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Bockenheim: Wandel durch Gartenarbeit

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Von: Fabian Böker

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Cosima (links) und Laura pflanzen die ersten Blumen im neuen Garten ein.
Cosima (links) und Laura pflanzen die ersten Blumen im neuen Garten ein. © Peter Jülich

Auf dem ehemaligen Uni-Campus sind die ersten Hochbeete entstanden. Sie sollen nur der Anfang für eine Zwischennutzung des Areals sein.

Wer über den ehemaligen Campus in Bockenheim läuft, trifft dort vor allem auf Beton. Geht es nach einem Zusammenschluss mehrerer Initiativen unter Federführung des Offenen Hauses der Kulturen, wird sich das ändern. Ihr Konzept zur Zwischennutzung, während der Umwandlung vom Uni- zum Kulturcampus läuft, sieht vor allem viel Grün vor, in Form von kleinen Gemeinschaftsgärten. Der Anfang ist gemacht – und schon jetzt sind die Organisatoren und Organisatorinnen mehr als begeistert von der Resonanz.

Wie diese Resonanz konkret aussieht, lässt sich beim Vor-Ort-Termin eindrücklich sehen. Noch während Tim Schuster und Britta von der Recke vom Offenen Haus der Kulturen darüber sprechen, dass sich in den vergangenen Tagen schon einige Personen gemeldet haben, um mitzuhelfen oder Patenschaften zu übernehmen, kommt direkt die nächste vorbei. Laura wohnt in Bockenheim, arbeitet beim Stadtteilbüro mit und hatte „einfach Lust drauf, zu helfen“.

Und so wird sie in den kommenden Tagen und Wochen Erde in Hochbeete füllen, Blumen einpflanzen und diese immer wieder gießen. Diese Arbeit wird sie sich mit aktuell rund 30 anderen Helfern und Helferinnen teilen, die an dem Projekt beteiligt sind. Sie wollen fortan gemeinsam gärtnern, im Schatten der meist leer stehenden früheren Uni-Gebäude, mitten im Stadtteil. Sie wollen beobachten, wie die Pflanzen blühen, wollen Wissen darüber aufbauen und austauschen – und wollen auch einfach mal zusammen auf einer der zu den Hochbeeten gehörenden Bänke sitzen und Zeit verbringen.

Infos

Wer sich für das Projekt auf dem Campus interessiert, kann sich unter www.kulturcampus-frankfurt.de oder www.offeneshausderkulturen.de informieren.

„Der Garten soll eine Anlaufstelle für alle Menschen sein, die sich hier auf dem Campus einbringen wollen“, sagt Tim Schuster.

Die Beete direkt gegenüber des Café Koz sollen dabei nur ein Anfang, eine erste Lösung für die Zwischennutzung sein. Zunächst sollen auf dem Campus-Gelände drei weitere Hochbeet-Stationen entstehen, dazu sei man gerade mit der Uni in Gesprächen, erklärt Schuster. Aber auch danach soll nicht Schluss sein. Der Campus „könnte ein Ort sein, an dem in den kommenden Jahren Stadt neu gedacht und anders praktiziert wird“, heißt es vom Zusammenschluss der Initiativen. Er soll „ein urbanes Labor für den Wandel“ werden.

Denn innerhalb der Initiativen besteht die Sorge, dass die Freiflächen auf dem Campus zu einer riesigen Brache, zu einem unwirklichen Ort werden könnte. „Bauzäune laden die Leute nicht wirklich ein“, formuliert es Anette Mönich vom Stadtteilbüro.

An weiteren Ideen, dem entgegenzuwirken, mangelt es nun nicht. Beim Gespräch sprudelt es aus Lothar Augustin (Offenes Haus der Kulturen) nur so heraus: Salsa tanzen, Basketballkörbe, Skateanlage, Attraktionen für Kinder, Verkehrsgarten, Kino, ein Ort für Bienen – die Liste ließe sich noch fortführen. Erst Recht, wenn es immer wieder Menschen wie Laura gibt, die spontan vorbeikommen, mithelfen und eigene Ideen einbringen. Denn genauso soll das Projekt funktionieren.

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