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Der Rebstockweiher in Bockenheim wird gemäht

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Walter Depper entfernt mit einem Mähboot Unterwasserunkraut und Algen.
Walter Depper entfernt mit einem Mähboot Unterwasserunkraut und Algen. © Rüffer

Weil Algen und Unterwasserunkraut den Fischbestand im Gewässer bedrohen, ist Walter Depper mit einem Mähboot unterwegs.

Wer in den nächsten Tagen am Rebstockweiher spazieren geht, kann dort ein ungewöhnliches Wasserfahrzeug beobachten. Es ist ein Mähboot, mit dem Pflanzen in dem Gewässer zurückgeschnitten werden sollen, weil der Weiher droht, umzukippen. Das Grünflächenamt hat die Spezialfirma ww-planen aus dem Spessart beauftragt, die auch das Boot entwickelt hat. „Ein Umkippen hat unter anderem zur Folge, das die Sauerstoffwerte sinken und die Fische darunter leiden“, erklärt Lena Berneburg vom Frankfurter Grünflächenamt.

Das will Walter Depper von ww-planen verhindern. In den kommenden Tagen ist er mit dem Mähboot auf dem Rebstockweiher unterwegs. Vorne hat das Boot einen Schneideaufsatz. Wird dieser einschaltet, bewegen sich die kleinen Messer nach rechts und links. „Ich komme mit dem Aufsatz bis zum Grund des Weihers, dort mähe ich dann das Wasserunkraut“, sagt Depper und zeigt auf Tannenwedel und Grundnessel, die in einer Tiefe von etwa zweieinhalb Metern ihre Wurzeln haben.

Die beiden Wasser-Pflanzen wachsen nur bis zur Wasseroberfläche, nicht aber darüber hinaus. Kritisch werde es, wenn sich dann schädliche Algen an der Wasseroberfläche bilden und die Sauerstoffzufuhr verhindern. Dann sollte gegengesteuert werden. Deshalb befährt Depper derzeit mit dem Mähboot, das er mit zwei Joysticks steuert, den Rebstockweiher.

Tannenwedel und Grundnessel wüchsen am schnellsten, wenn die Sonne im Sommer intensiv und lange scheint, erklärt Depper. Auch der niedrige Wasserstand – aktuell ist er zwei Meter niedriger als normal – würde das Wachstum beschleunigen. Denn das Sonnenlicht kann leichter zum Grund vordringen. Doch auch das Fehlverhalten uneinsichtiger Parkbesucher:innen sei kontraproduktiv: „Weil viele Menschen die Enten und Gänse füttern, ist viel Kot im Weiher, der für das Unkraut als natürlicher Dünger dient.“ Deppers Fazit: Träfen im Sommer alle drei Faktoren zusammen, sei der Mäheffekt von kurzer Dauer. Er schätzt, dass zwei Wochen nach dem Mähen der See wieder zugewuchert ist und sich erneut Algen bilden. Das sei auch eine Gefahr für den Fischbestand.

Vor ein paar Jahren ist genau das schon mal passiert: Eine Tonne toter Fische mussten aus dem Weiher gezogen werden. Hechte, Karpfen und andere seien damals angesichts des Sauerstoffmangels verendet. „Auch vergangenes Jahr war es sehr knapp, wäre ich acht Tage später gekommen, wären viele Fische gestorben“, erinnert sich Depper.

In diesem Jahr ist er schon zum zweiten Mal mit dem Mähboot auf dem Rebstockweiher unterwegs. Aber grundsätzlich sei Mähen nur eine kurzfristige Lösung. Depper empfiehlt eine Entschlammung des Weihers. Der große Vorteil davon: Das Unkraut wird an den Wurzeln gepackt und herausgesaugt. Dann gäbe es für mehrere Jahre keine Probleme mehr. Aber das sei natürlich auch viel teurer als die jetzigen kann 10 000 Euro.

Die anfallenden Grünabfälle werden vom Mähboot eingesaugt. Wegen des Gewichts muss das Unkraut als erstes getrocknet werden, anschließend wird alles im Labor auf Schadstoffe untersucht und entweder verbrannt oder kompostiert.

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