Bockenheimer Franckeschule

Schutz vor Corona

  • Boris Schlepper
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Eltern und Lehrer möchten auf eigene Kosten Luftreinigungsgeräte kaufen. Die Stadt lehnt das ab.

Eltern und Lehrer der Franckeschule wollen sich zusätzlich vor dem Corona-Virus schützen. Die Schulgemeinde will Luftreinigungsgeräte in den Klassen der Grundschule an der Falkstraße aufstellen – auf eigene Kosten. Sie geht nicht davon aus, dass sie, so die Stadt Frankfurt Schulen Luftreiniger anschafft, in naher Zukunft bedacht wird.

„Die Franckeschule ist gut belüftbar“, sagt der Vorsitzende des Schulelternbeirats, Christian Hengel, in der Sitzung des Ortsbeirats 2 am Montagabend. Es gebe große Fenster, die geöffnet werden könnten. Viele Eltern und Lehrer wünschten es sich aber, „das Infektionsrisiko zusätzlich zu mindern“. Auch, da ihnen unklar sei, wie gelüftet werden soll, wenn es erst richtig kalt wird.

In der Schule gebe es eine große Spendenbereitschaft, sagt Hengel. Zudem habe der Förderverein signalisiert, die Anschaffung der Geräte zu unterstützen. Da diese nur im Winter laufen müssten, sieht der Elternvertreter keine Schwierigkeiten, wenn sich Mütter und Väter um die Wartung und die Reinigung der Filter kümmern müssten. Eltern und Lehrer fragten sich aber, ob sie die Geräte überhaupt haben dürfen.

Die Stadt lehne es ab, dass Eltern eigenständig Geräte anschaffen, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) auf Anfrage der FR. Dass es einzelne Klassen gebe, die besser ausgestattet sind, widerspreche der „Gleichbehandlung der Schulen“. Auch ersetzten die Apparate nicht das Lüften. Vor allem sei es aber nicht mit dem Kauf getan. Nötig sei zusätzlich eine Wartung und regelmäßige Reinigung durch Fachfirmen. Da die Filter kontaminiert seien, „kann man das nicht einfach so machen“. Übernähmen die Eltern für alles die Verantwortung, könne man es ihnen nicht verbieten. Sinnvoller sei es, dass die Stadt die Reiniger da einsetze, wo es nötig sei.

Bedarf an sieben Schulen

Das ist nach Auskunft einer Fachreferentin von Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) derzeit an sieben Schulen der Fall, in denen einzelne Räume nicht ausreichend gelüftet werden könnten. Dort werde geprüft, ob die Situation durch kleine Umbauten verbessert werden könne oder ein Lüfter aufgestellt werden muss. Dass Eltern eigenständig Geräte besorgen, sieht sie kritisch. Schließlich habe die Stadt die Betreiberverwantwortung für die Schulen. Geräte müssten durch den TÜV geprüft werden.

Fachleute der Stadt hätten sich in einem Arbeitskreis am Montag kritisch zu den Luftreinigern geäußert, so die Referentin. Diese filterten nur Aerosole, nicht aber Viren. Auch seien sie bei voller Leistung zu laut, so dass sie heruntergefahren werden müssten. Dann seien vier bis acht Geräte pro Klassenraum nötig.

Der Ortsbeirat verabschiedete einen Antrag der FDP zu der Thematik. Darin fragt er etwa, wie viele Schulen bereits mit eigenfinanzierten Anlagen ausgestattet sind.

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