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Die Flammen haben am Campus Bockenheim ein Bild der Verwüstung hinterlassen.
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Die Flammen haben am Campus Bockenheim ein Bild der Verwüstung hinterlassen.

Campus Bockenheim

Brand am Campus Bockenheim: Nur noch ein Haufen Schutt

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Am Wochenende wurde ein Bücherstapel des Bockenheimer Büchermarktes durch einen mutmaßlich gelegten Brand zerstört. Für die Institution ist das ein schwerer Schlag.

Auch 36 Stunden nach dem Feuer liegt beißender Brandgeruch in der Luft. Verkohlte Bücher, angesengte Bananenkisten und Asche türmen sich am Montagmorgen auf dem Campus Bockenheim. Der Haufen Brandschutt, der zwischen dem Juridicum und dem ehemaligen Mensagebäude „Labsaal“ liegt, ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Er ist alles, was von den sorgsam aufgeschichteten und mit Planen geschützten Büchern des Bockenheimer Bücherflohmarktes übriggeblieben ist.

Das Feuer war am Samstagabend um kurz vor 21 Uhr ausgebrochen. Rasch fraßen die Flammen sich in die gebrauchten Bücher, die die Betreiber:innen des Büchermarktes nicht nur neben dem Labsaal, sondern auch in einem zweiten Stapel an der Bockenheimer Landstraße lagern. Die Hitze war so enorm, dass an der früheren Mensa Kacheln von der Wand platzten. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus und gibt den entstandenen Schaden mit etwa 15 000 Euro an. Die Ermittlerinnen und Ermittler haben auch schon eine Spur: Ein Zeuge hat eine 40 bis 50 Jahre alte Person in kurzer Hose und grauem T-Shirt beobachtet, die eine Einkaufstüte bei sich gehabt und kurz vor dem Brand neben dem Bücherstapel gekniet haben soll. Eine heiße Spur gibt es aber derzeit noch nicht.

Für den Büchermarkt ist das Feuer ein schwerer Schlag. Bereits im März war der Bücherstapel vorne an der Bockenheimer Landstraße durch einen Brand zerstört worden, auch hier wird Brandstiftung vermutet. Durch Bücherspenden aus der ganzen Stadt war der Büchermarkt gerade wieder halbwegs auf die Beine gekommen. Im Mai war ein weiterer Bücherstapel auf dem Campus Westend verbrannt.

Fassungslose Passanten

Entsprechend fassungslos steht Norbert Heinz am Montagmorgen vor dem Aschehaufen. Der 63-Jährige, der ein Antiquariat auf der Zeil betreibt, begreift den Mann hinter dem Büchermarkt als alten Kollegen. Schon oft habe er ihm größere Büchermengen vermittelt, sagt Heinz. Jetzt könne er nur erahnen, wie sein Bekannter sich nach dieser erneuten „Schandtat“ fühle.

Zum Motiv könne er zwar nur spekulieren, sagt Heinz. Aber für ihn gebe es nur zwei logische Erklärungen: Entweder habe man es mit einem Pyromanen zu tun, „der Freude an dieser Art von Zerstörung hat“, oder es stecke jemand dahinter, der dem Macher des Büchermarkts schaden wolle. Der habe manchmal Ärger mit Drogennutzer:innen oder Trinker:innen, die ihn um ein bisschen Geld bäten.

Auch Peter Weber ist gekommen, um sich die Überreste des Feuers anzusehen. Er arbeite seit 30 Jahren bei der nahegelegenen KfW Bankengruppe und kenne den Büchermarkt gut, sagt Weber. Der Flohmarkt und sein immer freundlicher Betreiber seien eine feste Institution im Stadtteil, durch den Brand gehe „ein Stück Kultur kaputt“, beklagt Weber. Er hoffe, dass der Betreiber auch nach dem zweiten Brand nicht aufgeben werde.

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