der Begegnung wandeln.

Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik wird ab 2024 in die ehemalige Dondorfsche Druckerei in der Sophienstraße einziehen. Mitarbeiter des Instituts stellten die zukünftige Nutzung des Standorts in der Sitzung des Ortsbeirats 2 vor. Nach einem Entwurf des Münchner Architekturbüros Fritsch und Tschaidse soll das Institut auch ein „Ort der Begegnung“ werden, sagt die Leiterin der Musikabteilung Melanie Wald-Fuhrmann. Der Entwurf ist Ergebnis einer Ausschreibung, bei der sieben Preisrichter in der Jury saßen – darunter Vertreter von Stadt und Land.

Wo im Moment die Studierendenschaft der Kunstpädagogik weilt, die bis Juni 2021 auf den Uni Westend umziehen soll, ist neben dem Bestand der ehemaligen Druckerei ein Neubau geplant. „Alt und Neu“ sollen optisch voneinander getrennt werden, aber fließend ineinander übergehen, so Wald-Fuhrmann. Damit kommt das Institut nun zumindest auf optischer Ebene dem Wunsch aus der Bevölkerung entgegen, den Bestand zu erhalten. Denn denkmalgeschützt ist das Gebäude nicht. Eine Backsteinfassade soll das „Alte“ wieder aufgreifen; Elemente aus Glas, eine Wendeltreppe und eine Cafeteria im Innenhof sollen das durch „Neues“ ergänzen.

Ein „Ort mit Aufenthaltsqualität“ soll der Hof werden. Durch zwei geplante Zugänge zu den Gebäuden werde ein Durchgang geschaffen. Auch eine öffentliche Bibliothek soll es neben den Büros und Laboren geben, die sich im Sinne der Wissenschaft mit Fragen von Schönheit und Geschmack auseinandersetzen.

Seit 2013 gehen die 150 Mitarbeiter des Instituts Fragen nach, die Wald-Fuhrmann etwa so zusammenfasst: „Was gefällt wem, warum und unter welchen Bedingungen?“. Über Geschmack ließe sich zwar bekanntlich nicht streiten, darüber forschen aber schon. Die Wissenschaftler des Faches, das in der Tradition der Philosophie wurzelt, dessen Inhalte heute auch mit Methoden der Soziologie und der Psychologie gemessen werden, „lesen Bücher und denken über Texte nach“. Sie führen Experimente und Befragungen durch, messen Hirnströme und Aktivitäten der Gesichtsmuskeln bei visuellen Simulationen oder filmen die Gänsehaut von Menschen beim Gedichtelesen.

Und auch audiovisuelles Empfinden ist ein bedeutender Teil von Ästhetik: Im „ArtLab“ sollen bis zu 150 Menschen Platz finden. Bei Konzerten und Performances werden dann sowohl Publikum als auch Musiker zum Gegenstand der Forschung.

Das Institut verstehe sich als „Teil der Frankfurter Kulturlandschaft“, sagt Wald-Fuhrmann, weshalb sie der Angliederung am Rande des zukünftigen Kulturcampus freudig entgegenblicke. Die neue Fläche wird um etwa ein Drittel mehr Platz bieten als die aktuellen Büros im Grüneburgweg, wo das Institut bis zur Fertigstellung bleibt.

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