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Auf der Schloßstraße dürfen Radfahrende nicht überholt werden. Viele Autofahrer:innen akzeptieren das nicht und hupen. Foto: Rolf Oeser
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Auf der Schloßstraße dürfen Radfahrende nicht überholt werden. Viele Autofahrer:innen akzeptieren das nicht und hupen.

Bockenheim

Frankfurt-Bockenheim: Fahrradstreifen statt Parkplätze

  • VonMatthias Bittner
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Grüne und Linke fordern noch mehr Schutz für Radfahrende auf der Schloßstraße. Der bisherige Versuch, dass Menschen, die mit dem Auto unterwegs sind, nicht überholen dürfen, sei gescheitert.

Der jüngste Vorschlag von Grünen und Linke im Ortsbeirat 2 zur Verkehrssituation in der Schloßstraße hat es in sich: In einem gemeinsamen Antrag für die Sitzung am Montag schlagen sie vor, die Parkplätze auf dem Abschnitt zwischen Adalbert- und Rödelheimer Straße zu streichen und stattdessen einen abgetrennten Radstreifen anzulegen.

„So wie die Situation aktuell ist, ist sie nicht haltbar“, sagt Katharina Knacker (Grüne) und verweist – ebenso wie Linken-Chef Hans-Jürgen Hammelmann – auf einen schweren Unfall im Mai, bei dem ein Radfahrer verletzt wurde. Ein Autofahrer hatte das Überholverbot von Radfahrenden missachtet. Um weitere Unfälle zu vermeiden, müsse gegengesteuert werden und die vom Radfahrbüro bereits vorgestellte Variante „Radfahrstreifen statt ruhendem Verkehr“ umgesetzt werden.

Stefan Lüdecke, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), will den Vorschlag nicht kommentieren und die Abstimmung im Ortsbeirat abwarten. Er erinnert daran, dass mit Tempo 30 und markiertem Radstreifen zunächst die vom Ortsbeirat präferierte Variante umgesetzt worden sei, um das Radfahren auf dem Abschnitt sicherer zu machen. Da dies nicht gefruchtet habe, habe man nachgesteuert. Das habe nichts geholfen, stellt Hammelmann klar und sagt: „Der probeweise Versuch ist gescheitert.“

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hatte kritisiert, dass beim Überholen auf dem Abschnitt der Mindestabstand zu Radlern und Radlerinnen nicht einzuhalten sei, Radstreifen und Parkplätze am Straßenrand zu nah aneinander platziert seien und deshalb Stürze in der Türöffnungszone drohten. Als letzte Möglichkeit, die Situation zu entschärfen, war zuletzt in beide Fahrtrichtungen ein Überholverbot von Radfahrenden eingeführt worden. Sie sollen mitten auf der Fahrbahn fahren, so wie es ein Piktogramm anzeigt. Autofahrende missachteten das und viele, die mit dem Rad unterwegs sind, benutzten weiterhin den Radstreifen, weil genervte Autofahrer:innen hupten.

Ob der Grünen-/Linke-Antrag durchgeht, ist fraglich. Zusammen haben die Fraktionen keine Mehrheit. Und die Bedenken sind groß. „140 Parkplätze mal einfach so zu streichen, geht nicht“, meint SPD-Chef Martin Völker. Auch empfinde er die Situation in der Schloßstraße nicht so dramatisch. Ähnlich sieht das Axel Kaufmann (CDU). Er appelliert an die Verkehrsteilnehmenden, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. „Unsere Skepsis ist groß. Wir setzen uns auch für Parkplätze ein.“

Ein Kompromiss könnte der Vorschlag der FDP sein: Der Magistrat soll demnach prüfen, ob die Parkplätze auf einer Straßenseite – vorzugsweisen der nördlichen – entfallen und anstelle dessen ein Zweirichtungs-Radweg möglich ist. Laut Hammelmann ist das schwierig, weil es auf dem 750 Meter langen Abschnitt nur zwei offizielle Querungen gibt – am Kurfürstenplatz und in Höhe des Bernusparks. Das sei zu wenig.

Der Kritik, es gebe ohnehin schon zu wenige Parkplätze im Quartier wollen Grüne, Linke und SPD mit einem gemeinsamen Papier sowie die FDP mit einem eigenen Antrag begegnen. Darin wird angeregt, auf der Breitenbrachbrücke je Fahrtrichtung eine Spur zu streichen und als Parkplatzstreifen auszuweisen. Der Vorteil: Weil eine Fahrspur wegfalle, könnten Autofahrer auf der Brücke nicht mehr so rasen.

Der Ortsbeirat 2 tagt Montag, 5. Juli, 19 Uhr, Uni-Campus Bockenheim, Gräfstraße 50-54, Hörsaal H V, 3. Stock.

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